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Heimwerker-Berater

4 Tipps zur Steinreinigung - Flecken auf Steinen richtig beseitigen

Reinigungvon Christoph4 Min. · 8 Abschnitte
4 Tipps zur Steinreinigung - Flecken auf Steinen richtig beseitigen
Inhalt8 Abschnitte
  1. Tipp 1: Sofort handeln
  2. Tipp 2: Erst den Stein bestimmen
  3. Tipp 3: Das passende Mittel zum Fleck
  4. Tipp 4: Vorsicht mit dem Hochdruckreiniger
  5. Vorbeugen: Imprägnieren
  6. Wann der Fachbetrieb sinnvoll ist
  7. Grünbelag und Moos dauerhaft loswerden
  8. Kalkflecken und Ausblühungen

Stein wirkt unverwüstlich und ist es nicht. Fast jeder Stein im Außenbereich ist saugfähig, und was einzieht, lässt sich nur noch mit Mühe herausholen. Die vier wichtigsten Regeln entscheiden darüber, ob eine Fläche nach zehn Jahren noch gut aussieht.

Tipp 1: Sofort handeln

Ein frischer Fleck liegt auf der Oberfläche, ein alter sitzt in den Poren. Der Unterschied im Aufwand ist gewaltig.

Nehmen Sie Verschüttetes auf, statt es zu verreiben: mit Küchenpapier von außen nach innen tupfen. Wer wischt, vergrößert die Fläche und drückt die Flüssigkeit tiefer hinein.

Rotwein, Kaffee, Öl und Fett sind die problematischsten. Bei Öl streuen Sie sofort ein saugfähiges Pulver auf – Katzenstreu, Sägemehl oder Kreide – und lassen es einige Stunden ziehen, bevor Sie abkehren.

Tipp 2: Erst den Stein bestimmen

Das ist der entscheidende Punkt, und er wird am häufigsten übersprungen. Die richtige Reinigungsmethode hängt nicht vom Fleck ab, sondern vom Stein.

Kalkhaltige Steine – Marmor, Kalkstein, Travertin, Solnhofer, Jura – reagieren mit Säure. Essig, Zitronensäure, Entkalker und säurehaltige Sanitärreiniger lösen die Oberfläche an. Zurück bleibt eine matte, raue Stelle, die sich nicht mehr wegpolieren lässt. Auf diesen Steinen ist Säure tabu.

Silikatische Steine – Granit, Gneis, Quarzit, Basalt – sind säurebeständig. Hier können Sie mit Essigreiniger arbeiten.

Beton und Betonwerkstein sind zementgebunden und damit ebenfalls säureempfindlich.

Den einfachen Test machen Sie an einer verdeckten Stelle: Ein Tropfen Essig auf kalkhaltigem Stein schäumt leicht auf. Wenn es schäumt, bleibt die Säure im Schrank.

Kaffee auf Naturstein verschüttet
Kaffee auf Naturstein verschüttet? Schnelles Handeln ist gefragt! | Foto: serezniy / Depositphotos.com

Tipp 3: Das passende Mittel zum Fleck

FleckMittel
Öl, FettÖlfleckentferner auf Pastenbasis, mehrfach anwenden
Rotwein, Kaffee, Obstalkalischer Reiniger oder Wasserstoffperoxid-Kompresse
Algen, Moos, GrünbelagGrünbelagentferner, danach abbürsten
RostRostentferner für Naturstein, nie mit Säure auf Kalkstein
ZementschleierZementschleierentferner, auf Kalkstein nur säurefreie Produkte
Kaugummi, Wachsmit Kältespray verspröden, dann abheben

Für tief sitzende Flecken ist die Kompresse das wirksamste Verfahren: Reinigungsmittel mit einem saugfähigen Pulver zu einer Paste anrühren, auf den Fleck auftragen, mit Folie abdecken und mehrere Stunden bis über Nacht ziehen lassen. Beim Trocknen zieht die Paste den gelösten Fleck aus dem Stein heraus.

