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Heimwerker-Berater

Holzunterstand

Gartenvon Christoph5 Min. · 9 Abschnitte
Holzunterstand
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wozu der Unterstand da ist
  2. Wie viel Platz Sie brauchen
  3. Holz oder Metall
  4. Der richtige Standort
  5. Worauf es beim Kauf ankommt
  6. Selbst bauen oder kaufen
  7. Pflege über die Jahre
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Ein Holzunterstand ist ein überdachtes Regal, in dem Brennholz trocknet und trocken bleibt. Er schützt vor Regen und Schnee von oben, muss aber an den Seiten Luft durchlassen. Ein Unterstand, der das Holz rundum einpackt, ist schlechter als gar keiner – das Holz schimmelt, statt zu trocknen.

Wozu der Unterstand da ist

Frisch geschlagenes Holz enthält je nach Holzart 40 bis 60 Prozent Wasser. Zum Heizen darf es nach der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung nur mit weniger als 25 Prozent Feuchte verwendet werden, sauber und effizient brennt es erst unter 20 Prozent. Nasses Holz qualmt, verrußt Scheibe und Schornstein und liefert nur einen Bruchteil der Wärme, weil die Energie ins Verdampfen des Wassers geht.

Der Unterstand sorgt dafür, dass Wind und Sonne das Holz durchtrocknen, ohne dass Regen es wieder nass macht. Bei gespaltenem, luftig gestapeltem Holz dauert das bei Fichte und Kiefer etwa ein Jahr, bei Buche und Eiche eher zwei. Wie Sie das Holz richtig aufschichten, steht im Beitrag Brennholz lagern.

Wie viel Platz Sie brauchen

Brennholz wird in Raummetern (rm) gerechnet: ein Kubikmeter geschichtetes Holz einschließlich der Luft dazwischen. Ein Festmeter massives Holz ergibt gespalten und gestapelt etwa 1,4 Raummeter.

NutzungBedarf je SaisonUnterstand ab
Kamin gelegentlich, Wochenende1–2 rmca. 1,5 m³
Kaminofen als Zusatzheizung3–6 rmca. 4 m³
Hauptheizung mit Holz10 rm und mehrSchuppen oder mehrere Regale

Planen Sie mindestens zwei Jahresmengen: eine, die gerade trocknet, und eine, die verheizt wird. Wer nur für eine Saison Platz hat, heizt zwangsläufig mit zu feuchtem Holz.

Holz oder Metall

Unterstände aus Holz – meist kesseldruckimprägnierte Kiefer oder Fichte – fügen sich gut in den Garten ein. Sie brauchen eine regelmäßige Kontrolle, ob Dach und Füße noch intakt sind, und halten je nach Pflege zehn bis zwanzig Jahre.

Metallregale aus verzinktem oder pulverbeschichtetem Stahl sind leichter aufzubauen, oft modular erweiterbar und praktisch verrottungsfrei. Meist fehlt ihnen allerdings ein richtiges Dach; eine Abdeckhaube aus Plane ist Standard. Achten Sie darauf, dass sie nur oben und an der Wetterseite schützt.

Kleine Regale für innen fassen 0,1 bis 1 m³ und dienen als Vorrat neben dem Ofen. Sie ersetzen keinen Unterstand im Freien, weil drinnen nur bereits trockenes Holz gelagert werden sollte. Für die paar Scheite neben dem Ofen reicht auch ein Kaminholzkorb.

Vordach als Holzunterstand
Vordach als Holzunterstand | Foto: apxipro / Depositphotos.com

Der richtige Standort

  • Sonnig und windig. Die Südseite oder Westseite eines Grundstücks trocknet am besten.
  • Rückwand zur Wetterseite, offene Front in Richtung Sonne.
  • Nicht direkt an der Hauswand. Mindestens 10 cm Abstand, damit Luft zirkuliert und keine Feuchtigkeit an die Fassade kommt.
  • Kurzer Weg zur Haustür. Im Januar werden Sie dankbar sein.
  • Nicht unter Bäumen. Tropfwasser und Laub halten alles feucht.

Ein Vordach oder der Dachüberstand einer Garage kann als Unterstand dienen, solange das Holz nicht an geschlossenen Wänden gestapelt wird.

