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Heimwerker-Berater

Einen Metallbohrer schärfen

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Einen Metallbohrer schärfen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Woran Sie einen stumpfen Bohrer erkennen
  2. So ist die Spitze aufgebaut
  3. Womit schleifen
  4. Vorbereitung
  5. Schritt für Schritt schleifen
  6. Den Schliff prüfen
  7. Typische Fehler
  8. Wann Sie besser neu kaufen
  9. Häufige Fragen

Ein stumpfer Metallbohrer quietscht, wird heiß und frisst sich nicht mehr ins Material. Nachschleifen lohnt sich ab etwa 6 mm Durchmesser, und es gelingt jedem, der drei Dinge beachtet: Spitzenwinkel, gleich lange Schneiden und ein Freiwinkel hinter der Schneide. Alles andere ist Übung.

Woran Sie einen stumpfen Bohrer erkennen

  • Er braucht deutlich mehr Andruck als früher.
  • Statt langer Späne kommen kurze Krümel oder Staub.
  • Der Bohrer wird schnell heiß, die Spitze verfärbt sich bläulich.
  • Das Loch wird zu groß oder unrund, weil eine Schneide stärker arbeitet.
  • Er quietscht oder rattert beim Anbohren.

Bei kleinen Bohrern unter 4 mm lohnt sich das Schleifen von Hand kaum – sie sind billig, und der Schliff ist so fein, dass Fehler sofort den Bohrer ruinieren.

So ist die Spitze aufgebaut

HauptschneidenDie beiden Kanten an der Spitze, die das Material abtragen. Sie müssen gleich lang und gleich geneigt sein.
SpitzenwinkelDer Winkel, den die Schneiden miteinander bilden. Standard für HSS-Bohrer in Stahl: 118°. Für harte und zähe Werkstoffe wie Edelstahl oft 130–135°.
FreiwinkelDie Fläche hinter der Schneide fällt nach hinten ab, etwa 8–12°. Ohne ihn reibt der Bohrer, statt zu schneiden.
QuerschneideDie kurze Kante in der Mitte, die beide Hauptschneiden verbindet. Sie steht bei richtigem Schliff in etwa 55° zu den Hauptschneiden.
NebenschneidenDie Führungsfasen am Umfang. Sie führen den Bohrer im Loch und werden nicht geschliffen.

Der Winkel der Querschneide ist Ihr bester Kontrollpunkt: Stimmt er, stimmt auch der Freiwinkel.

Womit schleifen

Das übliche Werkzeug ist ein Doppelschleifer (Schleifbock) mit einer Korundscheibe in feiner Körnung, etwa K60 bis K80. Die grobe Scheibe taugt nur zum Vorschleifen stark beschädigter Bohrer.

Eine Feile hilft bei HSS-Bohrern nicht: Gehärteter Schnellarbeitsstahl ist so hart wie die Feile selbst, sie rutscht ab und wird stumpf. Von Hand geht es nur mit Diamantfeilen, und auch dann eher als Notlösung für eine kleine Ausbesserung.

Einfacher, aber weniger flexibel sind Bohrerschärfgeräte, die den Bohrer in einer Führung halten und den Winkel vorgeben. Sie sind für Einsteiger eine gute Wahl, wenn viele Bohrer gleicher Art zu schleifen sind.

Arbeiter mit einem scharfen Metallbohrer
Mit einem scharfen Metallbohrer zu arbeiten macht Spaß! | Foto: maxoidos / Depositphotos.com

Vorbereitung

  1. Scheibe abrichten. Eine eingelaufene, unebene Scheibe erzeugt keine gerade Schneide. Mit einem Abrichtstein oder Abrichter die Lauffläche plan und scharf machen.
  2. Werkstückauflage einstellen. Der Spalt zur Scheibe sollte höchstens 2 mm betragen, sonst kann der Bohrer eingezogen werden.
  3. Wasserbecher daneben stellen. HSS darf beim Schleifen nicht blau anlaufen, sonst verliert er an Härte.
  4. Schutzbrille aufsetzen. Keine Handschuhe an der laufenden Scheibe – sie können erfasst werden.

