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Bohrerarten – So wählen Sie den richtigen!

Bohrerarten: Jeder kennt das Problem, das bereits bei kleineren Arbeiten im Haus auftreten kann. Man möchte einen Hängeschrank aufhängen, oder einen Spiegel und muss dazu ein Loch in die dafür vorgesehene Wand bohren. Schon hier spielt die Wahl des richtigen Bohrers eine entscheidende Rolle. Denn nicht jedes dieser Werkzeuge kann auch bei jedem Untergrund zum Einsatz kommen. Denn wird der falsche Bohrer verwendet, kann nicht nur das Werkzeug selbst beschädigt werden.

Damit es beim Bohren in den heimischen vier Wänden nicht zur Katastrophe kommt, stellen wir in diesem Artikel die gängigsten Bohrerarten vor, sowie deren Anwendungsgebiete. Zudem gibt es noch hilfreiche Tipps, wie der jeweilige Bohrer am besten verwendet wird. Mit diesem Knowhow gibt es bestimmt keinen Frust mehr beim bohren von Löchern zu jedem Zweck.

Darum geht es in diesem Artikel:

  • Grundlegendes zu den Bohrerarten
  • Merkmale der unterschiedlichen Bohrer
  • Spiralbohrer und deren Verwendung
  • Stein-und Betonbohrer
  • Holzbohrer
  • Fliesenbohrer
  • Universalbohrer
  • Sonderbohrer für spezielle Einsatzgebiete
  • Metallbohrer
  • Fazit
Bohrerarten

Bohrerarten – So wählen Sie den richtigen! | Foto: IgorTishenko / Depositphotos.com

Grundlegendes zu den Bohrerarten

Vor allem diejenigen die nicht gerade zu den begabten Heimwerkern gehören und nur selten mit schwerem Gerät wie Bohrmaschinen greifen, tun sich bei der Wahl des richtigen Bohraufsatzes schwer. Denn auf dem Markt gibt es viele unterschiedliche Bohrer, die ihre speziellen Einsatzgebiete haben. Kennt man sich hierbei nicht besonders gut aus, ist schnell das falsche Werkzeug gewählt.

Das jeweilige Endergebnis kann dann entsprechend fatal aussehen. Bohrlöcher im Holz die eher Brandlöchern gleichen, oder gerissene Fliesen, sind nur zwei der zahlreichen Probleme die bei der Verwendung des falschen Bohrer auftreten können. Damit es nicht zu solch kleinen Katastrophe kommt, gilt es den richtigen Aufsatz für die Bohrmaschine zu verwenden.

Jeder der unterschiedlichen Bohrer hat dabei besondere Merkmale, die diesen auszeichnen. Für weiche Materialien wie Holz, werden beispielsweise jene Bohrer verwendet, die eine prägnante Spitze aufweisen. Für Fliesen wiederum gibt es speziell gehärtete Bohrer, die dafür sorgen, dass die Fliesen während des Bohrvorgangs nicht so schnell beschädigt werden können.

Die Merkmale sind also sehr unterschiedlich und zeichnen den jeweiligen Bohrer aus. Es gibt aber auch Universal Aufsätze, die gleich für mehrer Einsatzgebiete geeignet sind. Im nachfolgenden gehen wir auf die wichtigsten Varianten genauer ein, damit beim Bohrern alles glatt läuft.

Achtung: Beim Bohren kommt es nicht allein auf den richtigen Aufsatz an. Bei manchen Materialien ist auch die Bohrgeschwindigkeit entscheidend, damit es nicht zu Schäden oder gar Verletzungen kommt. Dazu mehr in den jeweiligen Kategorien.

Die unterschiedlichen Bohrerarten

Wie bereits erwähnt, hat jede Bohrer Ausführung ihre ganz eigenen Merkmale, die diese unverwechselbar machen. In diesem Abschnitt gehen wir auf eben diese genauer ein, so dass Verwechslungen nahezu ausgeschlossen sind und die Wahl einfacher fällt.

Spiralbohrer und deren Verwendung

Alle aufgeführten Bohrerarten haben eines gemeinsam.Sie alle gehören zu der Familie der Spiralbohrer. Das besondere an diesen ist, dass vor allem die jeweilige Spitze des Bohrers die Hauptarbeit beim Bohrvorgang macht. Die Spiralform sorgt dabei in erster Linie dafür, dass Späne oder Staub, aus den Bohrlöchern abtransportiert werden.

