Stufenbohrer

Inhalt9 Abschnitte
Ein Stufenbohrer ist ein kegelförmiger Bohrer mit Stufen, die jeweils einen bestimmten Durchmesser haben. Mit einem einzigen Werkzeug bohren Sie in dünnem Material von 4 mm bis 20 oder 30 mm auf, und jede Stufe entgratet das Loch der vorigen gleich mit. Seine Domäne ist dünnes Material bis etwa 4 mm – für dickeres ist er nicht gebaut.
Stufenbohrer und Schälbohrer
Beide werden oft in einen Topf geworfen, arbeiten aber unterschiedlich. Der Stufenbohrer hat deutlich abgesetzte Stufen mit festen Durchmessern, etwa in Schritten von 1 oder 2 mm. Sie wissen genau, welches Maß herauskommt. Der Schälbohrer (Kegelbohrer) ist ein glatter Kegel ohne Stufen; der Durchmesser hängt davon ab, wie tief Sie ihn hineinfahren. Er erlaubt Zwischenmaße, verlangt aber Augenmaß oder einen Anschlag.
Wofür er gemacht ist
- Bleche aus Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer und Messing, typischerweise bis 3 oder 4 mm Dicke.
- Gehäuse aus Kunststoff, etwa für Kabelverschraubungen in Verteilern und Abzweigdosen.
- Aufbohren vorhandener Löcher, wenn ein Schraubendurchmesser oder eine Durchführung nicht passt.
- Dünne Rohre und Profile, wo ein normaler Bohrer beim Durchbrechen reißt oder ein Dreieck bohrt.
In dünnem Blech neigt ein normaler Metallbohrer dazu, beim Durchbrechen zu haken und ein unrundes Loch zu reißen. Der Stufenbohrer schneidet dagegen gleichmäßig über den ganzen Umfang.

Übliche Größen
| Bereich | Stufen | Typische Anwendung |
| 4–12 mm | 1-mm-Schritte | Schrauben, Nieten, kleine Durchführungen |
| 4–20 mm | 2-mm-Schritte | Allrounder für die Werkstatt |
| 4–32 mm oder 6–38 mm | 2–4-mm-Schritte | Kabelverschraubungen, Rohrdurchführungen |
Die Stufenhöhe liegt meist bei 2 bis 4 mm und bestimmt, wie dick das Material maximal sein darf. Ist das Blech dicker als eine Stufe, schneidet die nächste Stufe schon an, bevor die vorige durch ist, und das Loch bekommt eine Schulter. Für Elektroarbeiten gibt es Stufenbohrer mit den metrischen Maßen für Kabelverschraubungen M16, M20, M25 und M32.
Material und Beschichtung
HSS reicht für Aluminium, Kunststoff und Baustahlblech. HSS-Co (mit Kobalt) ist hitzebeständiger und nötig für Edelstahl. Eine TiN- oder TiAlN-Beschichtung (goldfarben oder violett) senkt die Reibung und verlängert die Standzeit. Billige Stufenbohrer haben oft nur eine dünne Beschichtung über weichem Stahl – sie sehen aus wie gute, sind nach wenigen Löchern in Edelstahl aber stumpf.
Die meisten Stufenbohrer haben eine oder zwei gerade oder gewendelte Spannuten. Gewendelte Nuten fördern die Späne besser ab und schneiden ruhiger.
So bohren Sie sauber
- Ankörnen. Mit einem Körner eine kleine Mulde setzen, damit die Spitze nicht wandert.
- Werkstück spannen. Dünnes Blech wird vom Bohrer gern mitgerissen und dreht sich dann wie ein Propeller. Mit Zwingen auf einer Holzunterlage fixieren.
- Niedrige Drehzahl. In Stahl und Edelstahl langsam, bei großen Stufen noch langsamer. Faustregel: je größer der Durchmesser, desto geringer die Drehzahl.
- Schneidöl verwenden. Vor allem bei Stahl und Edelstahl. Ohne Kühlung glühen die Schneiden aus.
- Bis zur Zielstufe bohren und kurz auf der nächsten Stufe anfahren – das entgratet die Kante.
- Markierung nutzen. Ein Streifen Klebeband oder ein Filzstiftstrich an der Zielstufe hilft, nicht zu weit zu bohren.
Welche Maschine passt
Ein Akkubohrschrauber genügt für die meisten Arbeiten, weil Stufenbohrer ohnehin langsam laufen sollen. Wichtig ist ein fester Sitz: Viele Stufenbohrer haben einen Schaft mit drei Flächen, der im Bohrfutter nicht durchrutscht. Auf der Säulenbohrmaschine werden die Löcher besonders gerade. Schlagfunktion bleibt aus.
Typische Fehler
- Zu schnell gebohrt. Die häufigste Ursache für stumpfe Stufenbohrer. Verfärbte, blau angelaufene Späne sind das Warnsignal.
- Zu dickes Material. Bei 6 mm Stahl hilft nur ein normaler Bohrer oder eine Lochsäge.
- Blech nicht gespannt. Verletzungsgefahr, wenn es sich losreißt.
- Die falsche Stufe erwischt. Einmal zu weit ist nicht rückgängig zu machen. Vorher an Probeblech üben.
Nachschärfen
Stufenbohrer lassen sich nachschleifen, indem man die Spannut auf der Seite der Schneide leicht anschleift – nicht die Stufen selbst. Das erfordert eine feine Diamantfeile oder einen passenden Schleifstein und etwas Geduld. Bei günstigen Bohrern lohnt sich der Aufwand kaum. Grundsätzliches zum Schärfen steht unter Metallbohrer schärfen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Stufenbohrer?
Einzelne Bohrer in HSS gibt es ab etwa 10 Euro, gute HSS-Co-Bohrer 20 bis 50 Euro. Sets mit drei Größen sind oft günstiger als einzelne Markenbohrer.
Kann ich damit Holz bohren?
Dünnes Sperrholz geht, dickes Holz nicht. Dafür gibt es Forstnerbohrer und Lochsägen.
Wie dick darf das Material sein?
So dick wie eine Stufe hoch ist, meist 2 bis 4 mm. Alles darüber führt zu Absätzen im Loch. Weitere Wege, Blech zu bearbeiten, stehen unter Bleche zuschneiden.