Worauf es beim Kauf ankommt

  1. Bodenabstand. Das Holz muss 10 bis 20 cm über dem Boden liegen, sonst zieht es Feuchtigkeit von unten. Paletten oder Kanthölzer als Unterbau helfen bei Modellen ohne Boden.
  2. Tiefe. Übliche Scheitlängen sind 25, 33 und 50 cm. Ein Regal mit 70 cm Tiefe nimmt zwei Reihen 33-cm-Scheite hintereinander auf.
  3. Dachüberstand. Mindestens 15 bis 20 cm nach vorne, damit Schlagregen nicht an die Stirnseiten kommt.
  4. Offene Seitenwände. Latten mit Spalt oder Gitter, keine geschlossenen Bretter.
  5. Standsicherheit. Ein voller Unterstand wiegt Tonnen. Ein Raummeter Buchenholz, trocken, bringt 400 bis 500 kg auf die Waage. Große Modelle gehören auf ein festes Fundament oder Punktfundamente.

Selbst bauen oder kaufen

Einfache Bausätze gibt es ab etwa 50 Euro, stabile Unterstände aus Holz mit richtigem Dach für mehrere Raummeter kosten 200 bis 500 Euro und mehr. Ein Eigenbau aus Kanthölzern, Latten und Trapezblech ist nicht schwer und lässt sich genau an Platz und Scheitlänge anpassen. Eine Anleitung finden Sie unter einen Holzunterstand bauen.

Ob ein Holzunterstand genehmigungspflichtig ist, regelt das Landesbaurecht. Kleine, offene Unterstände sind meist verfahrensfrei, an der Grundstücksgrenze gelten aber Abstandsregeln.

Pflege über die Jahre

Ein Holzunterstand steht jahrelang voll beladen im Wetter. Einmal im Jahr, am besten im Spätsommer, bevor die neue Ladung kommt, lohnt ein kurzer Rundgang.

Das Dach zuerst. Ein undichtes Dach macht den ganzen Unterstand nutzlos. Bei Bitumenschindeln oder Dachpappe auf Blasen und Risse achten, bei Trapezblech auf lose Schrauben. Laub und Nadeln aus Rinnen und von der Dachfläche entfernen.

Dann die Füße. Pfosten, die in der Erde stecken oder auf nassem Pflaster stehen, faulen von unten. Stecken Sie einen Schraubenzieher an der Übergangszone ins Holz: Gibt es leicht nach, ist der Pfosten morsch. Pfostenschuhe oder Einschlaghülsen aus verzinktem Stahl verlängern die Lebensdauer deutlich, weil das Holz keinen Bodenkontakt mehr hat.

Zuletzt die Reste. Rinde, Späne und Holzstaub sammeln sich am Boden und halten Feuchtigkeit. Fegen Sie den leeren Unterstand aus, bevor Sie neu stapeln. Das nimmt auch Asseln, Mäusen und Holzschädlingen den bequemen Unterschlupf. Metallregale brauchen weniger Pflege, freuen sich aber über das Ausbessern von Lackschäden, bevor Rost darunter kriecht.

Typische Fehler

  • Plane rundum. Unter einer komplett geschlossenen Plane kondensiert Feuchtigkeit, das Holz schimmelt.
  • Frisches Holz ungespalten eingelagert. Rundlinge trocknen durch die Rinde kaum. Erst spalten, dann stapeln.
  • Zu dicht gestapelt. Zwischen den Reihen und an der Rückwand ein paar Zentimeter Luft lassen.
  • Nie nachgemessen. Ein Holzfeuchtemessgerät kostet wenig und zeigt, ob das Holz wirklich ofenfertig ist.

Häufige Fragen

Braucht ein Holzunterstand einen Boden?

Nicht zwingend, aber das Holz darf nicht auf der Erde liegen. Ein Lattenrost, Paletten oder ein Kiesbett mit Kanthölzern halten es trocken.

Kann ich das Holz direkt aus dem Unterstand verheizen?

Ja, wenn es lange genug gelagert hat. Ein paar Tage im warmen Haus vor dem Verfeuern schaden aber nicht, weil die Oberfläche im Winter immer etwas Feuchtigkeit aufnimmt.

Wie schütze ich den Unterstand vor Holzschädlingen?

Gar nicht mit Chemie. Trockenes Holz und eine gute Belüftung sind der beste Schutz. Rinde, unter der sich Käfer halten, fällt beim Spalten und Stapeln ohnehin teilweise ab.

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