Fassadenfräse
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Eine Fassadenfräse trägt alte Farbschichten, Putz, Kunstharzbeschichtungen und Dispersionsanstriche von Außenwänden ab. Sie arbeitet mit einem rotierenden Fräskopf und einer Haube mit Absaugung. Das Gerät spart Tage gegenüber Hammer und Spachtel – vorausgesetzt, die Fassade verträgt die Behandlung und der Staub wird abgesaugt.
Wofür man sie einsetzt
- Alte Anstriche entfernen, die abblättern oder sich nicht mehr überstreichen lassen
- Kunstharzputze und dicke Beschichtungen abtragen
- Putz abnehmen, etwa vor einer Sanierung oder einem Wärmedämmverbundsystem
- Unebenheiten glätten, Grate und Wülste an Ausbesserungen entfernen
- Beschichtungen auf Beton abschleifen, zum Beispiel an Sockeln und Balkonbrüstungen
Die Grundlagen zum Abnehmen von Putz stehen im Beitrag Putz entfernen.
Die Bauformen
Fräse in Winkelschleiferform. Der Motor sitzt quer zum Fräskopf, wie bei einem Winkelschleifer. Sie ist handlich und kommt gut an Kanten und Laibungen. Für Flächen an der Fassade ist sie der Standard. Ein Beispiel für diese Klasse ist die Rotfuchs XM150.
Fräse in Turmform. Motor und Fräskopf liegen in einer Achse, die Maschine wird mit zwei Griffen wie ein großer Topf geführt. Das Gewicht drückt den Fräskopf gleichmäßig an, was auf großen, ebenen Flächen angenehmer ist.
Bodenfräse. Fahrbare Geräte für Böden, meist mit breiterer Arbeitsfläche. An der Fassade spielen sie keine Rolle.
Fräskopf oder Schleiftopf
| Werkzeug | Arbeitsweise | Passend für |
| Lamellen- oder Sternfräser | schlägt Schichten ab | Farbe, Kunstharzputz, Kleber |
| Hartmetall-Frästrommel | fräst schichtweise | dicke Beschichtungen, weicher Putz |
| Diamant-Schleiftopf | schleift | Beton, harter Mineralputz, Glätten |
Für elastische Beschichtungen ist der Fräser die bessere Wahl, weil sich ein Schleiftopf in weichem Material sofort zusetzt. Für mineralische, harte Oberflächen gilt das Gegenteil.
Absaugung ist Pflicht
Beim Fräsen von Putz und Farbe entstehen große Mengen Staub, bei mineralischem Putz auch Quarzstaub. Die Haube muss dicht an der Wand anliegen, und daran gehört ein Baustaubsauger mindestens der Klasse M. Ohne Absaugung legt sich der Staub auf Fenster, Nachbargrundstücke und parkende Autos – und der Ärger ist programmiert. Dazu eine FFP2- oder FFP3-Maske, Schutzbrille und Gehörschutz.
Vorher prüfen: Schadstoffe
Alte Fassadenanstriche und Putze können Schadstoffe enthalten. Dazu gehören Asbest in Spachtelmassen, Putzen und Fliesenklebern, die bis Anfang der 1990er-Jahre verarbeitet wurden, sowie Blei in sehr alten Anstrichen. Solche Schichten dürfen nicht abgefräst werden. Eine Materialprobe vor Beginn kostet wenig und kann viel ersparen. Hinweise dazu gibt der Beitrag Schadstoffe im Haus messen.
Gerüst und Arbeitssicherheit
Eine Fassadenfräse wiegt je nach Bauform 4 bis 8 kg, dazu kommen Schlauch und Kabel. Von der Leiter aus lässt sich damit nicht sicher arbeiten. Für jede Fläche über Kopfhöhe braucht es ein standsicheres Gerüst mit Seitenschutz. Ein Rückschlag der Fräse oder ein Stolpern auf der Leiter endet schnell mit einem Sturz. Fahrbare Gerüste gibt es im Mietpark, für ganze Fassaden lohnt das Gerüst vom Fachbetrieb.
Richtig fräsen
- Fläche prüfen. Wie fest sitzt der alte Belag, wie dick ist er, was liegt darunter?
- Frästiefe einstellen, sodass nur die obere Schicht abgenommen wird.
- Maschine anlaufen lassen, dann flach an die Wand setzen.
- In Bahnen von oben nach unten arbeiten, damit Staub und Reste nicht auf bereits gereinigte Flächen fallen.
- Mit gleichmäßigem Tempo führen, nicht auf einer Stelle verharren.
- Zwischendurch den Sauger leeren und den Filter reinigen. Eine schwache Absaugung zeigt sich sofort an der Wand.
Rücksicht auf Nachbarn und Umgebung
Eine Fassadenfräse ist laut, oft über 95 dB(A), und sie läuft stundenlang. Informieren Sie die Nachbarn vorher, halten Sie Ruhezeiten ein, die in vielen Gemeinden mittags und ab dem Abend gelten, und arbeiten Sie nicht am Sonntag. Decken Sie Fenster, Türen, Pflanzen und Wege mit Folie ab. Abgefräste Farb- und Putzreste gehören nicht in den Hausmüll, sondern je nach Material als Bauschutt oder gemischter Bauabfall zum Wertstoffhof; schadstoffhaltige Reste als Sondermüll.
Kaufen oder mieten
Gute Sanierungsfräsen kosten 400 bis 1500 Euro, dazu kommt ein leistungsfähiger Baustaubsauger. Für eine einzelne Fassade ist das Mieten fast immer günstiger. Im Mietpark kosten Fräse und Sauger zusammen etwa 60 bis 120 Euro am Tag. Einzelheiten zu Mietangeboten stehen im Beitrag Putzfräse mieten, mehr zur Geräteklasse bei der Sanierungsfräse.
Häufige Fragen
Kann ich damit auch Innenwände bearbeiten?
Ja, das gleiche Gerät eignet sich für Innenputz und alte Tapetenkleber. Im Innenraum ist die Staubfrage aber noch drängender.
Wie viel Fläche schafft man am Tag?
Das hängt stark vom Belag ab. Dünne Farbschichten gehen schnell, dicke Kunstharzputze langsam. Planen Sie großzügig und lieber einen Miettag mehr.
Muss ich danach neu verputzen?
Wenn der alte Putz entfernt wurde, ja. Wenn nur Farbe abgenommen wurde, reicht meist eine Grundierung und ein neuer Anstrich. Hinweise zum Verputzen gibt der Beitrag Eine Außenwand verputzen.


