Metallbandsägeblatt

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Das Sägeband entscheidet bei der Metallbandsäge mehr über Schnittzeit und Schnittqualität als die Maschine selbst. Ein falsch gewähltes Band ist nach wenigen Schnitten stumpf, reißt oder läuft schief. Wer drei Dinge richtig wählt – Maß, Werkstoff und Zahnteilung –, verlängert die Standzeit um ein Vielfaches.
Das Maß muss exakt passen
Ein Sägeband wird mit drei Maßen angegeben: Länge × Breite × Dicke, etwa 1440 × 13 × 0,65 mm. Alle drei müssen zur Maschine passen; die Werte stehen in der Bedienungsanleitung oder auf dem Typenschild. Schon wenige Millimeter Längenunterschied lassen sich mit der Spannvorrichtung nicht mehr ausgleichen.
Häufige Längen sind 1140 mm für tragbare Handbandsägen sowie 1335, 1440, 1638, 1712, 2360 und 2750 mm für Werkstattmaschinen. Die Breite liegt bei kleinen Maschinen meist bei 13 mm, bei größeren bei 20 bis 27 mm. Breitere Bänder laufen gerader, schmale erlauben engere Kurven auf vertikalen Sägen.
Werkstoffe des Bandes
| Kohlenstoffstahl | Günstig, für Holz, Kunststoff und weiche Nichteisenmetalle. Für Stahl nur bedingt geeignet. |
| Bimetall M42 | Standard für Metall: flexibler Trägerstahl mit angeschweißten Zahnspitzen aus Schnellarbeitsstahl mit Kobalt. Für Baustahl, Edelstahl, Aluminium. |
| Bimetall M51 | Härtere Zahnspitzen für schwer zerspanbare Stähle und hohe Stückzahlen. |
| Hartmetallbestückt | Für sehr harte Werkstoffe und Industrieeinsatz, teuer, braucht stabile Maschinen. |
Für die Hobby- und Handwerkerwerkstatt ist Bimetall M42 fast immer die richtige Wahl.
Die Zahnteilung
Die Zahnteilung wird in Zähnen pro Zoll angegeben, kurz ZpZ oder TPI. Die Grundregel: Mindestens drei Zähne sollen gleichzeitig im Material sein, aber nicht zu viele. Zu wenige Zähne haken an dünnen Wänden ein und brechen aus. Zu viele Zähne verstopfen bei dickem Material mit Spänen, weil die Zahnlücke die Späne nicht mehr fasst.
| Material | Zahnteilung |
| Dünnwandige Rohre und Profile bis 3 mm | 14 oder 10/14 ZpZ |
| Rohre und Profile 3–6 mm, gemischte Arbeit | 8/12 oder 6/10 ZpZ |
| Vollmaterial 30–80 mm | 5/8 oder 4/6 ZpZ |
| Vollmaterial über 80 mm | 3/4 oder gröber |
Variable Zahnteilung
Angaben wie 10/14 bedeuten eine variable Teilung: Die Zahnabstände wechseln innerhalb einer Gruppe zwischen 10 und 14 ZpZ. Das dämpft Schwingungen, das Band läuft ruhiger und leiser, und ein Band deckt einen breiteren Materialbereich ab. Für wechselnde Arbeiten in der Werkstatt ist ein Band mit variabler Teilung wie 8/12 oder 6/10 die beste Allroundlösung.
Zahnform und Schränkung
Neben der Teilung gibt es unterschiedliche Zahnformen. Standardzähne mit 0° Spanwinkel eignen sich für dünnwandiges Material und kurze Späne. Zähne mit positivem Spanwinkel, oft als Hakenzahn bezeichnet, schneiden aggressiver und sind für dickes Vollmaterial und zähe Stähle besser.
Die Schränkung – das wechselseitige Ausbiegen der Zähne – sorgt dafür, dass die Fuge breiter ist als das Band. So klemmt es nicht. Für Profile und Rohre nimmt man meist eine Gruppenschränkung, für Vollmaterial eine Wellen- oder Wechselschränkung nach Herstellerempfehlung.
Ein neues Band einlaufen
Ein neues Band hat extrem scharfe Zahnspitzen. Belastet man es sofort voll, brechen die Spitzen mikroskopisch aus, und das Band wird früh stumpf. Hersteller empfehlen deshalb ein Einlaufen: Die ersten Schnitte mit etwa halbem Vorschub fahren, dann schrittweise auf den normalen Wert steigern. Das kostet ein paar Minuten und verlängert die Standzeit erheblich.
Band wechseln
- Maschine ausschalten, Netzstecker ziehen.
- Handschuhe anziehen. Das Band ist scharf und springt beim Entspannen.
- Schutzabdeckungen öffnen, Spannung lösen, altes Band abnehmen.
- Neues Band auflegen. Laufrichtung beachten: Die Zähne zeigen im Schnittbereich in Richtung Werkstück. Ein Pfeil auf dem Band zeigt die Laufrichtung.
- Band in die Führungen einlegen und auf die Rollen legen.
- Spannen, bis der vom Hersteller vorgegebene Wert erreicht ist. Viele Maschinen haben dafür eine Anzeige.
- Probelauf ohne Werkstück. Das Band muss mittig auf den Rollen laufen.
Warum Bänder reißen
- Zu hohe Bandspannung oder Spannung, die nach Arbeitsende nicht gelöst wird. Wer die Maschine länger nicht nutzt, entspannt das Band.
- Verschlissene Führungen, die das Band nicht mehr gerade halten.
- Zu grobe Zahnung an dünnwandigem Material, die Zähne haken ein.
- Zu kleine Rollen für ein zu dickes Band – das Material ermüdet beim ständigen Biegen.
Ein Riss an der Schweißnaht deutet eher auf einen Fertigungsfehler hin, ein Riss mitten im Band auf Überlastung oder Ermüdung.
Lebensdauer verlängern
Nutzen Sie Kühlschmierung, wo die Maschine sie bietet, und passen Sie die Bandgeschwindigkeit dem Werkstoff an. Die richtige Wahl der Geschwindigkeit steht im Beitrag Metallbandsäge. Reinigen Sie die Führungen und die Bürste, die Späne vom Band streift, regelmäßig. Ein stumpfes Band erkennen Sie an langsam werdendem Schnitt, blauen Spänen und schief laufender Fuge.
Häufige Fragen
Kann man ein Sägeband selbst schweißen?
Mit einem Bandschweißgerät ja; es wird in Betrieben mit Meterware genutzt. Für den Heimwerker sind fertig geschweißte Bänder günstiger und sicherer.
Was kostet ein Band?
Für kleine Werkstattmaschinen 20 bis 50 Euro je Bimetallband, für große Maschinen entsprechend mehr.
Kann ich ein Holzband für Metall verwenden?
Nein. Es wird in Stahl sofort stumpf. Umgekehrt schneidet ein Metallband Holz nur langsam.