Ausnahmen bilden lediglich die Varianten, die über eine scharfe Schneide, wie beispielsweise beim Holzbohrer, verfügen. Diese schneiden unterstützend in das eher weiche Material. Zudem stellen Spiralbohrer die häufigsten Bohrerarten dar. Ausnahmen stellen hier eigentlich nur die entsprechenden Sonderbohrer für spezielle Einsatzgebiete, wie unter anderem auf dem Bau, dar.

Stein- und Betonbohrer

Die Stein- und Betonbohrer werden in erster Linie bei Arbeiten mit festen Gesteinsarten verwendet. Da sich durch dieses Material nur sehr schlecht schneiden lässt, wird hier mehr gemahlen und zertrümmert. Gerade für Granit, Marmor oder Beton eignen sich diese Bohrer.

Damit man nicht nur den Bohrer schont sondern sich auch die Arbeit um einiges erleichtern kann, sollte gerade bei den harten Steinarten eine Schlagbohrmaschine verwendet werden. Diese funktioniert wie eine Art elektrischer Hammer, die in abwechselnd schnelle, knappe Schläge beim Bohren vollzieht und gleichzeitig in den Untergrund mahlt. So ist es ein leichtes, innerhalb kürzester Zeit auch Löcher in dieses Material zu bohren.

Wenn es um mehrere oder tiefere Löcher geht, sollte für eine ausreichende Kühlung des Bohrers gesorgt werden. Dadurch überhitzt dieser nicht so schnell und die Arbeit lässt sich besser durchführen. Um für eine Kühlung sorgen zu können, kann entweder eine spezielle Bohrpaste oder eine Art Schmiermittel genutzt werden.

Alternativ sorgen auch regelmäßige kurze Bohr Pausen für ein abkühlen des jeweiligen Bohrers. Selbst für Fliesen kann der Steinbohrer verwendet werden. Hierbei ist aber ein gewisses Maß an Erfahrung notwendig, um keine Beschädigungen am Material zu verursachen. Entscheidend ist bei allen Materialien in diesem Bereich, die richtige Drehzahl. Bei Bohrungen in Stein und Beton, sowie erst recht bei Fliesen, wählt man eine niedrige Drehzahl. Das schont Material und Werkzeug.

Achtung: Nicht alle Stein- und Betonbohrer können in einer Schlagbohrmaschine verwendet werden. Lediglich jene die über eine stumpfe Spitze verfügen, eignen sich für dieses Einsatzgebiet.

Merkmale Stein- und Betonbohrer

Die Stein- und Betonbohrer haben eine eher Keilförmige Spitze, welche sich hervorragend für Bohrungen in Naturstein, Granit, Fliesen oder Beton eignen. Die härteste Variante besteht dabei aus Carbonstahl. Damit der Bohrer ohne größere Probleme durch das harte Gestein durch kommt, ist auf der Keilförmigen Spitze eine kleine Hartmetallplatte angelötet. Diese ist besonders widerstandsfähig, was die Arbeit mit dem harten Material sehr erleichtert.

Da dieser Bohrer genau genommen nicht wie die anderen schneidet sondern eher zertrümmert, werden Steinbohrer bei härteren Materialien eher in einer Schlagbohrmaschine verwendet. Hier gibt es ebenfalls eine Spirale, die den Staub aus dem Bohrloch befördert.

Achtung: Es gibt zwei unterschiedliche Stein-, beziehungsweise Betonbohrer. Solche mit scharfer Spitze werden ohne Schlagfunktion zum Beispiel bei Fliesen oder Granit eingesetzt. Für Fliesen gibt es zudem eine Diamant Härtung, welche Risse vermeiden kann. Stumpfe Spitzen kommen bei Mauerwerk oder Beton zum Einsatz.

Holzbohrer

Es ist nicht gerade einfach in ein weiches Material wie Holz zu bohren. Wird der falsche Bohrer verwendet, reißen entweder die Löcher aus, oder verbrennen sogar. Doch selbst mit dem richtigen Bohrer gilt es ein paar Dinge zu beachten. Vor allem bei sehr weichem Holz wie Fichte oder Kiefer, kann es schwierig sein saubere Bohrungen zu setzen. Zudem ist darauf zu achten, dass die Ansetzspitze am richtigen Punkt angesetzt wird. Denn ein nachjustieren ist anschließend nicht mehr möglich.

Damit die Bohrlöcher sauber gelingen, muss in jedem Fall ein scharfer Bohrer verwendet werden. Ansonsten reißen die Löcher ebenfalls aus. Eine mittlere Drehzahl sorgt zudem dafür, dass es keine Abdrücke oder verbrennungen am Holz gibt. Der Bohrer sollte ebenfalls langsam in das Material getrieben werden, da sich die Spirale ansonsten schnell zusetzen kann.

