Drucksprüher

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Ein Drucksprüher ist ein Behälter, in den Sie Luft pumpen, bis der Druck die Flüssigkeit fein zerstäubt durch eine Düse treibt. Damit verteilen Sie Wasser, Dünger, Reinigungsmittel oder Holzschutz gleichmäßig und sparsam. Welche Größe passt, entscheidet die Fläche – welche Dichtungen, entscheidet das Mittel.
Wie das Prinzip funktioniert
Im Deckel sitzt eine Kolbenpumpe. Mit jedem Pumphub drücken Sie Luft in den Raum über der Flüssigkeit. Öffnen Sie das Ventil am Griff, schiebt dieser Luftpolster die Flüssigkeit durch Schlauch und Lanze zur Düse. Handelsübliche Pumpsprüher arbeiten mit einem Druck von etwa 2 bis 3 bar; ein Überdruckventil verhindert, dass der Behälter zu viel abbekommt.
Der Druck fällt mit jedem gesprühten Liter. Deshalb muss man zwischendurch nachpumpen, und das Sprühbild ist nie ganz gleichmäßig. Wer über längere Zeit eine exakte Menge ausbringen muss, etwa bei Pflanzenschutz auf größeren Flächen, braucht einen Druckregler oder ein Akkugerät.
Die Bauarten
- Handsprüher, 0,5 bis 2 Liter. Für Zimmerpflanzen, Fensterbänke, kleine Beete. Leicht, aber mühsam bei mehr als einer Füllung.
- Pumpsprüher, 3 bis 8 Liter. Der Standard für den Garten. Mit Schultergurt, Lanze und meist verstellbarer Düse. Ein bekanntes Beispiel ist der Drucksprüher Solo 456.
- Rückenspritze, 10 bis 20 Liter. Wird wie ein Rucksack getragen, gepumpt wird mit einem seitlichen Hebel während des Gehens. Für große Gärten, Obstwiesen, Weinbau.
- Akku-Drucksprüher. Eine elektrische Pumpe hält den Druck konstant. Das Sprühbild bleibt gleich, das Pumpen entfällt. Teurer, dafür deutlich bequemer.
- Schaumsprüher. Mischt Luft ins Mittel und trägt Schaum auf. Für Reinigung von Fahrzeugen, Fassaden und senkrechten Flächen, an denen Flüssigkeit sofort abläuft.
Welche Größe für welche Fläche
| Einsatz | Behälter | Gewicht gefüllt etwa |
| Zimmerpflanzen, Balkon | 1–2 l | 1,5–2,5 kg |
| Beete, Hecke, Terrasse | 5 l | 6–7 kg |
| Obstbäume, großer Garten | 8–12 l | 10–15 kg |
| Weinbau, Kleinlandwirtschaft | 15–20 l | 18–25 kg |
Rechnen Sie immer das Füllgewicht mit: Ein Liter Wasser wiegt ein Kilogramm. Ein 8-Liter-Sprüher mit Gerät und Füllung zieht schon spürbar an der Schulter; darüber ist die Rückenspritze die bessere Wahl, weil sie das Gewicht auf beide Schultern verteilt.
Welche Mittel das Gerät verträgt
Nicht jeder Sprüher verträgt jedes Mittel. Entscheidend sind die Dichtungen:
- Standarddichtungen (NBR, EPDM) vertragen Wasser, Dünger und die meisten wässrigen Mittel.
- FKM- oder Viton-Dichtungen braucht es für Öle, Lösemittel, Holzschutz auf Lösemittelbasis, Schalöl und viele Reinigungsmittel. Mit Standarddichtungen quellen diese auf, das Gerät wird undicht.
- Säurefeste Ausführungen gibt es für Zementschleierentferner und saure Reiniger.
Die Angaben stehen in der Bedienungsanleitung. Im Zweifel beim Hersteller nachfragen, denn eine undichte Lanze mit Lösemittel über der Hand ist kein Spaß.
Pflanzenschutz: was erlaubt ist
Pflanzenschutzmittel dürfen nicht auf befestigten Flächen wie Wegen, Einfahrten und Terrassen ausgebracht werden – das gilt ausdrücklich auch für Hausmittel wie Essig und Salz. Im Garten dürfen Hobbygärtner nur Mittel verwenden, die für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind, und nur für den Zweck, der auf der Packung steht. Für Unkraut auf Pflaster gibt es mechanische und thermische Wege, etwa einen elektrischen Unkrautvernichter.
Verwenden Sie für Unkrautmittel einen eigenen, gekennzeichneten Sprüher. Selbst nach gründlichem Spülen bleiben Reste im Schlauch, und die nächste Düngung der Tomaten ist dann keine mehr. Speziellere Geräte beschreibt der Beitrag zur Unkrautspritze.
Richtig sprühen
- Mittel exakt dosieren. Erst Wasser einfüllen, dann das Mittel, dann umrühren oder schwenken. Nie über die Markierung füllen – der Luftraum wird gebraucht.
- Dicht verschließen und pumpen, bis das Überdruckventil anspricht oder der Widerstand deutlich zunimmt.
- Düse einstellen. Feiner Nebel für Blätter, grober Strahl für gezielte Stellen. Feiner Nebel treibt bei Wind weit.
- Nur bei Windstille sprühen, möglichst morgens oder abends, nicht in praller Sonne und nicht vor Regen.
- Vor dem Öffnen Druck ablassen. Über das Ventil am Deckel, nie durch Aufschrauben unter Druck.
Reinigen und lagern
Nach jedem Einsatz mehrfach mit klarem Wasser nachspülen und das Spülwasser über die behandelte Fläche aussprühen, nicht in den Abfluss. Düse und Filter abschrauben und ausspülen – eingetrocknete Rückstände sind der häufigste Grund für ein verstopftes Sprühbild. Den Behälter offen und kopfüber trocknen lassen, frostfrei lagern. Die Pumpendichtung freut sich über einen Tropfen Silikonöl vor der Saison.
Typische Fehler
- Ein Gerät für alles. Unkrautmittel, Dünger und Wasser aus demselben Behälter – das gibt früher oder später Schäden an Pflanzen.
- Falsche Dichtungen für Öl und Lösemittel. Das Gerät ist nach einer Saison undicht.
- Unter Druck gelagert. Die Dichtungen ermüden, der Behälter kann sich verformen.
- Ohne Schutz gesprüht. Handschuhe und Schutzbrille gehören bei jedem Mittel außer Wasser dazu; was auf dem Etikett steht, gilt.
Häufige Fragen
Was kostet ein Drucksprüher?
Handsprüher gibt es ab 5 Euro, gute Pumpsprüher mit 5 Litern bei 20 bis 60 Euro. Rückenspritzen kosten 60 bis 200 Euro, Akku-Geräte 80 bis 250 Euro.
Kann ich einen Drucksprüher im Haus verwenden?
Ja, etwa für Schimmelentferner, Imprägnierung oder Zimmerpflanzen. Sorgen Sie für Lüftung und decken Sie Böden und Möbel ab.
Lässt sich Farbe damit sprühen?
Dünne Lasuren und Holzschutzmittel ja, sofern die Dichtungen passen. Für Farbe ist ein Farbsprühsystem die richtige Wahl.


