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Heimwerker-Berater

Kegelspalter

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Kegelspalter
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Funktionsweise
  2. Antriebsarten
  3. Die Bohrmaschinenaufsätze
  4. Warum Kegelspalter so gefährlich sind
  5. Sicher arbeiten
  6. Holz richtig vorbereiten
  7. Stehend, liegend, angebaut
  8. Vor- und Nachteile
  9. Die Alternative: Hydraulikspalter
  10. Häufige Fragen

Ein Kegelspalter spaltet Holz nicht mit einem Keil, sondern mit einem rotierenden, kegelförmigen Gewinde, das sich wie eine riesige Schraube in das Holzstück dreht und es auseinandersprengt. Das funktioniert schnell und kraftvoll – und es ist der Grund, warum Kegelspalter zu den unfallträchtigsten Maschinen der Brennholzarbeit gehören: Der Kegel zieht alles in sich hinein, was er zu fassen bekommt. Wer ihn einsetzt, muss das wissen.

Die Funktionsweise

Der Spaltkegel ist ein Stahlkegel mit grobem Gewinde, der von einem Motor angetrieben wird. Setzt man ein Holzstück an die Spitze, greift das Gewinde, zieht den Kegel ins Holz und treibt es von innen auseinander. Das Holz reißt entlang der Fasern auf, oft in mehreren Richtungen gleichzeitig. Anders als beim Hydraulikspalter gibt es keinen Hub und keine begrenzte Spaltkraft: Der Kegel dreht, solange der Motor läuft.

Antriebsarten

AntriebEinsatzHinweis
Elektromotor 230 V oder 400 Vstationär am HolzplatzNot-Aus in Reichweite nötig
TraktorzapfwelleLand- und Forstwirtschafthohe Kraft, besonders gefährlich
Benzinmotorohne StromanschlussLärm, Abgase
BohrmaschinenaufsatzKleinmengen im HobbybereichRückschlag auf das Handgelenk

Die Bohrmaschinenaufsätze

Im Handel werden kleine Spaltkegel mit etwa 32 bis 42 mm Durchmesser angeboten, die in eine Bohrmaschine gespannt werden. Sie sehen harmlos aus und sind es nicht. Verklemmt der Kegel im Holz, schlägt die Bohrmaschine mit ihrem vollen Drehmoment herum, und die Hand, die sie hält, wird mitgedreht. Ohne Rutschkupplung sind schwere Handgelenksverletzungen die Folge. Wer solche Aufsätze nutzt, braucht eine Maschine mit Sicherheitskupplung und einen Zusatzgriff und sollte nur kleine, trockene Stücke spalten. Für gelegentliches Anmachholz sind Axt und Spaltkeil sicherer.

Warum Kegelspalter so gefährlich sind

Die Gefahr liegt im Einzug. Handschuhe, Ärmel, Jackenzipfel, Schnürsenkel oder eine Hand, die das Holz führt, werden vom Gewinde erfasst und in die Drehung gezogen. Einen Stopp gibt es erst, wenn jemand den Motor abschaltet. Dazu kommt das Holz selbst: Bei unregelmäßig gewachsenen Stücken dreht es sich mit dem Kegel und schlägt herum.

Bei manuell beschickten Kegelspaltern, bei denen der Bediener das Holz mit der Hand an den Kegel führt, ist das Risiko am größten. In gewerblich und landwirtschaftlich genutzten Betrieben sind solche Geräte nach den Unfallverhütungsvorschriften vielfach nicht mehr zulässig – wer einen Kegelspalter im Betrieb einsetzen möchte, fragt vorher bei der zuständigen Berufsgenossenschaft nach. Moderne Bauformen mit Zuführung, Schutzeinrichtungen und Zweihandbedienung verringern das Risiko, beseitigen es aber nicht.

Sicher arbeiten

  1. Eng anliegende Kleidung, keine Schals, keine offenen Jacken, lange Haare zusammengebunden.
  2. Keine weiten Handschuhe in Kegelnähe. Sicherheitsschuhe und Schutzbrille sind Pflicht.
  3. Not-Aus in Reichweite und ein zweiter Mensch in Rufweite, der die Maschine abschalten kann.
  4. Holz nie mit der Hand am Kegel führen, sondern auf dem Tisch ansetzen und loslassen.
  5. Nur gerade, kurze Stücke. Astreiche, krumme oder sehr lange Stücke drehen sich unkontrolliert.
  6. Kinder und Zuschauer fernhalten, auch Tiere.

