Plasmaschneider
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Ein Plasmaschneider trennt Metall mit einem Lichtbogen, der durch einen scharf gebündelten Gasstrahl brennt. Das Gas wird dabei so heiß, dass es zu Plasma wird, und schmilzt das Metall entlang der Schnittlinie; der Gasstrom bläst die Schmelze aus der Fuge. Er schneidet alles, was Strom leitet – Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Messing – und das deutlich schneller und sauberer als ein Winkelschleifer. Holz, Kunststoff und Stein bleiben außen vor.
Wie aus Luft Plasma wird
Im Brenner sitzen eine Elektrode und eine Düse mit kleiner Bohrung. Zwischen Elektrode und Werkstück zündet ein Lichtbogen, gleichzeitig strömt Druckluft durch die Düse. Die Düse schnürt Lichtbogen und Gas eng zusammen, dadurch steigt die Temperatur im Kern auf weit über 20.000 Grad Celsius. Das Gas wird ionisiert und leitfähig – das ist Plasma. Für das Schmelzen sorgt die Energie des Lichtbogens, für den sauberen Schnitt die Geschwindigkeit, mit der das Gas das flüssige Metall herausbläst.
Das Werkstück muss dafür Teil des Stromkreises sein. Deshalb wird wie beim Schweißen eine Masseklemme angeschlossen – und deshalb geht es nur mit leitfähigem Material.
Welche Stromstärke für welche Dicke
Die wichtigste Kennzahl ist der Schneidstrom in Ampere. Die Hersteller geben meist zwei Werte an: die Dicke für einen sauberen Qualitätsschnitt und die größere Dicke, die sich gerade noch trennen lässt. Rechnen Sie immer mit dem kleineren Wert.
| Schneidstrom | Sauberer Schnitt in Baustahl (Richtwert) | Typisch für |
| 20–25 A | bis etwa 4–6 mm | Karosserieblech, Bastelarbeiten |
| 30–40 A | bis etwa 8–12 mm | Hobbywerkstatt, Metallbau im Kleinen |
| 50–60 A | bis etwa 15–20 mm | Schlosserei, Landwirtschaft |
| ab 80 A | über 20 mm | Industrie, Stahlbau |
Aluminium und Edelstahl lassen sich meist etwas weniger dick schneiden als Baustahl. Maßgeblich sind die Angaben des jeweiligen Geräts.
Druckluft: intern oder extern
Die meisten Geräte brauchen einen externen Kompressor. Er muss genug Luft liefern – je nach Gerät etwa 100 bis 200 Liter pro Minute bei rund 4 bis 6 bar – und die Luft muss trocken und ölfrei sein. Feuchtigkeit und Öl verkürzen die Lebensdauer von Elektrode und Düse drastisch und verschlechtern den Schnitt. Ein Wasserabscheider mit Filter direkt vor dem Gerät ist deshalb Pflicht.
Einige kleine Geräte haben einen Kompressor eingebaut. Das ist praktisch für den mobilen Einsatz, die Schneidleistung ist aber begrenzt.
Zündung: Kontakt oder Hochfrequenz
- Kontaktzündung: Die Düse wird kurz aufs Blech gesetzt, der Lichtbogen zündet beim Abheben. Einfach und störungsarm, die Düse verschleißt aber schneller.
- Hochfrequenzzündung (HF): Der Lichtbogen zündet berührungslos. Komfortabler, aber die HF-Impulse können empfindliche Elektronik in der Nähe stören – Computer, Steuerungen, auch Herzschrittmacher.
- Pilotlichtbogen: Ein kleiner Hilfslichtbogen brennt dauerhaft in der Düse. Damit lassen sich auch Gitter, Streckmetall und lackierte oder rostige Bleche schneiden, bei denen der Kontakt immer wieder abreißt.
