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Heimwerker-Berater

Unkrautspritze

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was im Hausgarten erlaubt ist
  2. Die Bauformen
  3. Ausstattung, die sich lohnt
  4. Worauf Sie beim Kauf achten
  5. Eine Spritze nur für Herbizide
  6. So wird gearbeitet
  7. Restmengen und Reinigung
  8. Alternativen zur Chemie
  9. Pflege und Lagerung
  10. Häufige Fragen

Eine Unkrautspritze ist ein Drucksprüher, mit dem Unkrautbekämpfungsmittel gezielt auf einzelne Pflanzen oder Flächen gebracht werden. Technisch unterscheidet sie sich kaum von einer Gartenspritze für Pflanzenschutz oder Pflanzenstärkung. Der wichtigere Teil ist nicht das Gerät, sondern die Frage, was Sie damit wo spritzen dürfen – und da ist der Spielraum im Hausgarten enger, als viele glauben.

Was im Hausgarten erlaubt ist

Im Haus- und Kleingarten dürfen nur Pflanzenschutzmittel verwendet werden, die ausdrücklich für nicht berufliche Anwender zugelassen sind. Das steht auf der Packung. Die Gebrauchsanweisung ist verbindlich: Dosierung, Anwendungsgebiet, Wartezeiten und Abstände.

Auf befestigten Flächen ist der Einsatz grundsätzlich verboten: Wege, Terrassen, Einfahrten, Pflaster, Plattenbeläge, Hofflächen. Das gilt auch für Hausmittel wie Essig und Salz, die als Pflanzenschutzmittel angewendet werden. Der Grund: Von versiegelten Flächen gelangen die Mittel direkt in Kanalisation und Gewässer. Verstöße können teuer werden.

Auf Wegen bleiben mechanische Methoden: Unkrautbürste, Fugenkratzer, Abflammen oder heißes Wasser.

Die Bauformen

BauformVolumenEinsatz
Handsprüher0,5–2 leinzelne Pflanzen, Kübel, kleine Stellen
Drucksprüher mit Lanze5–8 lBeete, einzelne Flächen im Garten
Rückenspritze12–20 lgroße Flächen, Obstgarten

Bei Drucksprühern wird mit einer Handpumpe Luftdruck im Behälter aufgebaut, der die Flüssigkeit durch Schlauch und Lanze drückt. Mehr zur Technik steht unter Drucksprüher.

Ausstattung, die sich lohnt

  • Sprühlanze. Sie hält Abstand zwischen Gesicht und Sprühnebel und bringt das Mittel gezielt an den Boden.
  • Verstellbare Düse. Vom feinen Strahl für einzelne Pflanzen bis zum breiten Fächer für Flächen.
  • Spritzschirm. Eine Haube um die Düse verhindert, dass Tropfen auf Nachbarpflanzen gelangen. Bei Herbiziden besonders sinnvoll.
  • Überdruckventil. Lässt überschüssigen Druck ab und verhindert, dass der Behälter platzt.
  • Füllstandsskala. Erleichtert das exakte Dosieren.
  • Beständige Dichtungen. Viton-Dichtungen halten auch aggressiven Mitteln stand, einfache Gummidichtungen quellen auf.

Worauf Sie beim Kauf achten

Ein stabiler Behälter mit breiter Einfüllöffnung erspart verschüttete Flüssigkeit. Der Tragegurt sollte gepolstert sein, denn ein gefüllter 5-Liter-Sprüher wiegt mit Gerät gut 6 kg. Eine Lanze aus Messing oder Edelstahl hält länger als eine aus Kunststoff und lässt sich besser reinigen. Wichtig sind außerdem erhältliche Ersatzteile, vor allem Dichtungen und Düsen, denn sie verschleißen zuerst. Einfache Drucksprüher mit 5 Litern kosten ab etwa 20 Euro, solide Markengeräte 40 bis 80 Euro, Rückenspritzen deutlich mehr.

Eine Spritze nur für Herbizide

Auch nach gründlichem Spülen bleiben Reste im Behälter, im Schlauch und in den Dichtungen. Wer mit derselben Spritze später Gemüse mit Pflanzenstärkungsmitteln behandelt, riskiert Schäden. Kennzeichnen Sie eine Spritze ausschließlich für Unkrautmittel, etwa mit einem wasserfesten Stift oder farbigem Klebeband.

So wird gearbeitet

  1. Wetter prüfen. Windstill, trocken, kein Regen in den nächsten Stunden. Nicht bei praller Mittagshitze.
  2. Schutz anziehen. Handschuhe, lange Kleidung, bei Bedarf Schutzbrille. Die Gebrauchsanweisung des Mittels nennt die nötige Schutzausrüstung.
  3. Erst Wasser, dann Mittel. Etwa die Hälfte des Wassers einfüllen, das Mittel nach Dosieranleitung dazugeben, restliches Wasser auffüllen. So mischt es sich besser und schäumt weniger.
  4. Nur so viel ansetzen, wie gebraucht wird. Reste sind das eigentliche Entsorgungsproblem.
  5. Verschließen, Druck aufbauen, nicht über den zulässigen Druck pumpen.
  6. Gezielt sprühen, mit Spritzschirm und niedriger Düse, nicht über Nachbarpflanzen oder in Richtung Gewässer.
  7. Kinder und Haustiere fernhalten, bis die behandelten Flächen abgetrocknet sind.

Restmengen und Reinigung

Reste gehören nicht in Ausguss, Toilette oder Gully. Kleine Restmengen im Behälter mit etwas Wasser verdünnen und auf der bereits behandelten Fläche ausbringen, soweit die Gebrauchsanweisung das zulässt. Unverdünnte Reste und angebrochene Packungen, die nicht mehr gebraucht werden, bringen Sie zur Schadstoffsammelstelle Ihrer Gemeinde.

Danach Behälter, Schlauch und Lanze mehrmals mit klarem Wasser durchspülen und die Spülflüssigkeit ebenfalls auf der behandelten Fläche versprühen. Druck ablassen, Spritze offen trocknen lassen.

Alternativen zur Chemie

Im Beet sind Hacke und Mulch die dauerhaftere Lösung: Eine Mulchschicht nimmt keimendem Unkraut das Licht, regelmäßiges Hacken erwischt es jung. Für Beete eignen sich Unkrautharke und Wiedehopfhacke, auf Wegen die Bürste oder ein elektrischer Unkrautvernichter mit Heißluft. Im Rasen hilft vor allem ein dichter Bestand, siehe Unkraut im Rasen bekämpfen.

Pflege und Lagerung

Die Spritze leer und trocken lagern, frostfrei, weil Restwasser in Pumpe und Ventilen bei Frost Dichtungen sprengt. Dichtungen gelegentlich mit Silikonfett geschmeidig halten. Pflanzenschutzmittel selbst gehören verschlossen, in der Originalverpackung und für Kinder unerreichbar aufbewahrt, getrennt von Lebens- und Futtermitteln.

Häufige Fragen

Welche Größe brauche ich für den Hausgarten?

Ein Drucksprüher mit 5 Litern reicht für die meisten Gärten. Handsprüher genügen für einzelne Pflanzen, Rückenspritzen lohnen erst bei großen Flächen.

Darf ich Essig in die Unkrautspritze füllen?

Nicht als Unkrautmittel. Essig ist nicht als Pflanzenschutzmittel zugelassen, und auf befestigten Flächen ist jedes Mittel verboten.

Kann ich mit der Spritze auch düngen?

Mit einer separaten, sauberen Spritze ja, etwa für Blattdünger oder Pflanzenjauchen. Nicht mit der Spritze, die schon Herbizide enthalten hat.

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