Tevigo 90670 Energiekosten Messgerät im Praxistest

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Das Tevigo 90670 ist ein Energiekosten-Messgerät als Zwischenstecker: zwischen Steckdose und Verbraucher gesteckt, zeigt es Leistung, Verbrauch und Stromkosten eines einzelnen Geräts. Es gehört zur günstigen Klasse dieser Geräte, bietet aber mehr Anzeigen als viele Konkurrenten. Für die Jagd auf Stromfresser im Haushalt reicht es, für Präzisionsmessungen an Kleinstverbrauchern nicht.
Die Daten im Überblick
| Betriebsspannung | 230 V~, 50 Hz |
| Belastbarkeit | bis 16 A beziehungsweise 3680 W |
| Eigenverbrauch | laut Hersteller unter 0,5 W |
| Energieanzeige | 0 bis 999,9 kWh |
| Zeitanzeige | 0 bis 999,9 Stunden |
| Speicher | eingebauter Li-Ion-Akku |
| Betriebstemperatur | +5 bis +40 °C, nur Innenräume |
| Ausstattung | großes Display, 4-Tasten-Bedienung, Kinderschutz an der Steckdose |
| Gewicht | rund 240 g mit Verpackung |
Was das Gerät anzeigt
Neben den Grundwerten – momentane Leistung in Watt, aufgelaufene Energie in Kilowattstunden, Kosten und Einschaltdauer – zeigt das Tevigo auch Spannung, Stromstärke, Frequenz und Leistungsfaktor. Diese Zusatzwerte sind bei einfachen Zwischensteckern nicht selbstverständlich. Der Leistungsfaktor ist nützlich, um zu verstehen, warum ein Netzteil mehr Strom zieht, als seine Wattzahl vermuten lässt.
Der Strompreis lässt sich in Cent je Kilowattstunde frei einstellen. Ohne Eingabe misst das Gerät trotzdem Leistung und Verbrauch; nur die Kostenanzeige stimmt dann nicht.

Wie ein solches Gerät misst
Im Inneren arbeitet ein elektronisches Messwerk: Es tastet Spannung und Strom viele Male pro Sekunde ab und berechnet daraus die Wirkleistung, also genau die Leistung, die auch der Stromzähler im Keller abrechnet. Die Energie ergibt sich durch Aufsummieren über die Zeit. Mechanische Teile wie die Drehscheibe alter Ferraris-Zähler gibt es darin nicht. Ausführlicher zur Technik steht unter Stromzähler für die Steckdose.
Der Akku als Speicher
Der eingebaute Akku sorgt dafür, dass Messwerte und Tarif erhalten bleiben, wenn das Gerät aus der Steckdose gezogen wird. Das ist bei Langzeitmessungen wichtig: Sie können einen Kühlschrank eine Woche lang messen, das Gerät abziehen und die Werte in Ruhe am Schreibtisch ablesen. Bei Geräten ohne Speicher sind die Daten in diesem Moment verloren.
Wofür sich das Tevigo eignet
- Kühl- und Gefriergeräte über 24 Stunden oder länger messen und auf das Jahr hochrechnen.
- Standby-Verbrauch von Fernseher, Receiver, Soundbar und Kaffeemaschine sichtbar machen.
- Waschmaschine und Spülmaschine über einen kompletten Programmdurchlauf messen.
- Heizlüfter oder Elektroheizkörper im Betrieb beobachten, um die Heizkosten einzelner Räume abzuschätzen.
Wie Sie eine Wohnung systematisch durchmessen und das Ergebnis in Euro umrechnen, zeigt der Beitrag Strommessgerät.
Die Grenzen
Sehr kleine und unregelmäßige Lasten sind für günstige Zwischenstecker schwierig. Dazu gehören einzelne LED-Lampen: Ihre Netzteile ziehen den Strom in kurzen Spitzen statt gleichmäßig, und bei wenigen Watt Leistung liegt das nahe an der Messgrenze. Die angezeigten Werte können dann deutlich danebenliegen. Eine genaue untere Messgrenze nennt der Hersteller nicht; für einzelne Lampen ist das Gerät keine verlässliche Wahl.
Fest angeschlossene Geräte wie Herd, Durchlauferhitzer oder Deckenleuchten lassen sich mit keinem Zwischenstecker messen. Außen darf das Gerät nicht eingesetzt werden – es ist nur für trockene Innenräume zwischen 5 und 40 °C zugelassen.
Richtig messen mit dem Tevigo
- Tarif eingeben. Den Arbeitspreis aus der letzten Stromabrechnung, in Cent je Kilowattstunde.
- Speicher zurücksetzen, bevor ein neues Gerät gemessen wird.
- Messgerät einstecken, dann den Verbraucher. Nicht umgekehrt, sonst fehlt der Einschaltvorgang.
- Ausreichend lange messen. Bei Kühlgeräten mindestens einen Tag, besser eine Woche.
- Werte notieren und auf das Jahr hochrechnen: Kilowattstunden je Tag mal 365.
Bedienung und Anleitung
Die Bedienung erfolgt über vier Tasten, mit denen Sie durch die Anzeigen blättern und den Tarif einstellen. Das große Display ist ein Vorteil an schlecht zugänglichen Steckdosen. Die mitgelieferte Anleitung ist knapp gehalten; wer sich mit solchen Geräten nicht auskennt, braucht etwas Ausprobieren, um die Tarifeingabe zu finden. Das Display ist ein einfaches LCD ohne Beleuchtung und lässt sich je nach Blickwinkel unterschiedlich gut ablesen – schräg von oben ist es oft besser als frontal.
Sicherheit
Das Gerät ist bis 16 A zugelassen. Dauerlasten nahe dieser Grenze – Heizlüfter mit 2000 W und mehr – belasten jeden Zwischenstecker. Prüfen Sie nach einigen Minuten, ob das Gehäuse warm wird. Stecken Sie keine Mehrfachsteckdose mit mehreren großen Verbrauchern dahinter, und ziehen Sie das Gerät nach der Messung wieder ab.

Einordnung
Das Tevigo 90670 liegt preislich im unteren Bereich und bietet dafür eine große Auswahl an Anzeigen, einen Speicher und Kinderschutz. Wer nur Kühlschrank, Waschmaschine und Standby-Verbraucher prüfen will, ist damit ausreichend ausgestattet. Wer genaue Werte bei Lasten unter wenigen Watt braucht, sollte ein Gerät wählen, dessen Hersteller eine niedrige Messschwelle und Genauigkeit ausdrücklich angibt. Vergleichbare Geräte sind etwa der Brennenstuhl PM 231 E und der Logilight EM0001; einen allgemeinen Überblick gibt das Energiekostenmessgerät.
Häufige Fragen
Muss der Akku geladen werden?
Er lädt sich auf, während das Gerät in der Steckdose steckt. Er dient nur dazu, Messwerte und Einstellungen zu halten.
Kann ich damit mein Balkonkraftwerk messen?
Dafür ist das Gerät nicht ausgewiesen. Ob es Einspeisung korrekt erfasst, ist den Herstellerangaben nicht zu entnehmen.
Wie lange sollte ich einen Kühlschrank messen?
Mindestens 24 Stunden, besser eine Woche. Der Kompressor läuft in Intervallen, und kurze Messungen führen zu falschen Hochrechnungen.



