Wiedehopfhacke

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Die Wiedehopfhacke, auch Wiedehopfhaue oder Rodehacke genannt, hat zwei Schneiden an einem Kopf: auf der einen Seite ein breites Hackblatt quer zum Stiel, auf der anderen eine schmale Schneide längs zum Stiel, ähnlich einer Axt. Damit hackt sie harten Boden auf und schlägt im selben Arbeitsgang die Wurzeln durch, an denen Spaten und Spitzhacke scheitern.
Aufbau
Die beiden Schneiden stehen im rechten Winkel zueinander. Das Hackblatt ist je nach Modell etwa 7 bis 12 cm breit und dient zum Aufreißen, Lockern und Ziehen von Erde. Die Axtschneide steht senkrecht und trennt Wurzeln, dünne Stämme und verfilzte Grasnarbe. Der Kopf besteht aus geschmiedetem Stahl, die Schneiden sind gehärtet.
Der Stiel ist meist 90 bis 110 cm lang, aus Esche, Hickory oder Glasfaserverbund. Das Gesamtgewicht liegt je nach Größe bei etwa 2 bis 3 kg.
Wofür sie gebaut ist
- Wurzeln roden: Wurzeln freilegen und mit der Axtschneide durchtrennen, etwa beim Entfernen von Sträuchern und Hecken.
- Baumstümpfe freilegen: den Boden um den Stumpf lockern und die Seitenwurzeln kappen. Ausführlich beim Beitrag Baumwurzel und Baumstumpf entfernen.
- Beete anlegen: verdichteten, verwurzelten Boden oder alte Rasenflächen aufbrechen.
- Gräben ziehen: für Kabel, Rohre oder Beeteinfassungen.
- Steinigen Boden bearbeiten, in dem der Spaten nicht mehr eindringt.
Wiedehopfhacke, Kreuzhacke, Spitzhacke
| Werkzeug | Kopf | Stärke |
| Wiedehopfhacke | Hackblatt und Axtschneide | verwurzelter Boden, Rodung |
| Kreuzhacke | Hackblatt und Spitze | steiniger, harter Boden |
| Spitzhacke | zwei Spitzen oder Spitze und Meißel | Fels, Pflaster, Bauschutt |
| Breithacke | nur Hackblatt | lockerer bis mittlerer Boden |
Wo Wurzeln im Spiel sind, schlägt die Wiedehopfhacke alle anderen. Bei steinigem Boden ohne Wurzeln ist die Kreuzhacke mit ihrer Spitze im Vorteil.
Richtig arbeiten
- Standfest aufstellen. Füße schulterbreit, etwas seitlich zur Schlagrichtung, niemand im Schwungbereich.
- Nicht über den Kopf ausholen. Ein Schwung aus Schulterhöhe reicht, das Kopfgewicht erledigt den Rest.
- Das Blatt arbeiten lassen. Mit dem Hackblatt die Erde lösen und zu sich ziehen, dann die freigelegte Wurzel mit der Axtschneide durchschlagen.
- Wurzeln nicht auf Stein treffen. Liegt unter der Wurzel ein Stein, prallt die Schneide ab und wird schartig. Erst freilegen, dann schlagen.
- Pausen einplanen. Rodearbeit ist schwere körperliche Arbeit.
Für starke Wurzeln über etwa Armdicke ist eine Axt oder eine Säge oft schneller. Die Hacke eignet sich für das Netz aus dünnen und mittleren Wurzeln, das einen Spaten blockiert.
Sicherheit
Tragen Sie festes Schuhwerk, am besten Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe – eine abgelenkte Schneide trifft sonst den Fuß. Handschuhe mit griffiger Innenfläche verhindern, dass der Stiel rutscht. Eine Schutzbrille schützt vor Steinsplittern und Erdbrocken. Prüfen Sie vor dem Arbeiten, ob der Kopf fest sitzt: Ein lockerer Kopf kann abfliegen.
Vor dem Aufhacken im Garten gilt: Wissen Sie, wo Leitungen liegen? Strom-, Gas- und Wasserleitungen im Garten sind oft nicht so tief verlegt, wie man hofft.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Geschmiedeter Kopf statt gegossen; Guss kann bei Schlägen auf Stein brechen.
- Stielbefestigung: Fest verkeilt oder mit Sicherungsschraube. Bei Glasfaserstielen ist der Kopf oft fest verbunden.
- Stiellänge passend zur Körpergröße. Größere Menschen arbeiten mit 110 cm deutlich bequemer.
- Gewicht: Schwerer arbeitet sich leichter durch Boden, ermüdet aber schneller. Für die meisten Gärten passen 2 bis 2,5 kg.
- Schneiden geschliffen geliefert, nicht nur roh abgestumpft.
Nachschärfen und Pflege
Eine scharfe Axtschneide trennt Wurzeln mit einem Schlag, eine stumpfe quetscht sie. Schärfen Sie die Schneide mit einer Flachfeile oder einem Schleifstein im ursprünglichen Winkel; das Hackblatt braucht nur gelegentlich eine grobe Nachbearbeitung. Nach der Arbeit Erde abbürsten, den Kopf trocknen und dünn einölen. Holzstiele mögen gelegentlich Leinöl und sollten nicht im Regen liegen.
Den Stiel wechseln
Holzstiele brechen meist direkt unter dem Kopf, wenn man statt mit der Schneide mit dem Stiel auf eine Wurzel trifft. Ein Ersatzstiel kostet wenig, und der Tausch lohnt sich, denn der Kopf überdauert mehrere Stiele. Sägen Sie den alten Stiel dicht unter dem Kopf ab und treiben Sie den Rest mit einem Dorn heraus. Den neuen Stiel passen Sie mit Raspel oder Messer ein, bis er stramm im Auge sitzt, und verkeilen ihn mit einem Holz- oder Metallkeil. Ein Stiel, der nach wenigen Tagen wackelt, war zu feucht – dann nachkeilen oder trocken lagern und neu einpassen.
Was sie kostet
Einfache Wiedehopfhacken mit Holzstiel beginnen bei etwa 25 Euro. Markengeräte mit geschmiedetem Kopf und Glasfaserstiel kosten 40 bis 80 Euro. Sie halten bei guter Pflege Jahrzehnte.
Häufige Fragen
Wiedehopfhacke oder Wiedehopfhaue?
Beides meint dasselbe Werkzeug. Regional heißt sie auch Rodehacke oder Rodehaue.
Kann ich damit kleine Bäume fällen?
Dünne Stämmchen und Schösslinge ja, mit der Axtschneide direkt über dem Boden. Für richtige Bäume nehmen Sie Säge oder Axt.
Geht sie auch für die Beetpflege?
Für das Anlegen neuer Beete ja, für das Hacken zwischen Pflanzen ist sie zu schwer und grob. Dafür eignen sich leichte Handhacken.