Tipp: Stumpfe Schneiden lassen sich oftmals nachschärfen, was Kosten spart. Bei härteren Holzarten kann auch eine höhere Drehzahl genutzt werden, da diese nicht so empfindlich sind wie weiche Hölzer.

Merkmale Holzbohrer

Holzbohrer sind meist aus hochwertigem, aber weicheren Werkzeugstahl gefertigt. Durch diesen lässt sich mühelos sowohl in Weic-, wie auch Hartholz bohren. Spanplatten oder MDF Platten stellen ebenfalls kein Problem dar. Jeder Holzbohrer weist eine Ansetzspitze auf, durch die eine genaue Ausrichtung möglich ist.

Durch die feine Spitze kann der Holzbohrer während der Arbeit auch nicht verrutschen. Durch die scharfen Schneiden, können die Löcher des weichen Materials auch nicht ausfransen. Am Schaft befindet sich zudem eine Spirale, die den feinen Holzstaub aus dem Bohrloch befördert.

Achtung: Holzbohrer können schneller stumpf werden. Durch ein nachschärfen muss aber nicht gleich ein neuer Bohrer gekauft werden.

Bohrerarten Holzbohrer

Holz bohren? Bitte nur mit dem passenden Holzbohrer! | Foto: AndrewLozovyi / Depositphotos.com

Fliesenbohrer

Ein ganz besonderer Fall stellt das Bohren von Fliesen dar. Hierbei muss mit bedacht vorgegangen werden, da die meisten Fliesen sehr anfällig für Schäden sind. Erfahrene Heimwerker können dafür einen feinen Steinbohrer verwenden, wobei in jedem Fall nur mit leichtem Druck und niedrigster Drehzahl gearbeitet werden sollte.

Anfänger verwenden am besten einen speziellen Fliesenbohrer. Dieser ähnelt in seiner Form einem Zylinder und hat somit keine Spitze. Der bohrende Teil ist mit kleinsten Diamanten besetzt, so dass mit nur wenig Kraftaufwand und mit leichtem Druck, in die Fliesen gebohrt werden kann.

Bei Bohrungen an Fliesen ist im Idealfall ein Akkuschrauber zu verwenden. Da dieser weniger Kraft aufbringt als eine Bohrmaschine, können Schäden am Material zusätzlich minimiert werden. Durch den spezielle Fliesenbohrer wird auch das Risiko minimiert, an den Fliesen abzurutschen und sich im schlimmsten Fall selbst zu verletzen.

Achtung: Bei arbeiten an Kacheln und Fliesen, muss immer mit niedrigster Drehzahl begonnen werden. Im Bedarfsfall kann diese Schrittweise erhöht werden. Dadurch lässt es sich vermeiden, dass die Fliesen bereits beim Beginn des Bohrens reißen können.

Universalbohrer

Der wahre Alleskönner kann für alle wichtigen Bohrungen verwendet werden, welche in Untergründe mit gemischten Materialien erfolgen sollen. Dabei ist aber zu beachten, dass der Allrounder nicht für den Dauereinsatz geeignet ist. Lediglich für den erwähnten, speziellen Bereich sollte der Universalbohrer genutzt werden. Denn obwohl dieser Bohrertyp sowohl durch Metall, Stein wie auch Holz ohne weiteres bohren kann, fällt gerade deshalb der Verschleiß unter allen anderen Varianten am höchsten aus.

Vor allem wenn der Universalbohrer in kurzen Abständen durch unterschiedliche Materialien hindurch muss, kann das dem Werkzeug stark zusetzen. Unter Umständen stumpft der Bohrer ab, oder überhitzt gar. Das kann zu unschöne Löchern und Schäden am Untergrund führen.

Achtung: Den Universalbohrer nie als Alternative zu den speziellen Bohrerarten verwenden. Das kann auf Dauer nicht nur dem Werkzeug, sondern auch dem jeweiligen Untergrundmaterial schaden. Nach Möglichkeit immer die entsprechenden Bohrer für das jeweilige Einsatzgebiet wählen.

Merkmale Universalbohrer

Besonders Vielseitig ist der Universalbohrer. Dieser ist im Grunde eine Mischung aus Metall-, Holz- und Steinbohrer. Dieses Werkzeug eignet sich für den Einsatz in Bereichen, bei denen unterschiedliche Materialien verbaut wurden. Das kann zum Beispiel die Stahlbetonwand sein. Durch die angelötete und geschliffenen Metallplatte an der Spitze, lässt sich auch gut durch Holz bohren. Zudem kann der Universalbohrer auch in einer Schlagbohrmaschine verwendet werden.

