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Heimwerker-Berater

Gaskaminofen

Haushaltvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
Gaskaminofen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie ein Gaskaminofen arbeitet
  2. Die Bauarten
  3. Erdgas oder Flüssiggas
  4. Was er kann – und was nicht
  5. Kosten realistisch planen
  6. Aufstellen und Abnahme
  7. Wartung
  8. Für wen er passt
  9. Häufige Fragen

Ein Gaskaminofen sieht aus wie ein Kaminofen, verbrennt aber Erdgas oder Flüssiggas statt Holz. Er liefert die Flamme ohne Holzschleppen, Asche und Anheizen und lässt sich per Fernbedienung oder Thermostat steuern. Dafür braucht er einen Gasanschluss und eine Abgasführung – und die Stimmung eines knisternden Holzfeuers erreicht er nicht ganz.

Wie ein Gaskaminofen arbeitet

Im Brennraum sitzt ein Gasbrenner, meist unter keramischen Holzimitaten, Kieseln oder Glassteinen. Eine Zündflamme oder eine elektronische Zündung startet den Brenner, eine Zündsicherung sperrt die Gaszufuhr, sobald die Flamme erlischt. Die Scheibe ist fest verschlossen; Sie legen nichts nach und öffnen im Betrieb nichts.

Die Heizleistung liegt meist zwischen 3 und 8 kW und lässt sich stufenlos regeln. Der Wirkungsgrad moderner Geräte liegt bei rund 80 Prozent und darüber – deutlich mehr als bei einem offenen Kamin.

Die Bauarten

BauartAbgas und LuftEinsatz
RaumluftabhängigLuft aus dem Raum, Abgas in den SchornsteinAltbau mit vorhandenem Schornstein
RaumluftunabhängigLuft und Abgas über koaxiales RohrNiedrigenergiehaus, Lüftungsanlage
AußenwandanschlussKoaxialrohr direkt durch die WandKein Schornstein vorhanden
Mobiler Gasofenohne Abgasführung, Flüssiggasflaschekein Kaminofen, nur Zusatzheizung

Mobile Gasöfen mit Propanflasche werden oft unter demselben Begriff verkauft, sind aber etwas anderes: Heizgeräte ohne Abgasführung mit Sauerstoffmangelsicherung. Sie gehören in gut belüftete Räume und sind kein Ersatz für einen fest installierten Ofen. Mehr dazu beim Katalytofen.

Erdgas oder Flüssiggas

Erdgas ist die bequemste Lösung, wenn das Haus ohnehin angeschlossen ist. Die Leitung zum Ofen verlegt ein eingetragener Installateur, danach läuft der Ofen ohne weiteres Zutun.

Flüssiggas (Propan) kommt aus einem Tank im Garten oder aus Flaschen. Die meisten Geräte lassen sich durch Tausch der Düsen und Einstellung des Brenners von einer Gasart auf die andere umstellen. Das ist Fachbetriebsarbeit und muss vom Hersteller für das Modell vorgesehen sein.

Propan ist schwerer als Luft und sammelt sich bei einem Leck am Boden. Flüssiggasflaschen gehören deshalb nie in Keller oder andere Räume unter Geländeniveau.

Was er kann – und was nicht

Dafür
  • Feuer per Knopfdruck, auch für eine halbe Stunde
  • kein Brennholz, keine Asche, kein Rauchgeruch
  • regelbar per Thermostat
  • keine Feinstaubgrenzwerte wie bei Holzöfen
  • geringer Wartungsaufwand
Dagegen
  • Gasanschluss nötig, bei Flüssiggas aufwendig
  • laufende Brennstoffkosten, abhängig vom Gaspreis
  • Flammenbild wirkt gleichmäßiger als Holzfeuer
  • fossiler Brennstoff

Kosten realistisch planen

Einfache Gaskaminöfen beginnen bei etwa 1.000 Euro, gut verarbeitete Geräte mit Panoramascheibe und Thermostat liegen bei 2.000 bis 5.000 Euro. Die Nebenkosten werden oft unterschätzt: Gasleitung, Abgasrohr oder Wanddurchführung und Abnahme durch den Schornsteinfeger kommen dazu und können je nach Leitungsweg leicht 1.000 Euro und mehr ausmachen.

Der Verbrauch hängt an der Leistung. Ein Ofen mit 5 kW, der auf voller Stufe läuft, verbraucht rund einen halben Kubikmeter Erdgas pro Stunde. Wer abends drei Stunden auf mittlerer Stufe heizt, landet bei den heutigen Gaspreisen meist im Bereich von ein bis zwei Euro pro Abend.

Aufstellen und Abnahme

  1. Schornsteinfeger vorab fragen. Er klärt, ob der vorhandene Schornstein passt oder ob ein Außenwandanschluss erlaubt ist. Die Regeln dazu stehen im Beitrag Gaskamin ohne Schornstein.
  2. Aufstellort wählen. Abstände zu brennbaren Bauteilen und Möbeln stehen in der Montageanleitung. Sie sind bei Gasöfen meist geringer als bei Holzöfen, aber nicht null.
  3. Gasleitung durch den Fachbetrieb. Arbeiten an Gasleitungen sind in Deutschland eingetragenen Installateuren vorbehalten.
  4. Abgasanschluss herstellen. Rohrführung und Mündung nach Herstellervorgabe.
  5. Abnahme. Ohne Bescheinigung des Schornsteinfegers darf der Ofen nicht in Betrieb gehen.

Wartung

Ein Gaskaminofen braucht wenig Pflege, aber eine regelmäßige Kontrolle. Hersteller empfehlen meist eine jährliche Wartung durch den Fachbetrieb: Brenner, Düse, Zündsicherung, Dichtheit und Abgaswerte. Der Schornsteinfeger prüft die Abgasanlage in den vorgeschriebenen Abständen.

Die Glasscheibe beschlägt mit der Zeit mit einem weißlichen Belag. Er lässt sich mit einem Glasreiniger für Kaminscheiben entfernen, allerdings nur bei kaltem Ofen.

Für wen er passt

Der Gaskaminofen passt zu allen, die das Feuer oft und kurz wollen, nach der Arbeit für eine Stunde, ohne Holz im Keller. Wer dagegen günstig heizen will und Holz aus eigenem Bestand hat, fährt mit einem Holzofen besser. Einen Überblick über Heizarten gibt der Vergleich Öl- oder Gasheizung.

Häufige Fragen

Ist ein Gaskaminofen einfach zu bedienen?

Ja. Er zündet per Knopf oder Fernbedienung und regelt sich über den Thermostat. Nachlegen und Asche entfällt.

Brauche ich einen CO-Melder?

Empfehlenswert ist er bei jeder Gasfeuerstätte. Kohlenmonoxid entsteht bei gestörter Verbrennung und ist geruchlos. Ein CO-Melder kostet ab etwa 20 Euro.

Lässt sich ein Gaskaminofen umrüsten?

Von Erdgas auf Flüssiggas oder umgekehrt meist ja, sofern der Hersteller einen Umbausatz für das Modell anbietet. Düsen und Einstellungen tauscht der Fachbetrieb, danach wird der Ofen neu eingestellt und geprüft. Ein Umbau auf Holz ist dagegen nicht möglich – Brennraum, Rost und Abgasführung sind dafür nicht ausgelegt.

Lohnen sich sehr günstige Geräte?

Vorsicht bei Angeboten unter 500 Euro: Häufig handelt es sich um mobile Gasheizer ohne Abgasanschluss, die mit einem fest installierten Kaminofen wenig gemein haben.

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