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Heimwerker-Berater

Die Waschmaschine mit Hausmitteln reinigen

Reinigungvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Die Waschmaschine mit Hausmitteln reinigen
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum der Geruch entsteht
  2. Mit Zitronensäure
  3. Mit Natron
  4. Von Essig ist abzuraten
  5. Die Teile, die man vergisst
  6. Die Vorbeugung, die wirklich wirkt
  7. Wenn der Geruch bleibt
  8. Ein Wort zur Wasserhärte
  9. Das Kochwäscheprogramm – Mythos und Wahrheit
  10. Wie viel Waschmittel wirklich nötig ist

Eine Waschmaschine, die muffig riecht oder graue Beläge in der Trommel zeigt, hat fast immer dasselbe Problem: Biofilm – eine Schicht aus Waschmittelresten, Fett, Hautschuppen und Bakterien, die sich in Trommelmantel, Laugenbehälter und Schläuchen bildet.

Die Ursache ist meist dieselbe: zu viele Waschgänge bei niedriger Temperatur mit Flüssigwaschmittel.

Warum der Geruch entsteht

Moderne Waschmittel und sparsame Programme waschen bei 20 bis 40 Grad. Das ist gut für Energieverbrauch und Textilien – und zu wenig, um Biofilm abzutöten.

Flüssigwaschmittel verstärkt das Problem: Es enthält keine Bleichmittel und ist selbst nährstoffreich. Pulverwaschmittel mit Bleichmittel wirkt der Bildung entgegen.

Daraus folgt der wichtigste Tipp überhaupt, noch vor jedem Reinigungsmittel: Einmal im Monat ein Programm bei 60 bis 90 Grad laufen lassen, am besten mit Vollwaschmittel als Pulver.

Beliebte Hausmittel für die Reinigung der Waschmaschine
Beliebte Hausmittel für die Reinigung der Waschmaschine. | Foto: geo-grafika / Depositphotos.com

Mit Zitronensäure

Das beste Hausmittel gegen Kalk.

Geben Sie etwa 50 bis 100 Gramm Zitronensäurepulver direkt in die Trommel und starten Sie ein leeres Programm bei 60 Grad. Nicht bei 90 Grad – bei zu hoher Temperatur kann Zitronensäure mit Kalk schwerlösliches Calciumcitrat bilden, das sich als Belag festsetzt.

Wie oft, hängt an der Wasserhärte: bei hartem Wasser über 14 °dH etwa vierteljährlich, bei weichem Wasser ein- bis zweimal im Jahr.

Mit Natron

Das Mittel gegen Geruch und Beläge, nicht gegen Kalk.

Zwei bis drei Esslöffel Natron in die Trommel, Leerprogramm bei 60 Grad. Natron wirkt basisch, löst Fett und neutralisiert Gerüche.

Für die Türdichtung: Natronpaste anrühren, mit einer alten Zahnbürste in die Falte einarbeiten, einwirken lassen, abwischen.

Von Essig ist abzuraten

Essig wird häufig empfohlen und ist in der Waschmaschine die schlechtere Wahl.

Essigsäure greift Gummidichtungen und Kunststoffteile an, und zwar bei regelmäßiger Anwendung spürbar. Genau die Teile, deren Austausch teuer ist – Türmanschette und Laugenpumpe.

Zitronensäure leistet dasselbe bei geringerem Risiko. Und wer einmal Essig verwendet, hat noch keinen Schaden angerichtet – die Dauerhaftigkeit ist das Problem.

Die Teile, die man vergisst

Der Reinigungsgang allein reicht nicht. Diese vier Stellen sind fast immer der eigentliche Geruchsherd:

Die Türmanschette. In der Gummifalte sammeln sich Wasser, Flusen und Haare. Ziehen Sie die Falte auseinander und wischen Sie sie aus, am besten nach jedem Waschtag.

Die Waschmittelschublade. Sie lässt sich bei fast allen Geräten herausnehmen. Unter dem Einspülbereich sitzt oft eine dicke Schicht – spülen Sie auch den Schacht aus, in den sie eingeschoben wird.

Das Flusensieb unten hinter der Klappe. Handtuch unterlegen, Restwasser ablaufen lassen, Sieb herausdrehen und reinigen. Alle ein bis zwei Monate. Hier finden sich Münzen, Haare und Schlamm.

Der Ablaufschlauch und das Standrohr. Riecht es nur beim Abpumpen, sitzt das Problem dort oder im Abfluss.

Die Vorbeugung, die wirklich wirkt

  • Tür und Waschmittelschublade nach dem Waschen offen lassen, bis die Trommel trocken ist. Die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt.
  • Monatlich ein Programm bei 60 bis 90 Grad ohne Wäsche.
  • Pulverwaschmittel statt Flüssigwaschmittel, zumindest gelegentlich.
  • Richtig dosieren. Zu viel Waschmittel wird nicht ausgespült und bildet Beläge. Die Dosierung richtet sich nach Wasserhärte und Verschmutzung – die Angaben auf der Packung sind für hartes Wasser und stark verschmutzte Wäsche.
  • Keine nasse Wäsche in der Trommel liegen lassen.
  • Weichspüler sparsam oder gar nicht – er hinterlässt Rückstände, die den Biofilm nähren.

Wenn der Geruch bleibt

Hilft nichts davon, sitzt der Biofilm im Laugenbehälter und in den Schläuchen, wo kein Hausmittel hinkommt.

Ein Waschmaschinenreiniger mit Aktivchlor oder Aktivsauerstoff kann dann noch helfen. Danach mehrere heiße Leerwäschen.

Bleibt es dabei, ist die Frage nach dem Alter des Geräts berechtigt. Bei Maschinen über zehn Jahren lohnt die Reparatur der Türmanschette und der Pumpe meist nicht mehr.

Ein Wort zur Wasserhärte

Sie bestimmt, wie oft entkalkt werden muss. Die Härte erfahren Sie beim örtlichen Wasserversorger, meist direkt auf dessen Internetseite.

Bei sehr hartem Wasser über 21 °dH lohnt sich die Überlegung, ob die Dosierung des Waschmittels richtig eingestellt ist – dort ist der Waschmittelbedarf deutlich höher, und Unterdosierung führt ebenfalls zu Belägen.

Das Kochwäscheprogramm – Mythos und Wahrheit

Häufig heißt es, ein Kochwäschegang mit Essig oder Zitronensäure ersetze jede Reinigung. Das stimmt nur teilweise.

Richtig ist: Ein Programm bei 60 bis 90 Grad mit Vollwaschmittel als Pulver ist tatsächlich die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Biofilm. Das Bleichmittel im Pulver arbeitet dabei mit.

Nicht richtig ist: dass es die mechanische Reinigung von Türmanschette, Waschmittelschublade und Flusensieb ersetzt. Dort kommt kein Waschgang hin.

Ebenfalls nicht richtig ist, dass jedes Waschmittel dasselbe leistet. Flüssigwaschmittel enthält kein Bleichmittel und wirkt gegen Biofilm kaum.

Wie viel Waschmittel wirklich nötig ist

Unter- wie Überdosierung führen zu Belägen. Die Dosierangabe richtet sich nach zwei Werten: Wasserhärte und Verschmutzungsgrad.

Die Härte erfahren Sie beim örtlichen Wasserversorger. Bei weichem Wasser und normal verschmutzter Wäsche kommen Sie oft mit der Hälfte der Packungsangabe aus – die Empfehlungen dort gelten für harte Bedingungen.

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