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Heimwerker-Berater

Brandmalkolben

Werkzeugvon Christoph5 Min. · 10 Abschnitte
Brandmalkolben
Inhalt10 Abschnitte
  1. Kolben oder Station
  2. Die Temperatur macht das Bild
  3. Welche Spitze wofür
  4. Das richtige Holz
  5. Leder, Kork und Papier
  6. Schritt für Schritt zum ersten Motiv
  7. Die Spitze sauber halten
  8. Sicherheit am Arbeitsplatz
  9. Häufige Fragen
  10. Video zum Thema

Ein Brandmalkolben ist ein beheizter Stift, mit dem man Linien, Flächen und Muster in Holz, Leder oder Kork brennt. Die Technik heißt Pyrographie und ist erstaunlich einsteigerfreundlich. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Temperatur, eine saubere Spitze und ein Holz, das mitspielt.

Kolben oder Station

Es gibt zwei Bauarten, und sie arbeiten unterschiedlich.

Der einfache Brandmalkolben sieht aus wie ein Lötkolben. Ein Heizelement mit meist 20 bis 40 W erhitzt eine aufgeschraubte Messingspitze auf bis zu etwa 500 °C. Er ist günstig, oft schon ab 15 bis 25 Euro im Set, braucht aber einige Minuten zum Aufheizen und lässt sich bei einfachen Modellen nicht regeln.

Die Brandmalstation besteht aus einem Steuergerät mit Transformator und einem schlanken Stift, in dem eine Drahtschlinge glüht. Die Temperatur lässt sich stufenlos einstellen, die Spitze ist in Sekunden heiß und kühlt ebenso schnell ab. Stationen kosten meist 50 bis 150 Euro und sind die bessere Wahl für feine Linien und Schattierungen.

Brandmalkolben
  • günstig, oft mit vielen Spitzen
  • robust, verzeiht Druck
  • gut für Stempel und Schriftzüge
  • träge, meist ungeregelt
Brandmalstation
  • schnell heiß, schnell kalt
  • Temperatur feinfühlig regelbar
  • dünner Griff, präzise Linien
  • teurer, Drahtspitzen empfindlich

Die Temperatur macht das Bild

Die Farbe der Linie hängt nicht vom Druck ab, sondern von Hitze und Zeit. Bei niedriger Temperatur und langsamer Führung entsteht ein helles Braun, bei hoher Temperatur ein tiefes Schwarz. Zu heiß verkohlt die Oberfläche, die Linie franst aus und die Spitze setzt Ruß an.

Beginnen Sie deshalb auf einem Reststück desselben Holzes und tasten Sie sich von unten heran. Gleichmäßige Geschwindigkeit ist wichtiger als Kraft. Wer die Spitze anhält, bekommt am Linienende einen dunklen Punkt. Deshalb die Hand schon in Bewegung haben, bevor die Spitze das Holz berührt, und in der Bewegung abheben.

Welche Spitze wofür

  • Kegelspitze. Für Konturen, Schrift und feine Linien. Die Standardspitze für den Anfang.
  • Messer- oder Schneidespitze. Für scharfe, gerade Linien und Fell- oder Haarstrukturen.
  • Flach- oder Schattierspitze. Für Flächen und weiche Übergänge. Sie wird flach geführt und wirkt wie ein Pinsel.
  • Kugelspitze. Für Punkte und gleichmäßig breite Linien, gut für Kinderhände.
  • Brennstempel. Mit Motiven wie Sternen, Blättern oder Buchstaben. Sie werden kurz aufgedrückt und erzeugen immer dasselbe Muster.

Spitzen wechseln Sie nur im kalten Zustand. Messing dehnt sich beim Erhitzen aus, und eine heiß festgezogene Spitze sitzt später bombenfest.

Das richtige Holz

Gut geeignet sind helle, feinporige Hölzer ohne Harz: Linde, Pappel, Ahorn, Birke und Buche. Sie nehmen die Linie gleichmäßig an, und das Braun steht kontrastreich auf hellem Grund. Birkensperrholz ist eine günstige Übungsfläche.