Hinweis: Trotz seiner Vielseitigkeit kann der Universalbohrer nicht als Alternative für spezielle Bohrer verwendet werden, da dieser unter anderem anfälliger für Verschleiß ist.

Sonderbohrer für spezielle Einsatzgebiete

Bisher haben wir alles wichtige zu den am häufigsten verwendeten Bohrer verraten. Doch abseits der Spiralbohrer, gibt es noch einige spezielle Varianten, die in ihrer Form und Aufbau stark von den Spiralbohrern unterscheiden. Hierbei spricht man in der Regel von Sonderbohrern. Diese haben meist ganz spezielle Einsatzgebiete, für diese gebaut wurden. Zusätzliche Anwendungsbereiche sind dabei meist nicht vorgesehen.

Die Sonderbohrer finden eigentlich ihre Verwendung vor allem im professionellen, gewerblichen Bereich. Zu diesen Sonderausführungen gehören beispielsweise

  • Senkbohrer,
  • Glasbohrer,
  • Flachfräsbohrer oder
  • Blechschälbohrer.

Wie die Namen bereits vermuten lassen, finden die Sondermodelle eher kaum Verwendung in den privaten Bereichen. Vor allem Hobby Heimwerker sollten sich auf die Verwendung der gebräuchlichen Spiralbohrer beschränken. Denn beispielsweise arbeiten an Glas, sollten aufgrund der hohen Bruchgefahr ohnehin von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.

Hinweis: Sonder- und Spezialbohrer sollten lieber von Fachleuten verwendet werden. Da die Anwendung und Handhabung mitunter kompliziert sein kann, eignen sich diese Bohrer eher für den gewerblichen Gebrauch.

Metallbohrer

Mit einem Metallbohrer lässt sich ohne Probleme auch in hartes Metall saubere Löcher bohren, oder senken. Durch die spezielle und scharfe Schneide, können die Löcher nicht ausfransen. Doch unter Umständen kann sich der Bohrer festsetzen, oder verformen und brüchig werden. Das kann dann passieren, wenn der Bohrer zu stark auf das Metall aufgedrückt wird. Auch zu hohe Drehzahlen können den Metallbohrer zum glühen bringen. Dabei wird das Werkzeug beschädigt.

Beim Bohren von Metall ist also in jedem Fall darauf zu achten, dass eine geringe Drehzahl gewählt wird. Um das ausglühen verhindern zu können, sollte während des bohrens das Werkzeug gekühlt werden. Am besten geht das mit einer speziellen Bohrpaste.

Tipp: Je nach Härte des Metalls, kann man die richtige Drehzahl wählen. In der Regel gilt, je Härter das entsprechende Material ist, desto geringer sollte die Drehzahl sein. Zudem beim Metall bohren, das Werkzeug nie zu fest aufdrücken.

Merkmale der Metallbohrer

Mit zu den besonders Leistungsstarken Bohrern, gehören die Metallbohrer. Diese eignen sich sehr gut dafür, auch in hartes Metall exakte und saubere Löcher zu setzen. Der Metallbohrer besteht in der Regel aus HSS was High Speed Steel, oder zu Deutsch Schnellarbeitsstahl bedeutet. Durch diese besonders harte Metallart, lassen sich problemlos Löcher in Stahl, Eisen, Kupfer, Messing oder Aluminium bohren.

Durch die eher flache, Kegelförmige Spitze greift der Bohrer nicht nur auf metallischem Untergrund gut, sondern kann auch für sauberer Bohrungen in Kunststoff verwendet werden. Die beiden scharfen Schneiden sorgen für ein schnelles vorankommen, während eine mittige Nut für den abtransport der entstehenden Metallspäne sorgt.

Tipp: Damit der Metallbohrer nicht ausglüht und somit Schaden nehmen kann, sollte ein Bohren eine niedrige Drehzahl verwendet werden. Auch zu festes Aufdrücken sollte vermieden werden. Hilfreich kann zudem eine Bohrpaste oder sein, die den Bohrer während des Vorgangs vor Überhitzung schützt.

Fazit

  • Für das entsprechende Material nur den geeigneten Bohrer nutzen
  • Durch besondere Merkmale lassen sich die Bohrerarten erkennen
  • Universalbohrer stellen keine Alternative zu den speziellen Bohrerarten
  • Schneiden können auch nachgeschärft werden
  • Mit der richtigen Drehzahl kann Material und Bohrer geschont werden

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