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Blutflecken entfernen - Anleitung zu verschiedenen Oberflächen!

Reinigungvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Blutflecken entfernen - Anleitung zu verschiedenen Oberflächen!
Inhalt11 Abschnitte
  1. Warum Wärme den Fleck fixiert
  2. Frischer Fleck: die schnelle Methode
  3. Eingetrocknete Flecken
  4. Was man sich sparen kann
  5. Nach Gewebe unterschieden
  6. Matratze
  7. Teppich und Polster
  8. Wenn ein Rand bleibt
  9. Das Wichtigste zum Schluss
  10. Bei Matratze und Polster: die Menge begrenzen
  11. Bei empfindlichen Stücken

Bei Blutflecken entscheidet eine einzige Regel über den Erfolg, und fast jeder macht sie beim ersten Reflex falsch: Nie heißes Wasser.

Warum Wärme den Fleck fixiert

Blut enthält Eiweiß, vor allem Hämoglobin. Eiweiß gerinnt bei Wärme – dasselbe, was mit einem Ei in der Pfanne passiert. Ab etwa 40 Grad verbindet sich das geronnene Eiweiß fest mit der Faser.

Ein Fleck, der einmal heiß behandelt wurde, ist praktisch nicht mehr zu entfernen. Deshalb gilt für jeden Schritt: kaltes Wasser, kalte Waschgänge, keine Heizung, kein Trockner – bis der Fleck vollständig weg ist.

Frischer Fleck: die schnelle Methode

  1. Überschüssiges Blut mit Küchenpapier abtupfen, nicht reiben
  2. Das Textil von der Rückseite unter kaltes fließendes Wasser halten – so wird der Fleck aus der Faser heraus- statt hineingespült
  3. Mit etwas Kernseife oder Gallseife vorsichtig einreiben
  4. Kalt ausspülen, bis kein Rot mehr austritt
  5. Bei 30 Grad waschen

Bei kleinen frischen Flecken reicht oft schon Schritt 2. Je schneller Sie sind, desto weniger brauchen Sie.

Eingetrocknete Flecken

Hier hilft Einweichen. Legen Sie das Textil mehrere Stunden in kaltes Wasser, bei starken Flecken über Nacht. Wechseln Sie das Wasser zwischendurch.

Danach wirken diese Mittel, in etwa dieser Reihenfolge:

Salzwasser. Zwei Esslöffel Salz auf einen Liter kaltes Wasser. Das einfachste Mittel und bei nicht zu alten Flecken oft ausreichend.

Gallseife. Das klassische Mittel gegen eiweißhaltige Flecken. Einreiben, zehn Minuten wirken lassen, kalt ausspülen.

Natron oder Backpulver. Mit kaltem Wasser zu einer Paste anrühren, auftragen, eine Stunde trocknen lassen, ausbürsten.

Enzymreiniger oder Vollwaschmittel mit Enzymen. Die Enzyme spalten Eiweiß gezielt auf. Das wirksamste Mittel bei älteren Flecken – Einwirkzeit mindestens 30 Minuten.

Wasserstoffperoxid, 3 Prozent. Aus der Apotheke. Sehr wirksam, aber bleichend – nur auf Weiß und nach einem Test an verdeckter Stelle.

Blutflecken lassen sich mit verschiedenen Haushaltsmitteln entfernen
Blutflecken lassen sich mit verschiedenen Haushaltsmitteln entfernen. | Foto: artursfoto1 / Depositphotos.com

Was man sich sparen kann

Heißes Wasser – siehe oben, der klassische Fehler.

Reiben und Schrubben. Es arbeitet den Fleck tiefer in die Faser und zerstört bei Wolle und Seide den Flor.

Essig. Gegen Blut praktisch wirkungslos, und bei empfindlichen Fasern schädlich.

Chlorbleiche auf Buntwäsche und Wolle. Sie entfernt den Fleck und die Farbe gleich mit.

Nach Gewebe unterschieden

Baumwolle und Leinen sind unempfindlich. Hier funktioniert fast alles, auch längeres Einweichen.

