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Heimwerker-Berater

Ratgeber: Duschkabinen

Haushaltvon Christoph5 Min. · 11 Abschnitte
Ratgeber: Duschkabinen
Inhalt11 Abschnitte
  1. Wie viel Platz eine Dusche wirklich braucht
  2. Die gängigen Formen
  3. Duschwanne oder bodengleich
  4. Glas, Kunststoff und die richtige Stärke
  5. Welche Tür wohin passt
  6. Dachschräge und Sonderfälle
  7. Einbau: selbst oder vom Fachbetrieb
  8. Was es kostet
  9. Silikon und Fugen
  10. Pflege, die Kalk und Schimmel vorbeugt
  11. Häufige Fragen

Eine Duschkabine besteht aus Duschwanne oder gefliester Fläche und den Wänden oder Türen, die das Wasser drinnen halten. Welche Kabine passt, entscheiden fast immer der Grundriss und die Lage des Abflusses – nicht der Katalog. Wer diese beiden Punkte zuerst klärt, spart sich die meisten Fehlkäufe.

Wie viel Platz eine Dusche wirklich braucht

Als Untergrenze für einen Erwachsenen gelten 90 × 90 cm. Das geht, ist aber eng: Wer sich bückt, stößt mit dem Ellbogen an. Komfortabel wird es ab 100 × 100 cm oder mit einer Rechteckwanne von 120 × 80 cm. Vor der Kabine braucht es außerdem eine freie Bewegungsfläche von etwa 75 cm Tiefe, damit man sich abtrocknen kann, ohne die Tür des Badschranks im Rücken zu spüren.

Messen Sie nicht nur die Wand, sondern auch, wohin sich die Tür öffnet. Eine Drehtür mit 80 cm Breite braucht genau diese 80 cm Schwenkbereich – und der kollidiert gern mit Waschtisch oder WC.

Die gängigen Formen

EckeinstiegZwei Schiebe- oder Drehtüren treffen sich in der Ecke. Der Klassiker für quadratische Wannen.
ViertelkreisGebogene Front mit Schiebetüren. Spart Platz vor der Dusche, das gebogene Glas ist aber teurer.
FünfeckAbgeschrägte Front, optisch ähnlich wie der Viertelkreis, mit flachem Glas.
NischentürNur eine Tür zwischen zwei vorhandenen Wänden. Günstig, wenn die Nische schon da ist.
Walk-inEine feste Glaswand ohne Tür, meist auf bodengleicher Fläche. Braucht Länge, mindestens etwa 120 cm, sonst spritzt es heraus.

Duschwanne oder bodengleich

Eine flache Duschwanne ist mit etwa 2,5 bis 4 cm Aufbauhöhe fast so bequem wie eine geflieste Fläche und deutlich einfacher einzubauen. Tiefe Wannen mit bis zu 27 cm Tiefe dienen nebenbei als Kinderbadewanne, sind für ältere Menschen aber eine Stolperkante. Wie der Einbau gelingt, steht bei Duschwanne selbst einbauen.

Die bodengleiche Dusche sieht am besten aus und ist barrierefrei, verlangt aber Gefälle im Estrich (etwa 2 Prozent zum Ablauf), eine Verbundabdichtung nach DIN 18534 und genug Bauhöhe für den Ablauf. In Bestandsbauten scheitert sie oft an den letzten zwei Zentimetern. Dann bleibt eine superflache Wanne die ehrlichere Lösung.

Glas, Kunststoff und die richtige Stärke

Echtglas ist heute Standard, und zwar als Einscheibensicherheitsglas (ESG). Es zerfällt beim Bruch in stumpfe Krümel statt in Scherben. Günstige Kabinen haben 4 bis 5 mm, solide Modelle 6 mm, rahmenlose Walk-in-Wände 8 bis 10 mm. Je weniger Rahmen, desto dicker muss das Glas sein, weil es sich selbst tragen muss.

Kunststoffscheiben aus Polystyrol oder Acryl sind leicht und billig, verkratzen aber schnell und werden mit der Zeit milchig. Für ein Gästebad, das selten genutzt wird, sind sie vertretbar, für die tägliche Dusche nicht.