Schwieriger sind Nadelhölzer wie Kiefer und Fichte. Die weichen hellen Jahresringe brennen schneller als die harten dunklen, die Linie springt. Harz verdampft zudem und riecht stark.

Tabu sind lackierte, lasierte oder imprägnierte Hölzer sowie MDF und Spanplatte. Beim Erhitzen setzen Lacke, Holzschutzmittel und Leime Dämpfe frei, die Sie nicht einatmen wollen.

Vorbereitung: Die Oberfläche mit Schleifpapier der Körnung 180 bis 240 glatt schleifen und entstauben. Auf rauem Holz holpert die Spitze.

Leder, Kork und Papier

Pflanzlich gegerbtes Leder lässt sich sehr gut brennen und wird oft für Gürtel, Etuis und Anhänger verwendet. Chromgegerbtes Leder ist dagegen ungeeignet, weil dabei gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen können. Kork und dicker Karton funktionieren mit niedriger Temperatur. Kunstleder und Kunststoffe gehören nicht unter die Spitze.

Schritt für Schritt zum ersten Motiv

  1. Motiv übertragen. Mit weichem Bleistift vorzeichnen oder per Kohlepapier übertragen. Harte Bleistifte drücken Rillen ins Holz.
  2. Konturen zuerst. Mit der Kegelspitze und mittlerer Temperatur die Umrisse ziehen.
  3. Flächen danach. Mit der Schattierspitze in kleinen, sich überlappenden Bewegungen dunkler werden. Mehrere helle Durchgänge sehen besser aus als einer dunkler.
  4. Pausen einlegen. Die Hand ermüdet, und müde Hände machen zittrige Linien.
  5. Nacharbeiten. Bleistiftreste mit einem weichen Radierer entfernen, dann das Werkstück mit Öl oder farblosem Lack schützen.

Die Spitze sauber halten

Beim Brennen setzt sich Kohlenstoff an der Spitze ab. Eine verrußte Spitze leitet die Wärme schlechter und hinterlässt schmierige Linien. Reinigen Sie sie regelmäßig: bei Kolbenspitzen im warmen Zustand vorsichtig mit Messingwolle, bei Drahtspitzen einer Station mit sehr feinem Schleifpapier oder einem Lederstreifen mit Polierpaste, jeweils nach Herstellerangabe. Stahlwolle und grobes Papier zerkratzen die Oberfläche.

Sicherheit am Arbeitsplatz

Der Kolben wird heißer als ein Bügeleisen. Er gehört beim Absetzen immer in den Ständer, nie auf den Tisch. Arbeiten Sie in einem gut gelüfteten Raum oder mit einer kleinen Absaugung, denn auch naturbelassenes Holz erzeugt Rauch. Kinder brennen nur unter Aufsicht und mit Geräten, die eine niedrige Stufe haben.

Einen Brandmalkolben nicht zum Löten verwenden und umgekehrt: Lötzinn auf der Spitze verdirbt das Brennbild, und bleihaltige Rückstände haben auf Holzspielzeug nichts verloren. Für Elektronik gibt es die Lötstation.

Häufige Fragen

Wie heiß wird ein Brandmalkolben?

Einfache Kolben erreichen bis zu etwa 500 °C, Brandmalstationen lassen sich stufenlos darunter einstellen. Für die meisten Hölzer genügt eine mittlere Stufe.

Kann ich einen Lötkolben zum Brennen nehmen?

Grundsätzlich funktioniert das, aber Lötspitzen sind nicht für Holz geformt und werden dabei schnell unbrauchbar. Ein eigenes Brandmalset ist kaum teurer.

Wie schütze ich das fertige Bild?

Mit farblosem Holzöl, Wachs oder Klarlack. Öl feuert die Maserung an und dunkelt das Holz leicht nach, Lack verändert den Farbton weniger. Für Holzarbeiten aus eigener Hand passt dazu auch der Beitrag Messergriff selber machen.

Womit sägt man die Holzrohlinge aus?

Für Schilder und Anhänger mit Rundungen eignet sich eine elektrische Laubsäge oder eine Dekupiersäge.

Video zum Thema

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