Dekupiersäge
Inhalt10 Abschnitte
Eine Dekupiersäge ist eine motorisierte Laubsäge auf einem Tisch. Ein dünnes Sägeblatt fährt senkrecht auf und ab, während Sie das Werkstück mit beiden Händen darum herum führen. Damit gelingen Kurven, Spitzen und Innenausschnitte, an denen jede Stichsäge scheitert, von Holzfiguren über Intarsien bis zu Puzzles.
Aufbau und Funktion
Das Sägeblatt ist oben und unten in einen Arm eingespannt. Beide Arme bewegen sich gemeinsam, sodass das Blatt ständig unter Spannung steht und nicht ausweicht. Die Hubbewegung ist kurz, meist etwa 15 bis 20 mm. Der Arbeitstisch lässt sich bei den meisten Geräten bis 45 Grad neigen, für schräge Schnittkanten.
Das Werkstück liegt flach auf dem Tisch. Ein Niederhalter verhindert, dass das Blatt es beim Aufwärtshub anhebt. Ein Gebläse pustet die Späne von der Schnittlinie.

Dekupiersäge, Laubsäge, Stichsäge
Gegenüber der Handlaubsäge hat die Dekupiersäge zwei Hände frei für das Werkstück und sägt deutlich schneller und senkrechter. Gegenüber der Stichsäge sind die Blätter viel dünner, die Kurven entsprechend enger. Eine Stichsäge schafft Radien von einigen Zentimetern, eine Dekupiersäge wendet fast auf der Stelle.
Die elektrische Handlaubsäge ist ein Zwischending: tragbar, aber mit weniger Präzision. Mehr dazu unter elektrische Laubsäge.
Die wichtigen Kennwerte
| Ausladung | Abstand vom Blatt zum hinteren Bügel. Sie begrenzt die Werkstückgröße. Üblich sind etwa 300 bis 500 mm. |
| Schnitthöhe | Wie dick das Material sein darf. Meist etwa 40 bis 60 mm in Weichholz, in Hartholz sinnvoll deutlich weniger. |
| Hubzahl | Stufenlos regelbar ist Pflicht. Niedrig für Metall und Kunststoff, hoch für Holz. |
| Blattaufnahme | Für Blätter mit Stift, ohne Stift oder beides. Werkzeuglos spannbar spart Zeit. |
| Gewicht | Schwere Maschinen vibrieren weniger. Leichte Geräte gehören auf die Werkbank geschraubt. |
Blätter mit und ohne Stift
Die Standardlänge der Blätter beträgt 127 mm. Es gibt zwei Befestigungsarten, und sie entscheiden über die Arbeitsweise.
Blätter mit Stift haben an beiden Enden einen Querstift, der in eine Kerbe eingehängt wird. Sie sind schnell gewechselt, aber das Blatt ist dicker und braucht ein größeres Startloch für Innenausschnitte.
Blätter ohne Stift werden zwischen Klemmbacken gespannt. Es gibt sie in sehr feinen Ausführungen, und sie passen durch Startlöcher von 1 mm. Für filigrane Arbeiten sind sie die richtige Wahl.
Dazu kommen verschiedene Zahnformen: Laubsägeblätter für Holz, Blätter mit umgekehrten Zähnen am unteren Ende für saubere Unterseiten, Spiralblätter, die in alle Richtungen schneiden, und feine Metallsägeblätter für Messing, Kupfer und Aluminiumblech.
Innenausschnitte sägen
- Startloch bohren. Im Abfallbereich, möglichst nah an der Linie, so klein wie das Blatt es erlaubt.
- Blatt oben lösen. Den oberen Arm entriegeln, das Blatt durch das Startloch fädeln.
- Blatt wieder spannen. Die Spannung muss stimmen. Ein zu lockeres Blatt läuft aus der Linie, ein zu stramm gespanntes reißt.
- Sägen. Das Werkstück langsam gegen das Blatt führen, nicht drücken.
- Blatt lösen und herausnehmen, bevor Sie das Werkstück bewegen.

Welche Materialien gehen
Sperrholz, Massivholz, MDF und Acrylglas sind die Klassiker. Messing, Kupfer und Aluminium gehen in dünnen Stärken mit feinen Metallblättern und niedriger Hubzahl. Acrylglas verlangt ebenfalls eine niedrige Hubzahl, sonst schmilzt die Schnittfuge hinter dem Blatt wieder zu. Dickes Hartholz wie Eiche geht, braucht aber Geduld und ein kräftiges Blatt.
Wichtige Hinweise für die Arbeit
- Keine Handschuhe. Sie können vom Blatt erfasst werden. Das Blatt ist zwar dünn, aber die Finger sollten trotzdem nie in die Schnittlinie geführt werden.
- Niederhalter korrekt einstellen. Er soll leicht auf dem Werkstück aufliegen, nicht drücken.
- Werkstück nicht ziehen. Die Säge bestimmt das Tempo. Wer schiebt, bricht Blätter und verliert die Linie.
- Maschine befestigen. Leichte Dekupiersägen wandern sonst über die Werkbank.
- Staub absaugen. Bei MDF entsteht feiner Staub, ein Sauger am Absauganschluss und eine Maske gehören dazu.
Was eine Dekupiersäge kostet
Einsteigergeräte gibt es ab etwa 100 bis 150 Euro. Präzise Tischgeräte mit werkzeugloser Blattspannung, etwa von Proxxon, liegen bei 150 bis 400 Euro. Profimaschinen wie die Hegner Multicut kosten deutlich mehr, laufen dafür vibrationsarm und sehr präzise. Für gelegentliche Bastelarbeiten reicht ein einfaches Gerät, wer regelmäßig filigran sägt, merkt den Unterschied bei Laufruhe und Blattspannung schnell.
Typische Fehler
- Zu grobes Blatt für feine Kurven. Es verkantet und bricht.
- Hubzahl zu hoch bei Kunststoff. Die Schnittfuge schmilzt zu.
- Blatt falsch herum eingespannt. Die Zähne müssen nach unten zeigen, sonst hebt die Säge das Werkstück an.
- Stumpfe Blätter weiterverwendet. Blätter sind Verbrauchsmaterial und kosten nur Cent.
Häufige Fragen
Kann ich mit der Dekupiersäge gerade Schnitte machen?
Ja, mit ruhiger Hand und einer Linie. Für lange gerade Schnitte ist eine Kreissäge aber schneller und genauer.
Welche Hubzahl für welches Material?
Holz mit hoher Hubzahl, Kunststoff und Metall mit niedriger. Am besten an einem Reststück ausprobieren.
Wie verziere ich die gesägten Teile?
Holzfiguren lassen sich mit einem Brandmalkolben verzieren oder mit Öl und Farbe gestalten.