Wolle und Seide vertragen keine Enzyme – die Fasern bestehen selbst aus Eiweiß und werden angegriffen. Nehmen Sie kaltes Wasser, Gallseife und viel Geduld, oder geben Sie das Stück in die Reinigung.

Synthetik ist meist unproblematisch, kann aber bei Wasserstoffperoxid ausbleichen.

Leder gehört nicht in Wasser. Tupfen Sie mit einem leicht feuchten Tuch, danach mit Lederpflege nacharbeiten. Bei größeren Flecken zum Fachbetrieb.

Matratze

Der schwierigste Fall, weil man sie nicht ausspülen kann und Nässe im Kern zu Schimmel führt.

  1. Mit kaltem Wasser nur leicht anfeuchten, sparsam
  2. Natronpaste auftragen oder Wasserstoffperoxid auftupfen
  3. Etwa 30 Minuten wirken lassen
  4. Mit einem sauberen, kalt angefeuchteten Tuch abtupfen, mehrfach mit frischer Stelle
  5. Trockenes Handtuch auflegen und andrücken, damit Feuchtigkeit aufgenommen wird
  6. Matratze aufstellen und vollständig durchtrocknen lassen, am besten bei geöffnetem Fenster

Arbeiten Sie immer von außen nach innen, sonst wird der Rand größer als der ursprüngliche Fleck.

Teppich und Polster

Ähnliches Vorgehen: kalt, tupfend, von außen nach innen. Bei Teppich hilft ein Sprühfläschchen mit kaltem Salzwasser, weil es die Menge begrenzt.

Prüfen Sie jedes Mittel an einer verdeckten Stelle – unter dem Sofa, am Rand unter der Sockelleiste. Bei wertvollen Teppichen aus Wolle oder Seide lohnt der Fachbetrieb.

Wenn ein Rand bleibt

Ein heller Rand um die behandelte Stelle entsteht, wenn zu wenig Fläche behandelt wurde. Feuchten Sie dann den ganzen Bereich gleichmäßig an und lassen Sie ihn langsam trocknen – so verläuft die Grenze.

Ein gelblicher Schleier nach dem Trocknen ist meist Restblut. Wiederholen Sie die Behandlung; oft braucht es zwei bis drei Durchgänge.

Das Wichtigste zum Schluss

Kontrollieren Sie das Textil vor dem Trocknen. Ein Fleck, der nach der Wäsche noch schwach sichtbar ist, lässt sich mit einer zweiten Behandlung meist vollständig lösen.

Kommt das Stück mit dem Restfleck in den Trockner, ist die Hitze im Trockner dieselbe Falle wie heißes Wasser – und danach hilft nichts mehr.

Bei Matratze und Polster: die Menge begrenzen

Der häufigste Fehler bei nicht waschbaren Textilien ist zu viel Flüssigkeit. Feuchtigkeit, die in den Schaumkern zieht, trocknet über Tage nicht aus – und dann haben Sie statt eines Flecks ein Schimmelproblem.

Arbeiten Sie mit einer Sprühflasche statt mit dem Schwamm. Ein paar Sprühstöße, abtupfen, wiederholen. Lieber fünf Durchgänge mit wenig als einer mit viel.

Nach der Behandlung: trockenes Handtuch auflegen, beschweren, Feuchtigkeit herausziehen lassen. Dann Matratze aufstellen und bei offenem Fenster vollständig durchtrocknen.

Bei empfindlichen Stücken

Alte Textilien, Seide, bestickte Stoffe und wertvolle Teppiche gehören nicht in Eigenbehandlung. Der Fleck ist ärgerlich; ein ausgebleichter Ring oder eine gefilzte Stelle ist ein dauerhafter Schaden.

Eine Textilreinigung braucht dafür die Information, worum es sich handelt – sagen Sie, dass es Blut ist, und was Sie bereits versucht haben. Ein Vorbehandlungsversuch mit dem falschen Mittel kann die professionelle Behandlung unmöglich machen.

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