Testen Sie jedes Mittel an einer verdeckten Stelle. Was auf dem einen Stein wirkt, mattiert den nächsten.

Tipp 4: Vorsicht mit dem Hochdruckreiniger

Er ist das beliebteste Werkzeug für Terrassen und richtet den meisten Schaden an.

Auf weichen Steinen – Sandstein, Kalkstein, viele Betonsteine – sprengt der Strahl die Oberfläche auf. Danach ist der Stein rauer, nimmt schneller Schmutz auf und vermoost stärker als vorher. Das Ergebnis sieht direkt nach der Reinigung gut aus und nach zwei Jahren schlechter als je zuvor.

Dazu kommt: Der Strahl spült den Fugensand heraus. Leere Fugen sind die perfekte Keimstelle für Unkraut, und bei Pflaster verliert der Verband an Stabilität.

Wenn Hochdruck, dann mit Flächenreiniger statt Punktstrahl, mit reduziertem Druck und in gleichmäßigen Bahnen – und danach die Fugen neu einschlämmen.

Vorbeugen: Imprägnieren

Eine Imprägnierung verschließt die Poren nicht, sondern setzt die Saugfähigkeit herab. Wasser und Öl perlen ab und lassen sich abnehmen, bevor sie eindringen.

Es gibt zwei Typen: hydrophobierende Mittel wirken nur gegen Wasser, oleophobe zusätzlich gegen Fett und Öl. Für Terrassen mit Esstisch und Grill lohnt die zweite Variante.

Imprägniert wird auf trockenem, sauberem Stein – alles, was drin ist, bleibt sonst drin. Die Wirkung hält je nach Beanspruchung zwei bis fünf Jahre. Der einfache Test: Wasser perlt nicht mehr ab, sondern zieht ein – dann ist es Zeit für eine Auffrischung.

Wann der Fachbetrieb sinnvoll ist

Bei großen Flächen, bei wertvollen Natursteinböden und bei Flecken, die mehrere Versuche überstanden haben, lohnt ein Steinrestaurator. Er arbeitet mit Schleifen, Kristallisieren und speziellen Kompressen – Verfahren, die sich im Heimwerkerbereich schlecht dosieren lassen.

Rechnen Sie bei einer Terrassenreinigung mit Imprägnierung durch einen Fachbetrieb mit etwa 15 bis 40 Euro pro Quadratmeter. Bei einer Fläche, die sonst ersetzt werden müsste, ist das schnell die günstigere Rechnung.

Grünbelag und Moos dauerhaft loswerden

Algen und Moos wachsen dort, wo es feucht und schattig bleibt. Gegen die Ursache hilft mehr als jedes Mittel: Überhängende Zweige zurückschneiden, Laub im Herbst zügig entfernen, für Gefälle und Ablauf sorgen.

Zum Entfernen genügt meist eine harte Bürste und Wasser. Hartnäckigen Belag lösen Grünbelagentferner auf Basis quaternärer Ammoniumverbindungen – sie wirken über Tage und werden nicht abgespült, sondern einwirken gelassen.

Nicht geeignet: Essig, Salz und chlorhaltige Reiniger auf befestigten Flächen. Was dort aufgebracht wird, läuft in den Boden oder in die Kanalisation. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Flächen ist zudem grundsätzlich verboten und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.

Kalkflecken und Ausblühungen

Weiße Schleier auf Betonpflaster sind meist Kalkausblühungen: gelöster Kalk aus dem Zement, der an der Oberfläche auskristallisiert. Sie sind ein natürlicher Vorgang bei neuem Pflaster und verschwinden über ein bis zwei Jahre durch Witterung von selbst.

Wer nicht warten will, nimmt einen speziellen Ausblühungsentferner. Auf kalkhaltigem Naturstein gilt auch hier: keine Säure.

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