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Heimwerker-Berater

Automatische Abisolierzange

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie die Zange funktioniert
  2. Der Arbeitsbereich
  3. Der Längenanschlag
  4. Wo sie an ihre Grenzen kommt
  5. Was eine gute Zange zusätzlich kann
  6. So wird abisoliert
  7. Typische Fehler
  8. Automatik oder klassische Abisolierzange
  9. Häufige Fragen

Eine automatische Abisolierzange entfernt die Isolierung von Leitern mit einem einzigen Griff: Sie klemmt das Kabel, schneidet die Isolierung ringsum an und zieht sie ab. Der Querschnitt muss nicht vorher eingestellt werden, die Zange tastet ihn selbst ab. Das spart bei vielen Adern viel Zeit – und schont die Kupferlitze, die man mit dem Messer so leicht anritzt.

Wie die Zange funktioniert

Beim Zusammendrücken der Griffe passieren drei Dinge nacheinander. Zuerst schließen sich zwei Klemmbacken um das Kabel und halten es fest. Dann greifen zwei Schneidmesser in die Isolierung, deren Abstand sich über eine Feder oder einen Mechanismus an den Leiterdurchmesser anpasst. Zum Schluss fahren die Backen auseinander und ziehen das Isolierstück in Längsrichtung ab.

Das Ergebnis ist ein sauber abisoliertes Ende, ohne dass die Litze gequetscht oder eingeschnitten wird. Genau das ist der Vorteil gegenüber einfachen Zangen mit festen Kerben, bei denen man den passenden Querschnitt treffen muss und bei feiner Litze gern ein paar Drähtchen mit abschneidet.

Der Arbeitsbereich

Übliche automatische Abisolierzangen verarbeiten Querschnitte von etwa 0,2 bis 6 mm², manche bis 10 mm². Das deckt alles ab, was im Haushalt und in der Werkstatt vorkommt: Lautsprecherkabel, Steuerleitungen, Anschlussleitungen von Geräten und die Adern der Hausinstallation mit 1,5 und 2,5 mm².

QuerschnittTypische VerwendungAutomatikzange
0,14–0,5 mm²Elektronik, Signal- und Steuerleitungennur Modelle mit Feinbereich
0,75–1,5 mm²Geräteanschluss, Leuchten, Lichtkreiseja
2,5 mm²Steckdosenkreiseja
4–6 mm²Herd, Durchlauferhitzer, Zuleitungenmeist ja
ab 10 mm²Hauptleitungennur Spezialmodelle

Für dünne Elektronikdrähte und dicke Zuleitungen gibt es spezielle Modelle. Eine Zange, die alles gleich gut kann, gibt es nicht.

Der Längenanschlag

Die meisten Zangen haben einen verstellbaren Anschlag, mit dem sich die Abisolierlänge festlegen lässt, typischerweise zwischen etwa 3 und 18 mm. Das klingt nach Kleinigkeit, ist aber der eigentliche Zeitgewinn: Bei zwanzig Adern hat jede exakt dieselbe blanke Länge.

Die richtige Länge hängt vom Anschluss ab. Schraubklemmen, Steckklemmen und Aderendhülsen verlangen jeweils eine bestimmte Abisolierlänge, die meist auf der Klemme oder in der Anleitung steht. Häufig sind es 8 bis 12 mm. Zu kurz, und der Leiter sitzt nicht sicher. Zu lang, und blankes Kupfer schaut aus der Klemme.

Wo sie an ihre Grenzen kommt

Mantelleitungen. Den äußeren Mantel einer NYM-Leitung oder eines dicken Gerätekabels schafft eine Abisolierzange meist nicht sauber. Dafür nimmt man ein Abmantelwerkzeug oder ein Kabelmesser mit Hakenklinge und isoliert erst danach die einzelnen Adern ab.

Sehr steife oder sehr weiche Isolierungen. Silikon- und Teflonisolierungen, wie sie bei hitzebeständigen Leitungen vorkommen, rutschen gern durch oder reißen unsauber. Hier hilft oft nur eine Zange mit einstellbarem Schneiddruck.

Mittenabisolierung. Wer eine Ader in der Mitte freilegen will, ohne sie zu trennen, braucht ein Werkzeug mit offener Bauform. Klassische Automatikzangen arbeiten nur am Kabelende.

Was eine gute Zange zusätzlich kann

  • Seitenschneider. Eine Schneide im Griffbereich, mit der man die Ader vorher auf Länge kürzt. Praktisch, wenn man nicht ständig das Werkzeug wechseln will.
  • Einstellbarer Klemmdruck. Wichtig bei feinen Litzen, damit sie nicht gequetscht werden.
  • Austauschbare Messer. Die Schneiden verschleißen. Bei guten Zangen lassen sie sich als Ersatzteil nachkaufen.
  • Crimpfunktion. Manche Modelle haben eine Kerbe für isolierte Kabelschuhe. Für Aderendhülsen ist eine eigene Crimpzange die bessere Lösung, weil sie gleichmäßig verpresst.

So wird abisoliert

  1. Stromfrei schalten und prüfen. Die Zange ist kein Werkzeug für spannungsführende Leitungen. Vorher die Sicherung raus und mit einem Spannungsprüfer kontrollieren.
  2. Ader auf Länge kürzen. Sauber abgeschnittene Enden lassen sich besser abisolieren als zerquetschte.
  3. Anschlag einstellen. Auf die Länge, die Klemme oder Aderendhülse verlangen.
  4. Ader bis zum Anschlag einlegen und die Griffe in einem Zug ganz zusammendrücken.
  5. Ergebnis kontrollieren. Die Litze muss vollständig sein, ohne Kerben und ohne abgeschnittene Drähtchen. Feine Litzen verdrillen oder mit Aderendhülse versehen.

Typische Fehler

  • Zu große Kraft bei dünnen Adern. Die Zange drückt dann die Litze zusammen. Bei Feinleitern lieber ein Modell mit Feinbereich nehmen.
  • Isolierung nur halb abgezogen. Wer die Griffe nicht ganz durchdrückt, reißt die Isolierung nur an. Das Reststück bleibt als Hülse auf der Ader hängen.
  • Stumpfe Messer. Wenn die Zange die Isolierung nur noch drückt, statt sie zu schneiden, sind die Messer fällig.
  • Arbeiten an der Hausinstallation ohne Fachkenntnis. Das Abisolieren ist einfach, das Anschließen am Netz gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.

Automatik oder klassische Abisolierzange

Die klassische Abisolierzange mit Stellschraube kostet wenig und funktioniert, verlangt aber für jeden Querschnitt eine neue Einstellung. Wer selten eine Ader abisoliert, kommt damit aus. Wer regelmäßig verdrahtet, Leuchten anschließt oder Steuerungen baut, spart mit der Automatikzange spürbar Zeit und bekommt gleichmäßigere Ergebnisse.

Häufige Fragen

Was kostet eine automatische Abisolierzange?

Einfache Modelle gibt es ab etwa 15 Euro. Markenzangen mit Feineinstellung und Ersatzmessern kosten 30 bis 60 Euro.

Ist die Zange isoliert nach VDE?

Die meisten Automatikzangen sind nicht für Arbeiten unter Spannung zugelassen, auch wenn die Griffe aus Kunststoff sind. Nur Werkzeuge mit dem Doppeldreieck-Symbol und der Angabe 1000 V sind entsprechend geprüft.

Taugt sie auch für Litzen aus Aluminium?

Grundsätzlich ja, Aluminium ist aber weicher und kerbempfindlicher als Kupfer. Den Schnitt nach dem Abisolieren besonders genau prüfen.

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