Bohrerarten - So wählen Sie den richtigen!

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Holz, Metall, Beton, Fliese – jedes Material braucht eine eigene Bohrerart. Ein falscher Bohrer macht nicht nur schlechte Löcher, er wird auch in Sekunden stumpf oder bricht. Welcher Bohrer der richtige ist, erkennen Sie fast immer an der Spitze. Diese Übersicht hilft beim Auseinanderhalten.
Die Bohrer auf einen Blick
| Material | Bohrer | Erkennungszeichen |
| Metall, Kunststoff | Spiralbohrer HSS | Kegelförmige Spitze, meist 118 Grad |
| Holz | Holzspiralbohrer | Dünne Zentrierspitze, zwei Vorschneider |
| Mauerwerk, Beton | Steinbohrer | Breite Hartmetallplatte an der Spitze |
| Fliese, Glas | Glas- und Fliesenbohrer | Speerförmige Hartmetallspitze |
| Feinsteinzeug | Diamantbohrkrone | Hohle Krone mit Diamantbesatz |
| Mehrere Materialien | Universalbohrer | Hartmetallspitze mit Schneidengeometrie |
Metallbohrer
Der Spiralbohrer aus Schnellarbeitsstahl, kurz HSS, ist der Allrounder für Stahl, Aluminium, Buntmetalle und Kunststoffe. Er hat eine kegelförmige Spitze und zwei Hauptschneiden. Es gibt ihn in drei Qualitäten: gewalzt (günstig, für gelegentliches Bohren), geschliffen (präziser und langlebiger) und mit Kobaltzusatz als HSS-Co für Edelstahl.
Beschichtungen wie Titannitrid, erkennbar an der goldenen Farbe, erhöhen die Standzeit. Die Typen N, H und W unterscheiden sich im Drallwinkel: N für normale Stähle, H für harte und spröde Werkstoffe, W für weiche wie Aluminium. Details beim Metallbohrer.
Holzbohrer
Holzbohrer haben in der Mitte eine dünne Zentrierspitze, die den Bohrer führt, und an den Außenkanten zwei Vorschneider, die die Holzfasern sauber durchtrennen, bevor die Hauptschneide sie herausholt. Das ergibt glatte Lochränder ohne Ausrisse.
Für größere Durchmesser gibt es Sonderformen: Forstnerbohrer für flache Sacklöcher, etwa für Topfscharniere, Schlangenbohrer für tiefe Löcher in Balken und Flachfräsbohrer für schnelle, grobe Löcher. Mehr beim Holzbohrer.

Stein- und Betonbohrer
Steinbohrer haben an der Spitze eine eingelötete Hartmetallplatte, die breiter ist als der Bohrerkörper. Sie arbeiten mit Schlag: Die Schlagbohrmaschine oder der Bohrhammer zertrümmert das Material, die Wendel fördert das Bohrmehl heraus.
Für die Schlagbohrmaschine haben Steinbohrer einen runden Zylinderschaft. Für den Bohrhammer braucht es Bohrer mit SDS-plus- oder SDS-max-Schaft, die im Bohrfutter axial beweglich sind. In Stahlbeton sind Bohrer mit Vierschneiden-Kopf besser, weil sie beim Treffen auf Bewehrung weniger haken. Details beim Steinbohrer und Betonbohrer.
Fliesen- und Glasbohrer
Glasierte Wandfliesen und Glas bohrt man mit einem Glas- und Fliesenbohrer mit speerförmiger Hartmetallspitze, ohne Schlag und mit niedriger Drehzahl. Beim Glas zusätzlich mit Wasser oder Öl kühlen. Mehr dazu beim Glasbohrer.
Für Feinsteinzeug, das härter ist als jede Hartmetallspitze, braucht es Diamantbohrkronen. Sie schleifen einen Ring aus dem Material und müssen mit Wasser oder in einem Bohrmodus mit Kühlwachs gekühlt werden. Wer eine Fliese mit Schlag bohrt, bekommt einen Riss und keine Bohrung.
Universalbohrer
Universalbohrer haben eine Hartmetallspitze mit einer besonderen Schneidengeometrie. Sie bohren in Holz, Metall, Mauerwerk, Fliesen und Kunststoff, bei keinem Material aber so gut wie der Spezialbohrer. Ihre Stärke liegt beim Durchbohren von Mischaufbauten, etwa einer Fliese auf Putz auf Mauerwerk, ohne den Bohrer zu wechseln. Mehr dazu beim Universalbohrer.
Sonderbohrer
| Stufenbohrer | Kegelförmig mit Stufen, bohrt verschiedene Durchmesser in dünnes Blech. Siehe Stufenbohrer. |
| Kegelsenker | Erzeugt eine kegelförmige Vertiefung für Senkkopfschrauben. |
| Lochsäge | Sägt kreisrunde Öffnungen für Steckdosen oder Rohre. |
| Bohrkrone | Für große Durchbrüche in Mauerwerk und Beton, siehe Kernbohrmaschine. |
| Zapfensenker | Bohrt Löcher für Holzdübel und die passenden Zapfen dazu. |
Bohrer richtig einsetzen
Drehzahl: Je größer der Durchmesser und je härter das Material, desto langsamer. Ein 10-mm-Bohrer in Stahl läuft deutlich langsamer als ein 3-mm-Bohrer in Holz.
Schlag nur bei Stein. In Holz, Metall, Fliese und Glas bleibt die Schlagfunktion aus. Wer mit Schlag in eine Fliese geht, sprengt die Glasur ab.
Kühlen bei Metall. Ein Tropfen Schneidöl verlängert die Standzeit erheblich und gibt sauberere Löcher.
Vorbohren bei großen Durchmessern. Ab etwa 8 mm lohnt es sich in Metall, erst mit einem kleinen Bohrer vorzubohren, weil die Querschneide des großen Bohrers sonst schlecht zentriert.
Woran Sie gute Bohrer erkennen
Geschliffene Bohrer haben glänzende, gleichmäßige Schneiden und einen sauberen Übergang zum Schaft. Gewalzte Bohrer sind oft schwarz und rauer. Bei Steinbohrern lohnt ein Blick auf die Lötstelle: Die Hartmetallplatte muss sauber und fest eingelötet sein, ohne Spalt. Billige Bohrer in Riesensets mit 100 Teilen enthalten oft viele Größen, die man nie braucht, und in den häufigen Größen schlechte Qualität. Sinnvoller ist ein kleineres Set in guter Qualität plus Einzelbohrer in den Größen, die man ständig benutzt, meist 6, 8 und 10 mm.
Häufige Fragen
Kann ich mit einem Metallbohrer in Holz bohren?
Ja, er funktioniert, aber die Lochränder werden ausgefranster, und der Bohrer verläuft leichter. Für saubere Löcher im Möbelbau lieber den Holzbohrer nehmen.
Warum wird mein Steinbohrer so schnell stumpf?
Meist, weil er ohne Schlag in Beton bohrt oder weil er auf Bewehrungsstahl trifft. Auch überhitzte Bohrer verlieren ihre Hartmetallplatte.
Welche Bohrer brauche ich für den Anfang?
Ein Set Holz-, Metall- und Steinbohrer von 4 bis 10 mm reicht für die meisten Arbeiten im Haushalt. Stumpfe Metallbohrer lassen sich nachschärfen, wie der Beitrag Bohrer richtig schleifen zeigt.