Holz richtig vorbereiten

Ein Kegelspalter arbeitet am sichersten mit Holz, das gerade gewachsen und sauber abgelängt ist. Die Stücke sollten zwei ebene, möglichst parallele Schnittflächen haben, damit sie stabil auf dem Tisch stehen und nicht kippen, wenn der Kegel greift. Übliche Scheitlängen sind 25, 33 oder 50 cm, je nach Ofen. Längere Stücke drehen sich leichter mit und sind kaum zu halten. Große Stammscheiben werden nicht in der Mitte, sondern am Rand angesetzt, sodass der Kegel erst kleine Stücke abspaltet. Ein Stück, in dem ein Nagel, Draht oder Stein steckt, gehört aussortiert – Metall im Holz beschädigt den Kegel und kann zu einem plötzlichen Ruck führen. Wie gespaltenes Holz danach zum Trocknen gestapelt wird, steht unter Brennholz lagern.

Stehend, liegend, angebaut

Kegelspalter gibt es als stehende Geräte mit eigenem Rahmen und Tisch, als Anbaugeräte für die Dreipunkthydraulik des Traktors und als Kegel, der auf eine Welle oder Riemenscheibe gesetzt wird. Stehende Geräte mit eigenem Elektromotor sind im privaten Bereich am häufigsten. Wichtig sind ein stabiler Stand, eine Abdeckung des Antriebs und ein Schalter, der ohne Umgreifen erreichbar ist. Selbstbauten aus einem Motor und einem gekauften Kegel sind verbreitet, haben aber meist keinerlei Schutzeinrichtung.

Vor- und Nachteile

Dafür
  • schnell, kein Rückhub
  • spaltet auch knorriges Holz
  • einfache Mechanik
  • günstiger Antrieb über Traktor möglich
Dagegen
  • hohe Unfallgefahr durch Einzug
  • Holz kann mitdrehen
  • unsaubere, oft zersplitterte Scheite
  • im Betrieb oft nicht zulässig

Die Alternative: Hydraulikspalter

Hydraulische Holzspalter drücken einen Keil mit einer festgelegten Kraft in das Holz. Für den Hausgebrauch sind Geräte mit 4 bis 8 Tonnen Spaltkraft üblich, Profigeräte schaffen deutlich mehr. Sie arbeiten langsamer, haben aber eine Zweihandbedienung, die beide Hände während des Spaltens vom Keil fernhält. Für private Brennholzmengen ist ein Hydraulikspalter die sicherere Wahl. Wer von Hand spaltet, nimmt eine Spaltaxt oder einen Spalthammer; die Grundlagen stehen unter Holz spalten.

Häufige Fragen

Was kostet ein Kegelspalter?

Bohrmaschinenaufsätze gibt es ab etwa 15 Euro. Kegelspalter mit eigenem Motor oder als Traktoranbau kosten je nach Größe mehrere hundert bis mehrere tausend Euro.

Welches Holz lässt sich spalten?

Grundsätzlich alle Holzarten. Frisches Holz spaltet leichter als trockenes, astfreies leichter als knorriges. Bei sehr zähen Hölzern wie Ulme oder Platane zerreißt der Kegel das Holz eher, als dass er es sauber spaltet.

Darf ich einen Kegelspalter privat benutzen?

Privat gibt es in der Regel kein Verbot. Die Gefahr bleibt trotzdem dieselbe; wer ihn nutzt, sollte die Sicherheitsregeln ohne Ausnahme einhalten.

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Ein Leserkommentar

  1. horst vorreiter

    youtube zeigt zwei kegelspalter an einem benzinmotor für handbetrieb ähnlich einem erdbohrer aus dem osten. der wird hier nicht erwähnt obwohl recht perfekt. ist wohl nicht im interesse der deutschen lobby---- oder? das gerät würde ich sofort kaufen.

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