Viele Hersteller bieten eine Beschichtung an, an der Wasser abperlt. Sie hält einige Jahre und spart tatsächlich Putzarbeit, verliert aber an Wirkung, wenn man mit Scheuermitteln darangeht.

Modernes Bad mit Duschkabine
Modernes Bad mit Duschkabine | Foto: ImageSupply / Depositphotos.com

Welche Tür wohin passt

Schiebetüren brauchen keinen Schwenkraum und sind die Lösung für kleine Bäder. Ihr Nachteil sind die Laufschienen, in denen sich Kalk und Schmutz sammeln. Drehtüren und Pendeltüren bieten die größte Einstiegsbreite und sind leicht zu reinigen, verlangen aber Platz davor. Falttüren klappen zusammen und sind ein Kompromiss für Nischen, wirken aber schnell billig, weil sie viele Profile haben.

Dachschräge und Sonderfälle

Unter einer Schräge gibt es Kabinen mit abgeschrägter Seitenwand, die im passenden Winkel zugeschnitten ist, oder Maßanfertigungen vom Glaser. Wichtig ist die Stehhöhe an der Stelle, wo man unter der Brause steht: Sie sollte mindestens 2 m betragen. Die Brause gehört daher an die hohe Seite, nicht an die Wand unter der Schräge.

Für Wände, in die nicht gebohrt werden darf, zeigt Duschwand anbringen ohne Bohren die Möglichkeiten und Grenzen.

Einbau: selbst oder vom Fachbetrieb

Eine Duschkabine auf einer vorhandenen Wanne zu montieren, schaffen geübte Heimwerker an einem Tag: Profile ausrichten, anbohren, verschrauben, Scheiben einhängen, abdichten. Neue Wasser- und Abwasseranschlüsse oder eine bodengleiche Dusche gehören in die Hand eines Installateurs, weil Undichtigkeiten erst Monate später in der Decke darunter auffallen.

Bei Leuchten oder Steckdosen in Duschnähe gelten die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701. Das ist Arbeit für die Elektrofachkraft.

Was es kostet

Einfache Kabinen mit Kunststoff oder dünnem Glas gibt es ab etwa 150 Euro. Solide Echtglaskabinen mit 6 mm liegen bei 300 bis 800 Euro, rahmenlose Walk-in-Wände und Maßanfertigungen bei 1000 Euro und mehr. Der Einbau durch den Fachbetrieb kostet je nach Aufwand einige hundert Euro, bei neuer Wanne und neuen Anschlüssen deutlich mehr. Einen Überblick über das ganze Bad gibt Badsanierung: was kostet das.

Silikon und Fugen

Die Silikonfuge zwischen Wanne, Profil und Fliese ist eine Wartungsfuge: Sie hält nicht ewig und muss alle paar Jahre erneuert werden. Verwenden Sie Sanitärsilikon mit Fungizid. Sobald sich die Fuge löst oder schwarz wird, raus damit – wie das geht, steht bei Silikonfugen entfernen.

Pflege, die Kalk und Schimmel vorbeugt

Die wirksamste Maßnahme kostet nichts: nach jedem Duschen die Scheiben mit einem Abzieher abziehen und das Bad lüften. Was nicht antrocknet, bildet keinen Kalk. Für die Grundreinigung reicht verdünnter Essig oder Zitronensäure auf Glas und Chromteilen; bei Naturstein im Bad gilt das nicht, dort ist Säure tabu.

Hat sich schon Schimmel in den Fugen festgesetzt, helfen die Tipps unter Schimmel aus den Fugen entfernen. Sitzt er tief im Silikon, hilft nur neu verfugen.

Häufige Fragen

Welche Glasstärke ist sinnvoll?

Für Kabinen mit Rahmen 6 mm, für rahmenlose Wände 8 mm oder mehr. Dünneres Glas ist nicht gefährlich, wenn es ESG ist, wirkt aber wackeliger.

Kann eine Duschkabine an nur einer Wand hängen?

Ja, als freistehende Kabine mit zwei Seitenteilen oder als Walk-in mit Stabilisierungsstange zur Wand oder Decke. Die Befestigung muss dann besonders solide sein.

Wie reinige ich die Schiebetürschienen?

Viele Türen lassen sich zum Reinigen aushängen oder unten ausklappen. Das ist beim Kauf ein echtes Argument.

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