Duschkopf entkalken einfach gemacht!

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Ein verkalkter Duschkopf spritzt in alle Richtungen, der Strahl wird schwächer und einzelne Düsen bleiben ganz zu. Die Ursache sitzt in den Düsen selbst: Kalk aus dem Leitungswasser, der beim Trocknen zurückbleibt und sich Schicht für Schicht aufbaut.
Es gibt auch einen hygienischen Grund, das nicht laufen zu lassen. In den Ablagerungen und im stehenden Restwasser finden Bakterien gute Bedingungen; ein regelmäßig entkalkter und durchgespülter Duschkopf ist deutlich unproblematischer.
Die einfachste Methode: ohne Abschrauben
Für Duschköpfe, die sich schlecht lösen lassen – und für Regenduschen, die fest an der Decke sitzen.
- Einen stabilen Gefrierbeutel zur Hälfte mit der Entkalkerlösung füllen
- Über den Duschkopf stülpen, sodass alle Düsen eintauchen
- Mit einem Gummiband oder Kabelbinder am Schlauch oder Arm befestigen
- 30 Minuten bis mehrere Stunden einwirken lassen, bei starkem Belag über Nacht
- Beutel abnehmen, Duschkopf gründlich abspülen
- Ein bis zwei Minuten heißes Wasser durchlaufen lassen
Achten Sie darauf, dass die Armatur nicht mit in der Lösung steht – Chrom und Dichtungen an der Armatur vertragen langes Einwirken schlechter als der Kopf selbst.
Welches Mittel
Zitronensäure ist die erste Wahl: ein bis zwei Teelöffel Pulver auf einen halben Liter warmes Wasser. Geruchsneutral, wirksam und materialschonend.
Essig, verdünnt im Verhältnis 1 Teil Essig auf 2 Teile Wasser. Wirksam und günstig, riecht aber deutlich und greift Gummidichtungen stärker an. Essigessenz niemals unverdünnt verwenden.
Handelsüblicher Entkalker ist auf Sanitärteile abgestimmt und enthält oft Korrosionsschutz. Dosierung nach Packungsangabe.
Nicht verwenden: Salzsäurehaltige Sanitärreiniger. Sie greifen Chrom und Verchromung an und hinterlassen matte Stellen, die nicht mehr weggehen.

Das Material beachten
Verchromtes Metall ist unempfindlich gegen Zitronensäure und verdünnten Essig, aber empfindlich gegen Scheuermittel und gegen starke Säuren.
Kunststoff, hochglänzend kann bei langer Essigeinwirkung matt werden. Zitronensäure ist hier sicherer.
Noppen aus Silikon an modernen Duschköpfen sind der Glücksfall: Kalk lässt sich einfach mit dem Daumen abreiben. Bei diesen Köpfen reicht oft das regelmäßige Drüberwischen ohne jedes Mittel.
Vergoldete oder farbig beschichtete Armaturen vertragen Säure meist schlecht. Prüfen Sie die Herstellerangabe oder testen Sie an einer verdeckten Stelle.
Hartnäckige Düsen
Sitzt nach dem Einwirken noch Kalk in einzelnen Löchern, hilft eine weiche Zahnbürste oder ein Zahnstocher aus Holz.
Nicht mit Nadel oder Draht arbeiten: Die Düsen werden dabei aufgeweitet, und der Strahl ist danach dauerhaft unregelmäßig.
Bei Duschköpfen mit abnehmbarer Strahlscheibe lohnt es sich, diese zu zerlegen und separat einzulegen – dahinter sitzt oft mehr Kalk als vorn.
Wie oft
Bei hartem Wasser über 14 °dH etwa alle vier bis acht Wochen, bei mittlerer Härte vierteljährlich, bei weichem Wasser zweimal im Jahr.
Ihre Wasserhärte steht auf der Internetseite des örtlichen Wasserversorgers.
Den Schlauch nicht vergessen
Im Duschschlauch sammelt sich ebenfalls Kalk, und dort bleibt nach dem Duschen Restwasser stehen. Schrauben Sie ihn ein- bis zweimal im Jahr ab, füllen Sie ihn mit Entkalkerlösung, verschließen Sie beide Enden und lassen Sie ihn eine Stunde liegen.
Ein Schlauch mit deutlichen Ablagerungen oder rissigem Innenleben sollte ersetzt werden – Ersatzschläuche kosten 10 bis 25 Euro und sind in fünf Minuten gewechselt.
Vorbeugen
Nach dem Duschen abziehen oder abwischen. Kalk entsteht beim Verdunsten; was trocken ist, bevor das Wasser verdunstet, setzt keinen Kalk an. Ein Mikrofasertuch am Haken erledigt das in zehn Sekunden.
Duschkopf nach unten hängen lassen, damit Restwasser abläuft.
Bei sehr hartem Wasser kann sich ein Duschkopf mit Silikonnoppen oder ein kleiner Inline-Filter im Schlauch lohnen.
Wenn im ganzen Haus Kalkprobleme auftreten – an Armaturen, im Wasserkocher, in der Waschmaschine –, ist eine Enthärtungsanlage die Überlegung wert. Für ein einzelnes Bad steht der Aufwand allerdings in keinem Verhältnis.
Den Wasserdruck prüfen, bevor Sie kaufen
Ein schwacher Strahl liegt nicht immer am Kalk. Bevor Sie einen neuen Duschkopf besorgen, prüfen Sie zwei Dinge.
Der Durchflussbegrenzer. Viele Armaturen und Duschköpfe haben einen kleinen Einsatz, der die Wassermenge drosselt. Er sitzt meist am Übergang zum Schlauch und setzt sich mit Kalk und Partikeln zu. Herausnehmen, einlegen, spülen.
Das Sieb am Eckventil. Bei Altbauten sammelt sich dort Rost aus der Leitung. Wasser abstellen, Verschraubung lösen, Sieb ausspülen.
In beiden Fällen ist die Wirkung sofort spürbar – oft deutlicher als nach dem Entkalken des Duschkopfs selbst.
Was ein neuer Duschkopf bringt
Moderne Sparduschköpfe kommen mit etwa 6 bis 9 Litern je Minute aus, ältere Modelle brauchen 12 bis 18 Liter. Bei täglichem Duschen macht das über ein Jahr einen deutlichen Unterschied bei Wasser- und vor allem Warmwasserkosten – und der Strahl fühlt sich durch die Luftbeimischung oft kräftiger an als vorher.



