Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Schlagbohrmaschine

Werkzeugvon Andreas4 Min. · 11 Abschnitte
Schlagbohrmaschine
Inhalt11 Abschnitte
  1. Wie das Schlagwerk arbeitet
  2. Wofür sie sich eignet
  3. Die Leistung
  4. Ausstattung
  5. Die richtigen Bohrer
  6. So bohren Sie ein sauberes Dübelloch
  7. Typische Fehler
  8. Dübel, Durchmesser und Lochtiefe
  9. Kabel oder Akku
  10. Was sie kostet
  11. Häufige Fragen

Eine Schlagbohrmaschine ist eine Bohrmaschine mit zuschaltbarem Schlagwerk: Zur Drehung kommt eine schnelle Vor-und-zurück-Bewegung, die sprödes Material wie Ziegel und Kalksandstein zerkleinert. Für Dübellöcher in Mauerwerk ist sie ausreichend, für Stahlbeton ist sie das falsche Werkzeug. Wer regelmäßig in Beton bohrt, braucht einen Bohrhammer.

Wie das Schlagwerk arbeitet

Im Getriebe sitzen zwei gezahnte Rastenscheiben. Bei eingeschaltetem Schlag drückt man die Bohrspindel gegen das Material, die Scheiben gleiten übereinander und erzeugen viele sehr kleine Stöße – je nach Drehzahl mehrere zehntausend pro Minute. Jeder einzelne Stoß ist schwach. Die Wirkung hängt deshalb stark davon ab, wie fest Sie drücken.

Der Bohrhammer arbeitet anders: Ein elektropneumatisches Schlagwerk treibt einen Kolben an, der mit deutlich mehr Energie auf den Bohrer schlägt. Die Schlagzahl ist niedriger, die Einzelschlagenergie viel höher. Deshalb bohrt ein kleiner Bohrhammer mühelos durch Beton, an dem eine Schlagbohrmaschine verzweifelt. Mehr dazu unter Bohrhammer mit Meißel.

Schlagbohrmaschine im Einsatz
Schlagbohrmaschine im Einsatz | Foto: ognennaja / Depositphotos.com

Wofür sie sich eignet

MaterialSchlagbohrmaschineBohrhammer
Holz, Metall, Kunststoffja, ohne Schlageingeschränkt
Ziegel, Kalksandstein, Gasbetonjaja
Leichtbeton, Estrichja, mühsamerja
Stahlbetonnur kleine Löcher, sehr mühsamja
Fliesenohne Schlag, mit Fliesenbohrernicht empfehlenswert

Gasbeton und Lochziegel bohren Sie ohne Schlag. Das Schlagwerk zerschlägt die Stege im Lochziegel und macht das Loch zu groß – der Dübel hält dann nicht.

Die Leistung

Schlagbohrmaschinen haben meist zwischen 500 und 1100 Watt. Für den Hausgebrauch sind etwa 600 bis 800 Watt ein guter Wert. Darunter wird es in hartem Mauerwerk zäh, darüber werden die Geräte schwer. Wichtiger als die Wattzahl sind ein Zweiganggetriebe – der erste Gang für große Bohrer und Metall, der zweite für schnelles Bohren – und eine gute Drehzahlregelung.

Ausstattung

  1. Bohrfutter: Zahnkranz- oder Schnellspannbohrfutter bis 13 mm. Schnellspannfutter sind bequemer, Zahnkranzfutter halten zylindrische Bohrer unter Schlag oft fester.
  2. Tiefenanschlag: unverzichtbar, damit das Dübelloch die richtige Tiefe hat.
  3. Zusatzhandgriff: Pflicht. Verklemmt der Bohrer, reißt die Maschine sonst das Handgelenk herum.
  4. Rutschkupplung: bei besseren Geräten, begrenzt den Rückschlag beim Verklemmen.
  5. Rechts-/Linkslauf zum Lösen verklemmter Bohrer und zum Schrauben.

Die richtigen Bohrer

Für Mauerwerk und Beton verwenden Sie Steinbohrer mit Hartmetallschneide und zylindrischem Schaft. SDS-plus-Bohrer passen nicht in ein normales Bohrfutter. Für Metall HSS-Bohrer, für Holz Holzbohrer mit Zentrierspitze. Hinweise gibt es unter Steinbohrer und Betonbohrer.

So bohren Sie ein sauberes Dübelloch

  1. Leitungen prüfen. Senkrecht und waagerecht über und neben Steckdosen und Schaltern verlaufen häufig Leitungen. Ein Leitungssucher kostet weniger als eine Reparatur; siehe Kabel angebohrt – was tun.
  2. Ohne Schlag anbohren, bis der Bohrer sicher sitzt. So verläuft er nicht, und Putz und Fliese platzen nicht ab.
  3. Schlag zuschalten, gleichmäßig und kräftig drücken, den Bohrer ab und zu herausziehen, damit das Bohrmehl entweicht.
  4. Loch aussaugen oder ausblasen. Bohrmehl im Loch mindert die Haltekraft des Dübels erheblich.

Typische Fehler

  • Zu wenig Druck. Das Schlagwerk arbeitet nur, wenn die Spindel eingedrückt wird.
  • Zu hoher Druck mit stumpfem Bohrer. Der Bohrer glüht, die Maschine überhitzt.
  • Schlag in Fliesen. Die Fliese springt.
  • Lange Dauerlast in Beton. Das Schlagwerk verschleißt, und der Motor wird heiß. Wer oft in Beton bohrt, spart mit einem Bohrhammer Zeit und Maschine.

Dübel, Durchmesser und Lochtiefe

Der Bohrerdurchmesser entspricht dem Dübeldurchmesser: Ein 8er-Dübel braucht einen 8-mm-Bohrer. Das Loch sollte etwa 10 mm tiefer sein als der Dübel lang ist, damit Bohrmehl und Schraubenspitze Platz haben. Stellen Sie den Tiefenanschlag entsprechend ein. In Lochziegel und Porenbeton helfen Dübel, die für diese Baustoffe ausgewiesen sind – ein gewöhnlicher Spreizdübel findet in den Hohlräumen keinen Halt. Für schwere Lasten wie Hängeschränke oder Waschbecken lohnt ein Blick in die Angaben des Dübelherstellers zu Last und Untergrund.

Kabel oder Akku

Akku-Schlagbohrschrauber mit 18 V übernehmen heute viele Aufgaben der netzbetriebenen Schlagbohrmaschine, besonders beim Bohren kleiner Dübellöcher. Für große Durchmesser und lange Serien bleibt das Netzgerät überlegen. Mehr dazu unter Akku-Schlagbohrschrauber.

Was sie kostet

Einfache Geräte gibt es ab etwa 30 Euro, ordentliche Heimwerkermaschinen mit Zweiganggetriebe ab etwa 70 bis 110 Euro, Markengeräte mit Koffer und Zubehör ab etwa 150 bis 200 Euro. Im Zweifel ist ein günstiger Bohrhammer die bessere Anschaffung als eine teure Schlagbohrmaschine, wenn Sie viel in Beton arbeiten.

Häufige Fragen

Reicht eine Schlagbohrmaschine für Beton?

Für einzelne kleine Dübellöcher bis etwa 8 mm meist ja. Für größere Durchmesser und viele Löcher ist ein Bohrhammer besser.

Kann ich damit auch schrauben?

Mit Drehzahlregelung und Linkslauf ja, aber ein Akkuschrauber ist handlicher und dosierbarer.

Brauche ich einen Bohrständer?

Nur für präzise Metall- und Holzbohrungen; siehe Bohrmaschinenständer.

Das könnte Sie auch interessieren