Hochdruckreiniger
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Ein Hochdruckreiniger beschleunigt Wasser durch eine feine Düse. Was reinigt, ist dabei nicht allein der Druck, sondern das Zusammenspiel aus Druck und Wassermenge – und genau diesen Punkt verschweigen die meisten Werbeangaben.
Bar und Liter: beide Zahlen zählen
Der Druck in bar bestimmt die Schlagkraft des Strahls. Haushaltsgeräte liegen bei 100 bis 160 bar.
Die Fördermenge in Litern pro Stunde bestimmt, wie viel Schmutz abtransportiert wird. Sie liegt bei 300 bis 600 l/h.
Ein Gerät mit 150 bar und 350 l/h reinigt langsamer als eines mit 130 bar und 550 l/h. Wer nur auf die Bar-Zahl schaut, kauft am Bedarf vorbei.
Die aussagekräftigste Größe ist die Flächenleistung in Quadratmetern pro Stunde – sie steht bei guten Herstellern im Datenblatt.
Welches Gerät für welchen Bedarf
| Einsatz | Druck | Fördermenge |
| Fahrrad, Gartenmöbel, Mülltonne | ab 100 bar | ab 300 l/h |
| Auto, kleine Terrasse | 110–130 bar | 350–450 l/h |
| Einfahrt, Fassade, Zaun | 130–160 bar | 450–600 l/h |
| Hof, Stall, Dauereinsatz | ab 150 bar | ab 600 l/h |
Achten Sie zusätzlich auf die Motorbauart. Universalmotoren sind günstig, laut und für kurze Einsätze gedacht. Induktionsmotoren laufen leiser, deutlich länger und vertragen Dauerbetrieb – sie machen den Preisunterschied zwischen Einsteiger- und Mittelklasse aus.
Bei der Pumpe gilt Ähnliches: Messingpumpen mit Keramikkolben halten ein Vielfaches von Kunststoffpumpen.
Die Düsen
Flachstrahldüse. Der Standard für Flächen. Der fächerförmige Strahl verteilt die Kraft und arbeitet schonend.
Rotordüse (Dreckfräser). Ein Punktstrahl, der kreisend rotiert. Sehr wirksam gegen festsitzende Verschmutzung – und das Werkzeug, mit dem die meisten Schäden entstehen.
Flächenreiniger. Eine Haube mit rotierenden Düsen, die über den Boden geführt wird. Für Terrassen und Einfahrten ist das die richtige Wahl: gleichmäßiges Ergebnis, kein Spritzen und deutlich schonender als der Punktstrahl.
Waschbürste. Für Fahrzeuge, mit reduziertem Druck.
Wo Hochdruck schadet
Das ist der Abschnitt, den man vor dem ersten Einsatz lesen sollte.
Pflasterfugen. Der Strahl spült den Fugensand heraus. Die leere Fuge ist ein Saatbeet, und nach zwei Jahren ist die Fläche stärker bewachsen als vorher. Zusätzlich verliert der Pflasterverband an Stabilität.
Weiche Natursteine wie Sandstein und Kalkstein. Die Oberfläche wird aufgeraut und nimmt danach schneller Schmutz auf.
Betondachsteine. Der Strahl trägt die werkseitige Beschichtung ab.
Holz. Das weiche Frühholz wird ausgespült, zurück bleibt eine faserige Oberfläche.
Fugen und Dichtungen an Fenstern, Türen und Wintergärten.
Autolack, aus zu geringem Abstand oder mit der Rotordüse.
Wärmedämmverbundsysteme, bei denen Wasser hinter den Putz gelangt.
Die Grundregel lautet: Abstand halten, mit der schwächsten Düse beginnen und an einer unauffälligen Stelle testen.
Sicherheit
Der Strahl kann die Haut verletzen. Richten Sie ihn nie auf Menschen oder Tiere und arbeiten Sie mit festen Schuhen – ein abgerutschter Strahl auf den Fuß führt zu ernsthaften Verletzungen.
Elektrische Geräte im Freien gehören an einen Stromkreis mit Fehlerstromschutzschalter (RCD, 30 mA), und die Verlängerung muss für den Außenbereich zugelassen sein.
Tragen Sie eine Schutzbrille. Abgelöste Partikel fliegen mit hoher Geschwindigkeit zurück.
Wasser sparen oder verschwenden?
Ein Hochdruckreiniger verbraucht 300 bis 600 Liter pro Stunde – das klingt viel. Ein laufender Gartenschlauch liefert allerdings 1.000 bis 2.000 Liter pro Stunde und reinigt schlechter. Für dieselbe Fläche ist der Hochdruckreiniger sparsamer.
Beachten Sie aber: Das Waschen von Fahrzeugen ist auf privatem Grund in vielen Kommunen eingeschränkt oder verboten, weil Öl und Reinigungsmittel ins Grundwasser gelangen. Die örtliche Satzung gibt Auskunft.
Pflege und Überwinterung
Nach jedem Einsatz: Wasserfilter am Einlass reinigen, Schlauch und Lanze entleeren, Düsen mit dem beiliegenden Reinigungsnadel freimachen.
Vor dem Winter muss das Gerät vollständig entleert werden. Gefrierendes Restwasser sprengt Pumpenkolben und Ventile – das ist der häufigste Totalschaden bei diesen Geräten. Lassen Sie die Pumpe kurz ohne Wasseranschluss laufen und lagern Sie das Gerät frostfrei.
Bei längerer Standzeit lohnt sich ein Frostschutzmittel für Hochdruckreiniger, das durch die Pumpe gezogen wird.
Preise
Einsteigergeräte kosten 80 bis 150 Euro und reichen für Fahrrad, Mülltonne und gelegentliche Gartenmöbel. Die Mittelklasse mit Induktionsmotor liegt bei 200 bis 450 Euro. Profigeräte für den Dauereinsatz beginnen bei etwa 600 Euro.
Ein Flächenreiniger kostet 40 bis 150 Euro extra und ist bei jeder Terrasse die sinnvollste Ergänzung – er halbiert die Arbeitszeit und schont den Belag.
Zubehör, das sich lohnt
Der Flächenreiniger ist die sinnvollste Ergänzung überhaupt, sobald eine Terrasse oder Einfahrt zu reinigen ist. Er halbiert die Arbeitszeit, spritzt nicht und arbeitet gleichmäßiger und schonender als jeder Punktstrahl.
Die Verlängerungslanze für Fassaden, Dachrinnen und Carports – sie erspart die Leiter.
Der Rohrreinigungsschlauch mit Rückstoßdüse für Fallrohre und verstopfte Leitungen.
Der Schmutzwasserfilter am Zulauf, wenn Sie aus einer Regentonne oder einem Brunnen ansaugen. Ohne ihn ruinieren Sandpartikel die Pumpe.
Der Schaumaufsatz für Fahrzeuge – er trägt Reiniger auf und lässt ihn einwirken, was den nötigen Druck deutlich senkt.