Die Schnittqualität
Ein Plasmaschnitt ist nicht so fein wie ein Laserschnitt, aber für die meisten Werkstattarbeiten sauber genug. Typisch sind eine Schnittfuge von 1 bis 2 mm, leicht schräge Schnittkanten und etwas Schlacke an der Unterseite, der sogenannte Bart. Zu viel Bart deutet auf zu langsames Schneiden hin, ein Schnitt, der unten nicht durchkommt, auf zu schnelles.
Mit einer Führung wird der Schnitt deutlich besser. Ein Abstandshalter an der Düse, ein Führungslineal oder ein Kreisschneidezirkel machen aus einer zittrigen Linie eine gerade Kante.
Arbeiten Schritt für Schritt
- Arbeitsplatz vorbereiten. Brennbares aus dem Umkreis entfernen, Werkstück so lagern, dass die Unterseite frei ist – die Funken fliegen nach unten.
- Masseklemme auf blankes Metall setzen, nahe an der Schnittstelle.
- Druck und Strom einstellen nach Materialdicke und Herstellertabelle.
- Brenner senkrecht ansetzen, am besten an der Kante beginnen. Mitten in der Platte einstechen belastet die Düse stark; dann den Brenner schräg ansetzen und langsam aufrichten.
- Gleichmäßig ziehen. Die Funken sollen gerade durch das Blech nach unten austreten. Schlagen sie nach oben zurück, sind Sie zu schnell.
- Kanten nacharbeiten mit Feile oder Fächerscheibe, bevor geschweißt wird.
Sicherheit
Der Lichtbogen strahlt intensives UV- und Infrarotlicht ab. Ohne Augenschutz drohen Verblitzungen der Augen, auf ungeschützter Haut ein Sonnenbrand. Tragen Sie einen Schweißhelm oder eine Schutzbrille mit der vom Hersteller empfohlenen Schutzstufe, dazu Lederhandschuhe und schwer entflammbare Kleidung. Die Schneiddämpfe sind gesundheitsschädlich, besonders bei verzinkten, lackierten und Edelstahlblechen – arbeiten Sie im Freien oder mit Absaugung. Und niemals Behälter schneiden, in denen Kraftstoff, Öl oder Gas gewesen ist, auch wenn sie leer scheinen.
Verschleißteile im Blick behalten
Elektrode und Düse sind Verbrauchsmaterial. Eine ausgebrannte Elektrode erkennen Sie an einem Krater in der Mitte, eine verschlissene Düse an einer ovalen, ausgefransten Bohrung. Beides verschlechtert den Schnitt, bevor es ganz ausfällt. Tauschen Sie immer beide zusammen und achten Sie darauf, dass die Ersatzteile zum Brenner passen – Nachbauteile sind billig, aber nicht immer maßhaltig.
Plasma, Flex oder Schweißbrenner?
Für ein paar gerade Schnitte in dünnem Stahl genügt der Winkelschleifer. Wer regelmäßig Konturen, Ausschnitte oder Edelstahl und Aluminium trennt, ist mit dem Plasmaschneider schneller und hat weniger Nacharbeit. Autogenes Brennschneiden funktioniert dagegen nur bei Baustahl, nicht bei Edelstahl und Aluminium. Weitere Wege, Blech zu trennen, stehen im Beitrag Bleche zuschneiden.
Häufige Fragen
Was kostet ein Plasmaschneider?
Einfache Hobbygeräte beginnen bei etwa 150 bis 300 Euro. Werkstattgeräte mit 40 bis 60 A und Pilotlichtbogen kosten 500 bis 1500 Euro, den Kompressor noch nicht eingerechnet.
Reicht eine normale Steckdose?
Kleine Geräte bis etwa 40 A laufen an 230 V, brauchen aber oft eine 16-A-Absicherung. Größere Geräte benötigen Drehstrom mit 400 V.
Kann man mit einem Plasmaschneider auch schweißen?
Nein. Es gibt Kombigeräte, die schneiden und schweißen können, das eigentliche Plasmaschneiden ist aber ein reines Trennverfahren. Zum Fügen braucht es ein Schutzgasschweißgerät oder ein WIG-Gerät.



