Gartenkralle
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Eine Gartenkralle lockert Beetboden, ohne ihn umzudrehen: Man sticht die gebogenen Zinken in die Erde, dreht den Griff eine Viertel- bis halbe Umdrehung und zieht sie wieder heraus. Das schont die Bodenstruktur und den Rücken, ersetzt aber nicht den Spaten bei festem, verdichtetem oder verwurzeltem Boden. Für gepflegte Beete ist sie ein ausgezeichnetes Werkzeug, für die Rasenfläche, die zum Gemüsebeet werden soll, nicht.
Zwei Werkzeuge mit demselben Namen
Die Drehkralle hat einen Stiel mit T-Griff, meist in der Höhe verstellbar, und unten mehrere spiralförmig gebogene Zinken. Man arbeitet im Stehen, und das Werkzeug zieht sich beim Drehen selbst in den Boden. Das ist die Gartenkralle im engeren Sinn.
Die Handkralle ist ein kurzes Werkzeug mit drei oder vier gebogenen Zinken, ähnlich einem kleinen Kultivator. Man arbeitet kniend oder gebückt, zieht sie durch die oberste Bodenschicht und entfernt so Unkraut und Verkrustungen zwischen den Pflanzen.
Dieser Beitrag dreht sich vor allem um die Drehkralle.
Wie sie wirkt
Die Zinken schneiden sich schraubenartig in den Boden und brechen ihn beim Drehen auf, ohne die Schichten zu vertauschen. Die oberste, belebte Bodenschicht bleibt oben, die Regenwurmgänge und Pilzgeflechte darunter werden nur gelockert, nicht zerstört. Das ist der entscheidende Unterschied zum Umgraben, bei dem die humusreiche Schicht nach unten und der kalte Unterboden nach oben kommt.
Je nach Modell erreichen die Zinken eine Tiefe von etwa 10 bis 20 cm. Das genügt für das Lockern bestehender Beete, für Saatbeete und für das Einarbeiten von Kompost.
Wofür sie sich eignet
- Beete im Frühjahr lockern, bevor gesät oder gepflanzt wird.
- Kompost und Dünger einarbeiten. Oben aufstreuen, mit der Kralle in die obere Schicht mischen.
- Pflanzlöcher vorbereiten, besonders bei Stauden und Gemüsejungpflanzen.
- Zwischen Reihen lockern, wenn der Abstand genügt.
- Unkraut mit Wurzeln herausdrehen, zum Beispiel Löwenzahn im Beet.
- Hochbeete bearbeiten, wo ein Spaten zu groß ist. Mehr zum Hochbeet.
Wo die Grenzen liegen
Verdichteter, lehmiger oder steiniger Boden. Die Zinken kommen nicht tief genug hinein, oder man braucht so viel Kraft, dass der Vorteil verloren geht.
Rasen oder Wiese. Die Grasnarbe mit ihren Wurzeln lässt sich nicht mit der Kralle aufbrechen. Hier müssen Sie abstechen, umgraben oder fräsen.
Große Flächen. Für einen ganzen Gemüsegarten ist die Kralle zu langsam. Dann sind Doppelgrabegabel, Sauzahn oder eine Gartenfräse effizienter.
Tiefe Lockerung. Für Böden, die bis 30 cm und tiefer gelockert werden müssen, etwa bei Neuanlage oder Staunässe, reicht die Kralle nicht.
Gartenkralle, Spaten, Grabegabel
| Werkzeug | Arbeitsweise | Stärke |
| Gartenkralle | dreht und lockert oberflächlich | Beete pflegen, rückenschonend |
| Spaten | sticht ab und wendet | Neuanlage, Rasen umbrechen, Pflanzlöcher |
| Grabegabel | hebelt und lockert, ohne zu wenden | schwere, steinige Böden, Kartoffeln |
| Sauzahn | zieht durch den Boden | tiefes Lockern ohne Wenden |
Einen Überblick über die Möglichkeiten gibt der Beitrag Den Boden auflockern.
So arbeiten Sie mit der Drehkralle
- Boden leicht feucht, nicht nass. Trockener Boden ist hart, nasser verschmiert und verdichtet unter den Zinken.
- Stielhöhe einstellen. Der Griff sollte etwa auf Hüft- bis Brusthöhe liegen, damit Sie aufrecht stehen.
- Einstechen und drehen. Kralle senkrecht aufsetzen, mit leichtem Druck eine Viertel- bis halbe Umdrehung drehen.
- Herausziehen und versetzen. Etwa eine Zinkenbreite weiter, im Raster über das Beet.
- Zum Schluss glätten. Mit dem Rechen die Oberfläche einebnen.
Drehen Sie nicht zu weit. Mehr als eine halbe Umdrehung zerkleinert die Krümel zu Staub, und der verschlämmt beim nächsten Regen.
Worauf es beim Kauf ankommt
- Material. Zinken aus gehärtetem Stahl, möglichst geschmiedet oder dick. Dünne, gebogene Blechzinken verbiegen beim ersten Stein.
- Verstellbarer Stiel. Große Menschen brauchen einen langen Stiel, sonst arbeiten sie gebückt.
- Griff. Breit genug für beide Hände, gummiert, mit Handschuhen gut zu fassen.
- Zinkenzahl. Vier Zinken lockern eine breitere Fläche, drei dringen leichter ein.
Brauchbare Gartenkrallen kosten meist 25 bis 60 Euro, einfache Handkrallen unter 15 Euro.
Für Menschen mit Rückenproblemen
Weil man aufrecht steht und die Kraft aus den Armen und dem Oberkörper kommt, empfinden viele die Drehkralle als deutlich schonender als den Spaten. Wichtig ist die richtige Stielhöhe und dass Sie nicht mit gestreckten Armen weit vor dem Körper arbeiten. Lieber kleine Abschnitte und häufiger Pausen als ein ganzes Beet am Stück.
Pflege
Nach der Arbeit Erde abbürsten, bei nassem Boden abspülen und trocknen lassen. Ein Tropfen Öl auf die Zinken hält Rost fern. Trocken lagern, am besten aufgehängt.
Häufige Fragen
Kann eine Gartenkralle das Umgraben ersetzen?
In bestehenden, gut gepflegten Beeten ja – und das ist sogar besser für das Bodenleben. Bei Neuanlage, Rasen oder stark verdichtetem Boden nicht.
Wann ist die beste Zeit?
Im Frühjahr vor der Aussaat und nach der Ernte zum Einarbeiten von Kompost. Der Boden sollte abgetrocknet, aber noch nicht hart sein.
Hilft sie gegen Unkraut?
Bei Wurzelunkräutern wie Löwenzahn ja, sie dreht die Pfahlwurzel oft komplett heraus. Gegen Quecke und Giersch hilft sie wenig, weil die Wurzelstücke zerteilt werden und neu austreiben.