Schritt für Schritt schleifen

  1. Winkel anlegen. Den Bohrer mit der Schneide waagerecht an die Scheibe führen, im Winkel von 59° zur Scheibenfläche – das ergibt zusammen die 118° Spitze.
  2. Leicht andrücken und schwenken. Während die Schneide die Scheibe berührt, das hintere Ende des Bohrers leicht absenken und den Bohrer gleichzeitig ein Stück drehen. Diese Bewegung erzeugt den Freiwinkel.
  3. Kurz schleifen, oft kühlen. Nur wenige Sekunden am Stück, dann ins Wasser tauchen.
  4. Bohrer um 180° drehen und die zweite Schneide genau gleich schleifen: gleiche Haltung, gleiche Zahl an Durchgängen.
  5. Ab etwa 8 mm ausspitzen. Die Querschneide wird bei dicken Bohrern lang und drückt nur. An der Scheibenkante vorsichtig verkürzen, dann zentriert der Bohrer besser.

Die Bewegung ist der schwierige Teil. Üben Sie an einem alten, ohnehin stumpfen Bohrer.

Den Schliff prüfen

Am genauesten ist eine Bohrerlehre, die Winkel und Schneidenlänge zeigt. Ohne Lehre helfen zwei einfache Tricks:

  • Sechskantmutter. Die Innenkanten einer Mutter bilden 120°. Legen Sie die Spitze in eine Ecke: Liegen beide Schneiden fast bündig an, stimmt der Winkel annähernd.
  • Kreise ziehen. Bohrer senkrecht halten und mit jeder Schneidenspitze einen kleinen Kreis auf ein Blech anreißen, dazu den Bohrer um die Mitte drehen. Sind beide Kreise gleich, sind die Schneiden gleich lang.

Ungleiche Schneiden erkennen Sie auch am Loch: Es wird größer als der Bohrer, und nur eine Seite liefert Späne.

Typische Fehler

  • Überhitzt. Blaue Anlauffarben an der Schneide heißen: Härte weg. Diesen Teil abschleifen und neu beginnen.
  • Kein Freiwinkel. Der Bohrer glänzt hinter der Schneide und reibt nur.
  • Zu viel Freiwinkel. Die Schneide wird dünn und bricht aus.
  • Ungleiche Winkel. Das Loch wird zu groß, der Bohrer läuft aus der Mitte.
  • An der Seite der Scheibe geschliffen. Normale Scheiben sind dafür nicht ausgelegt und können brechen.

Wann Sie besser neu kaufen

Titanbeschichtete Bohrer verlieren beim Nachschleifen die Beschichtung an der Spitze – sie bohren danach wie ein normaler HSS-Bohrer, was meist trotzdem genügt. Bei gebrochenen Schneiden oder stark verfärbten Bohrern ist der Neukauf oft günstiger als eine halbe Stunde Schleifarbeit. Mehr zu den Bohrertypen beim Metallbohrer und allgemein zum Schleifen von Bohrern.

Häufige Fragen

Lohnt sich das Schleifen überhaupt?

Ab etwa 6 mm Durchmesser und bei guten Bohrern aus HSS-Co oder HSS-G ja. Kleine Bohrer und Billigbohrer ersetzt man besser.

Kann ich Steinbohrer genauso schleifen?

Nein. Steinbohrer haben eine Hartmetallplatte, die nur mit Diamant- oder Siliziumkarbidscheiben geschliffen werden kann, und einen anderen Anschliff.

Wie oft kann ich einen Bohrer nachschleifen?

Viele Male, solange noch genügend Schaftlänge vorhanden ist. Mit jedem Schliff wird er kürzer.

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