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Heimwerker-Berater

Späneabsaugung

Reinigungvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Späneabsaugung
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum Holzstaub nicht harmlos ist
  2. Absauganlage oder Werkstattsauger?
  3. Die Kennzahlen
  4. Die Rohrführung
  5. Erdung nicht vergessen
  6. Der Filter
  7. Was zusätzlich nötig bleibt
  8. Preise
  9. Der Anschluss an die Maschine
  10. Was die Anlage nicht leistet

Eine Späneabsaugung nimmt auf, was bei der Holzbearbeitung anfällt: grobe Späne von Hobel und Kreissäge, feinen Staub von Schleifmaschine und Fräse. Der erste Teil ist eine Frage der Ordnung, der zweite eine der Gesundheit.

Warum Holzstaub nicht harmlos ist

Eichen- und Buchenholzstaub gilt als krebserzeugend. Andere Holzstäube stehen im Verdacht, es zu sein. Betroffen ist vor allem der feine, lungengängige Anteil – genau der, den man nicht sieht.

Dazu kommt: Feiner Holzstaub in ausreichender Konzentration ist explosionsfähig. In Heimwerkstätten ist das selten relevant, bei größeren Anlagen aber ein eigenes Thema.

Ein Werkstattsauger, der den Feinstaub hinten wieder ausbläst, verschlimmert die Lage. Er verteilt den gefährlichen Anteil im ganzen Raum.

Späneabsaugung Test
Späneabsaugung Test

Absauganlage oder Werkstattsauger?

Die beiden werden häufig verwechselt und haben unterschiedliche Aufgaben.

Die Späneabsaugung bewegt viel Luft bei geringem Unterdruck. Typisch sind 500 bis 1.500 Kubikmeter pro Stunde. Sie ist für stationäre Maschinen mit großen Absaugstutzen gedacht: Kreissäge, Abricht- und Dickenhobel, Bandsäge, Fräse.

Der Werkstattsauger bewegt wenig Luft bei hohem Unterdruck. Er ist für Handmaschinen mit kleinen Anschlüssen gedacht: Schleifer, Oberfräse, Stichsäge, Handkreissäge.

Die beiden sind nicht austauschbar. Ein Werkstattsauger an einer Abrichte setzt sich in Minuten zu; eine Späneabsaugung an einem Schleifer erzeugt zu wenig Unterdruck.

Wer beides hat, braucht beides.

Die Kennzahlen

Luftmenge in m³/h. Sie muss zur Maschine passen. Eine Kreissäge braucht etwa 500 bis 800 m³/h, ein Abricht- und Dickenhobel 800 bis 1.200 m³/h.

Die Luftgeschwindigkeit im Rohr ist der Wert, an dem viele Selbstbau-Anlagen scheitern. Damit Späne nicht liegen bleiben, sind etwa 20 Meter pro Sekunde nötig. Ein zu großer Rohrquerschnitt senkt die Geschwindigkeit, und die Späne setzen sich in der Leitung ab.

Der Rohrdurchmesser liegt in der Heimwerkstatt üblicherweise bei 100 mm für stationäre Maschinen, 50 bis 60 mm für kleinere Anschlüsse.

Die Rohrführung

Hier entscheidet sich, wie viel von der Nennleistung tatsächlich an der Maschine ankommt.

  • So kurz wie möglich. Jeder Meter kostet Leistung.
  • So wenige Bögen wie möglich. Ein enger 90-Grad-Bogen kostet so viel wie mehrere Meter gerades Rohr. Verwenden Sie Bögen mit großem Radius.
  • Keine Flexschläuche als Dauerleitung. Die Wellung erhöht den Widerstand erheblich. Flexschlauch nur für die letzten ein bis zwei Meter an der Maschine.
  • Absperrschieber an jedem Abgang, damit nur die benutzte Maschine offen ist.
  • Dicht verbinden. Jede undichte Stelle zieht Falschluft und senkt die Absaugleistung am Werkzeug.

Erdung nicht vergessen

Durch trockene Späne in Kunststoffrohren entstehen erhebliche elektrostatische Aufladungen. Man bekommt beim Anfassen einen Schlag, und bei größeren Anlagen ist es ein Zündrisiko.

Ziehen Sie deshalb einen blanken Kupferdraht durch oder entlang der Rohrleitung und verbinden Sie ihn mit dem Schutzleiter. Bei Metallrohren entfällt das Problem weitgehend.

Der Filter

Hier liegt der Unterschied zwischen sauberer Luft und verteiltem Feinstaub.

Filtersäcke aus Gewebe sind der Standard bei einfachen Anlagen. Achten Sie auf die angegebene Reststaubmenge; einfache Säcke lassen Feinstaub durch.

Patronenfilter haben eine deutlich größere Oberfläche und lassen sich abreinigen. Sie sind die bessere Wahl.

Feinstaubfilter der Klasse M ist das, was Sie bei Holzbearbeitung anstreben sollten – analog zur Staubklasse M bei Werkstattsaugern.

Reinigen Sie den Filter regelmäßig. Ein zugesetzter Filter halbiert die Absaugleistung, ohne dass man es sofort merkt.

Was zusätzlich nötig bleibt

Keine Absaugung erfasst alles. Bei Arbeiten ohne Absauganschluss gehört eine Maske FFP2 dazu.

Ein Luftreiniger mit Feinstaubfilter, der die Raumluft mehrfach pro Stunde umwälzt, ist die sinnvolle Ergänzung. Feinstaub schwebt noch Stunden, nachdem die Maschine aus ist.

Und lüften Sie, bevor Sie die Werkstatt verlassen.

Preise

Einfache Ein-Sack-Absaugungen mit 500 bis 750 m³/h kosten 150 bis 400 Euro. Anlagen mit Patronenfilter und höherer Leistung liegen bei 400 bis 1.200 Euro. Rohrsysteme mit Schiebern schlagen je nach Umfang mit 150 bis 500 Euro zu Buche.

Sparen Sie eher an der Maschine als am Filter. Die Absaugung schützt Ihre Lunge – die Maschine nur das Werkstück.

Der Anschluss an die Maschine

Die beste Anlage nützt wenig, wenn der Absaugpunkt schlecht sitzt.

Absaughauben an Kreissäge und Fräse erfassen den Span dort, wo er entsteht. Bei der Kreissäge braucht es zwei Punkte: unten am Spanauswurf und oben an der Schutzhaube. Ohne den oberen Anschluss landet ein erheblicher Teil des Feinstaubs in der Raumluft.

Adapter sind selten genormt. Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Durchmesser Ihre Maschinen haben.

Undichte Übergänge kosten Absaugleistung. Kleben Sie Schlauchverbindungen mit Aluband ab, wenn sie nicht formschlüssig sitzen.

Was die Anlage nicht leistet

Sie erfasst den Span an der Maschine, nicht den Staub, der bereits in der Luft ist.

Ein Luftreiniger mit Feinstaubfilter, der die Raumluft vier- bis sechsmal pro Stunde umwälzt, ist die sinnvolle Ergänzung. Lassen Sie ihn nach der Arbeit noch eine halbe Stunde laufen – Feinstaub schwebt lange.

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