Abruchhammer Öl
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Ein Abbruchhammer schlägt Tausende Male pro Minute zu, und sein Schlagwerk lebt von der Schmierung. Viele Markengeräte arbeiten mit Fett, zahlreiche günstigere Hämmer aber mit einem Ölbad, dessen Stand man regelmäßig kontrollieren muss. Welches Öl hineingehört, steht in der Betriebsanleitung – nicht auf der Verpackung im Baumarkt. Wer das falsche nimmt oder den Ölstand ignoriert, ruiniert den Hammer schneller als jeder Beton.
Öl, Fett oder beides
Abbruchhämmer mit Elektromotor setzen die Drehung des Motors über eine Kurbel in eine Hin- und Herbewegung um. Dieses Getriebe und das Schlagwerk brauchen Schmierung. Die Hersteller lösen das auf zwei Arten:
- Fettschmierung: Das Schlagwerk ist mit einem Spezialfett gefüllt, das nur beim Kundendienst gewechselt wird. So arbeiten die meisten Markengeräte, etwa die Hämmer im Beitrag Abbruchhammer.
- Ölbadschmierung: Das Kurbelgehäuse ist teilweise mit Öl gefüllt. Man erkennt diese Geräte an einem Schauglas oder einer Einfüllschraube mit Peilstab. Sie sind vor allem bei günstigen Hämmern der 1.500- bis 2.000-Watt-Klasse verbreitet.
Nicht zu verwechseln ist beides mit dem Meißelfett, das auf den Einsteckschaft des Meißels gehört. Es schmiert nur die Aufnahme und hat mit dem Getriebe nichts zu tun.
Welches Öl passt
Die Betriebsanleitung nennt Sorte und Viskosität. In den Anleitungen vieler ölgeschmierter Abbruchhämmer finden sich Getriebeöle mit Viskositäten wie 75W-80, 75W-90 oder 80W-90 und den Leistungsklassen API GL-4 oder GL-5. Manche Hersteller liefern ein eigenes Hammeröl mit.
| 75W-80, 80W-90 | Viskosität: Die erste Zahl gilt für Kälte, die zweite für Betriebstemperatur. Höhere Zahlen bedeuten dickeres Öl. |
| API GL-4 | Getriebeöl mit mittlerem Anteil an Hochdruckzusätzen. |
| API GL-5 | Mehr Hochdruckzusätze. Kann Bauteile aus Messing oder Bronze angreifen, daher nur, wenn der Hersteller es freigibt. |
| Motoröl | Nur verwenden, wenn die Anleitung es ausdrücklich nennt. |
Ist die Anleitung verloren, hilft oft der Kundendienst des Händlers oder eine Anleitung desselben Gerätetyps im Internet. Einfach irgendein Öl einfüllen ist keine gute Idee: Zu dünnes Öl reißt unter der Schlagbelastung ab, zu dickes bremst das Schlagwerk und lässt es heiß laufen.

Ölstand prüfen
Kontrollieren Sie den Ölstand vor jedem Einsatz, am kalten Gerät und in der Lage, die die Anleitung vorgibt – meist senkrecht mit dem Meißel nach unten. Am Schauglas muss das Öl zwischen den Markierungen stehen, bei einem Peilstab zwischen Minimum und Maximum.
Warnzeichen für zu wenig Öl sind nachlassende Schlagkraft, ein ungewöhnlich heißes Gehäuse, metallische Geräusche und Brandgeruch. Dann sofort aufhören und nachsehen.
Nachfüllen Schritt für Schritt
- Stecker ziehen und das Gerät abkühlen lassen. Heißes Öl kann unter Druck austreten.
- Gerät waagerecht oder in die angegebene Lage bringen und die Umgebung der Einfüllschraube säubern, damit kein Bohrstaub ins Getriebe fällt.
- Einfüllschraube öffnen. Sie sitzt meist oben am Kurbelgehäuse.
- Öl langsam einfüllen, am besten mit einer kleinen Spritzflasche oder einem Trichter, und zwischendurch den Stand prüfen.
- Schraube mit intakter Dichtung wieder eindrehen, fest, aber nicht mit Gewalt.
- Kurz probelaufen lassen und prüfen, ob irgendwo Öl austritt.
Zu viel ist auch falsch
Ein überfülltes Kurbelgehäuse ist kein Sicherheitspolster. Das Schlagwerk muss dann gegen das Öl arbeiten, die Schlagleistung sinkt, das Gerät wird warm, und überschüssiges Öl drückt sich an Dichtungen und Entlüftung heraus. Wer zu viel eingefüllt hat, lässt den Überschuss wieder ab, bis der Stand stimmt.
Ölwechsel
Neben dem Nachfüllen verlangen die Hersteller in bestimmten Abständen einen vollständigen Wechsel, häufig nach den ersten Betriebsstunden und danach in festen Intervallen. Altes Öl ist dunkel, enthält Abrieb und hat seine Schmierfähigkeit verloren. Zum Wechseln das warme, aber nicht heiße Öl über die Ablass- oder Einfüllöffnung in eine Auffangschale laufen lassen, gegebenenfalls kurz mit frischem Öl spülen und dann auf Sollstand befüllen.
Weitere Pflege am Abbruchhammer
- Meißelschaft fetten. Vor jedem Einsatz ein wenig Meißelfett auf den Einsteckschaft geben, das verringert den Verschleiß der Aufnahme.
- Lüftungsschlitze freihalten. Betonstaub setzt sich im Motor fest und lässt ihn überhitzen. Nach der Arbeit ausblasen.
- Kohlebürsten prüfen. Nachlassende Leistung und starkes Funken am Kollektor deuten auf verschlissene Bürsten hin.
- Meißel schärfen oder ersetzen. Ein stumpfer Meißel lässt den Hammer abprallen, statt zu arbeiten, und belastet das Schlagwerk.
Druckluftgeräte sind ein anderes Thema
Pneumatische Hämmer, die mit dem Kompressor arbeiten, brauchen kein Getriebeöl, sondern Druckluftöl, das über einen Öler in der Leitung oder tropfenweise in den Lufteinlass kommt. Wer einen solchen Hammer nutzt, findet mehr unter pneumatischer Bohrhammer.
Altöl richtig entsorgen
Altöl gehört nicht in den Ausguss, nicht in den Hausmüll und schon gar nicht auf die Erde. Wer Getriebe- oder Motoröl verkauft, muss nach der Altölverordnung gebrauchtes Öl bis zur Menge des gekauften kostenlos zurücknehmen. Bewahren Sie deshalb den Kassenbon auf. Alternativ nehmen viele Wertstoffhöfe und Schadstoffmobile Altöl an. Ölgetränkte Lappen und Auffangmaterial werden ebenfalls als Sonderabfall entsorgt.
Häufige Fragen
Was kostet Öl für den Abbruchhammer?
Ein Liter Getriebeöl kostet meist 10 bis 20 Euro. Weil ein Abbruchhammer nur eine kleine Menge braucht, reicht eine Flasche für viele Nachfüllungen.
Kann ich Kettensägenöl nehmen?
Nein. Kettenhaftöl ist für eine offene Kette gedacht, nicht für ein geschlossenes Getriebe mit Schlagbelastung.
Mein Hammer hat kein Schauglas – braucht er Öl?
Wahrscheinlich ist er fettgeschmiert. Dann gibt es keine Einfüllschraube für den Nutzer, und das Fett wird bei der Wartung im Service erneuert. Im Zweifel hilft ein Blick in die Anleitung. Wer größere Flächen damit bearbeiten will, findet Praxistipps unter verklebten Parkettboden entfernen.



