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Heimwerker-Berater

KLRStec Kartuschenpistolen im Praxistest

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
KLRStec Kartuschenpistolen im Praxistest
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die drei Bauarten von Kartuschenpressen
  2. Die Daten im Vergleich
  3. Was die Übersetzung bedeutet
  4. Welche Presse für welches Material
  5. Die Pro XL und der Folienbeutel
  6. Das Nachlaufen
  7. Kartusche richtig einsetzen
  8. Pflege
  9. Häufige Fragen

KLRStec bietet drei Kartuschenpressen an, die sich vor allem in der Kraftübersetzung und im Kartuschenformat unterscheiden: die Premium mit 18:1, die Professional mit 25:1 und die Pro XL als Rohrpistole für 600-ml-Beutel. Alle drei spielen in der Liga oberhalb der Baumarkt-Skelettpistole – die Frage ist nur, welche zum eigenen Material passt.

Die drei Bauarten von Kartuschenpressen

Kartuschenpressen, auch Kartuschenpistole, Silikonpistole oder Handdruckpistole genannt, lassen sich grob in drei Gruppen einteilen.

Die Skelettpistole hat einen dünnen Rahmen aus Blech oder Kunststoff und eine schwache Mechanik. Für eine Silikonfuge im Bad im Jahr reicht sie, für zähe Kleber nicht.

Die Halbschalenpistole nimmt die Kartusche von oben in eine stabile Schale auf. Sie ist steifer, die Mechanik kräftiger, und die Kartusche verrutscht nicht. Premium und Professional gehören in diese Gruppe.

Die Rohrpistole umschließt die Kartusche oder den Folienbeutel komplett. Vorne sitzt eine Schraubkappe mit Düse, hinten ein Druckteller. Diese Bauform ist für Folienbeutel mit 400 oder 600 ml nötig, weil ein weicher Beutel in einer offenen Schale seitlich ausweichen würde. Das ist das Einsatzgebiet der Pro XL.

KLRStec Premium 18:1

Die Daten im Vergleich

Die folgenden Werte stammen aus den Herstellerangaben.

ModellGebindeÜbersetzungDruckkraftGewicht
PremiumKartusche 310 ml18:12000 N621 g
ProfessionalKartusche 310 ml25:14000 N729 g
Pro XLBeutel 600 ml25:14000 N939 g

Gefertigt sind alle drei aus Metall und Aluminium, der Hersteller nennt eine Materialstärke von rund 2 mm.

Was die Übersetzung bedeutet

Die Übersetzung gibt an, um welchen Faktor die Mechanik die Handkraft verstärkt. Bei 25:1 genügt ein Viertel weniger Druck am Griff als bei 18:1, um dieselbe Kraft auf den Kartuschenboden zu bringen. Handelsüblich sind Übersetzungen von 7:1 bis 25:1, günstige Baumarktpistolen liegen meist bei 7:1 oder 10:1.

Je zäher das Material, desto höher sollte die Übersetzung sein. Das hat nichts mit Bequemlichkeit allein zu tun: Wer stundenlang mit hoher Handkraft pressen muss, riskiert Sehnenscheidenentzündungen, und die Raupe wird ungleichmäßig, sobald die Hand ermüdet.

Welche Presse für welches Material

KLRStec Professional 25:1

Die Viskosität, also die Zähflüssigkeit, unterscheidet sich zwischen Dichtstoffen und Klebern erheblich – und zwischen Herstellern auch bei gleichem Materialtyp.

  • Silikon und Acryl lassen sich bei Raumtemperatur mit 18:1 bequem verarbeiten. Hier ist die Premium ausreichend. Die Unterschiede zwischen beiden Dichtstoffen stehen unter Acryl oder Silikon.
  • Montagekleber, Hybridpolymere und Bauklebstoffe sind deutlich zäher. Für sie ist die Professional mit 4000 N die sichere Wahl.
  • Angetrocknete Kartuschen brauchen ebenfalls viel Kraft. Genau hier brechen billige Pressen: Der Mitnehmer rutscht durch oder der Rahmen verbiegt.
  • Kalte Kartuschen im Winter auf der Baustelle verhalten sich wie ein zäheres Material. Wer draußen arbeitet, sollte eher zu viel als zu wenig Übersetzung haben.
  • Folienbeutel mit Fugendichtstoff für Fassade und Fenster brauchen die Pro XL.

Die Pro XL und der Folienbeutel

Folienbeutel sind im Profibereich verbreitet, weil sie weniger Abfall erzeugen: Übrig bleibt ein zusammengedrückter Schlauch statt einer Kunststoffhülse. Die Rohrpistole wird vorne aufgeschraubt, der Beutel eingelegt, das Ende aufgeschnitten und die Kappe mit Düse wieder aufgesetzt. Mit 939 g ist sie die schwerste der drei, dafür reicht eine Füllung für doppelt so viel Fuge wie eine Kartusche.

Das Nachlaufen

Eine gute Presse zeichnet sich dadurch aus, dass nach dem Loslassen des Hebels kein Material mehr aus der Düse quillt. Bei einfachen Pistolen bleibt die Kolbenstange unter Spannung und drückt weiter. Abhilfe schafft die Rückzugslasche hinten am Griff: Nach jeder Raupe kurz betätigen, dann entspannt sich die Kartusche. Die KLRStec-Pressen sind laut Hersteller auf geringes Nachlaufen ausgelegt, völlig vermeiden lässt es sich bei keiner Handpresse.

Kartusche richtig einsetzen

  1. Kolbenstange zurückziehen, dabei die Rückzugslasche gedrückt halten.
  2. Kartuschenspitze abschneiden und die Düse aufschrauben.
  3. Düse schräg anschneiden, die Öffnung etwas kleiner als die gewünschte Fugenbreite.
  4. Kartusche einlegen und den Druckteller mit ein, zwei Hebelzügen anlegen.
  5. Probelauf auf Karton, bis das Material gleichmäßig kommt.

Eine Anleitung für die Fuge selbst steht unter Acrylfuge ziehen.

Pflege

Frische Reste von Silikon und Acryl lassen sich mit einem Tuch entfernen, bevor sie aushärten. Ausgehärtetes Material an der Kolbenstange behindert den Mitnehmer und sollte mit einem Kunststoffschaber abgenommen werden. Die bewegliche Mechanik bleibt gängig, wenn man sie gelegentlich mit ein paar Tropfen Maschinenöl versorgt und die Presse trocken lagert, damit die Stange nicht rostet.

Häufige Fragen

Reicht nicht eine Presse für alles?

Wer nur Silikon und Acryl verarbeitet, kommt mit einer guten 18:1-Presse aus. Wer auch Montagekleber nutzt, nimmt besser gleich 25:1 – die Mehrkraft schadet bei dünnem Material nicht.

Passt jede 310-ml-Kartusche?

Die Standardkartusche mit 310 ml hat ein einheitliches Format und passt in Premium und Professional. Kartuschen mit 290 ml und Sondergrößen haben andere Maße und sitzen nicht immer sauber.

Lohnt sich eine Akkupresse?

Für Profis mit täglich vielen Metern Fuge ja. Für gelegentliche Arbeiten ist eine gute Handpresse gleichmäßig genug und deutlich günstiger. Einen Überblick über Bauformen bietet der Beitrag zur Kartuschenpistole.

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