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Heimwerker-Berater

Urinstein entfernen - mit einfachen Mitteln!

Reinigungvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Urinstein entfernen - mit einfachen Mitteln!
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Chlorreiniger nicht wirkt
  2. Die Mittel, von mild nach stark
  3. Die Anleitung
  4. Unter dem Spülrand
  5. Was Sie nicht tun sollten
  6. Der Bimsstein – mit Vorbehalt
  7. Vorbeugen
  8. Der Sonderfall: gelbe Schüssel trotz Reinigung
  9. Der Spülkasten als Ursache

Urinstein ist eine harte, gelblich-braune Kruste, die sich im WC bildet – vor allem unter dem Spülrand, im Siphon und an der Wasserlinie. Sie entsteht, wenn Bestandteile des Urins mit dem Kalk aus dem Leitungswasser reagieren und auskristallisieren.

Das erklärt auch, warum die üblichen Mittel oft versagen.

Warum Chlorreiniger nicht wirkt

Urinstein ist mineralisch, im Wesentlichen ein Calcium-Magnesium-Phosphat-Gemisch. Er ist kein organischer Schmutz.

Chlorhaltige WC-Reiniger desinfizieren und bleichen – sie machen den Belag heller, lösen ihn aber nicht. Das ist der Grund, warum die Schüssel nach dem Reinigen sauber aussieht und der Stein trotzdem wächst.

Was Urinstein löst, ist Säure. Und je härter der Belag, desto stärker muss sie sein.

Hausmittel gegen Urinstein
Mit Essigessenz, Natron und Zitronensäure kann man den Urinstein beseitigen! | Foto: geo-grafika / Depositphotos.com

Die Mittel, von mild nach stark

Essig oder Essigessenz. Der Klassiker. Haushaltsessig für leichte Beläge, verdünnte Essigessenz für stärkere.

Zitronensäure, ein bis zwei Esslöffel Pulver in warmem Wasser gelöst. Wirkt ähnlich, riecht angenehmer.

Saure WC-Reiniger mit Amidosulfonsäure oder Phosphorsäure. Sie haften am senkrechten Porzellan und wirken gezielt.

Cola enthält Phosphorsäure und funktioniert tatsächlich – langsamer als die anderen und mit Zuckerrückstand. Als Notlösung brauchbar.

Salzsäurehaltige Reiniger sind das stärkste Mittel und bei alten, dicken Krusten manchmal die einzige Option. Sie greifen Chrom, Metallteile und bei häufiger Anwendung auch die Glasur an – nur im Ausnahmefall und mit Belüftung.

Die Anleitung

Der Trick liegt darin, die Säure überhaupt an den Belag zu bekommen. Im stehenden Wasser wird sie verdünnt.

  1. Wasserstand absenken. Mit der Toilettenbürste kräftig in den Siphon pumpen – das drückt das Wasser durch. Oder mit einem Becher ausschöpfen.
  2. Säure auftragen, großzügig, besonders unter den Spülrand.
  3. Bei senkrechten Flächen mit Toilettenpapier arbeiten: Papier auf die Stelle legen, mit Essig tränken. So läuft die Säure nicht ab.
  4. Einwirken lassen – mehrere Stunden, bei starken Belägen über Nacht.
  5. Mit einer harten Bürste nacharbeiten, unter dem Rand mit einer gebogenen Randbürste.
  6. Spülen und wiederholen, so oft wie nötig. Zwei bis drei Durchgänge sind bei alten Krusten normal.

Unter dem Spülrand

Hier sitzt der meiste Urinstein, und genau dort kommt die Bürste nicht hin. Die Folge: Der Belag verengt die Spülöffnungen, die Spülung wird schwächer, und der Belag wächst schneller.

Eine Randbürste mit abgewinkeltem Kopf kostet wenige Euro und ist das wichtigste Werkzeug bei dieser Arbeit.

Bei spülrandlosen WCs entfällt das Problem weitgehend – der Hauptgrund, warum sich diese Bauform durchgesetzt hat.

Was Sie nicht tun sollten

Chlorreiniger und sauren Reiniger mischen. Dabei entsteht Chlorgas. Das ist eine der häufigsten Vergiftungsursachen im Haushalt. Wenn Sie beide verwenden wollen: gründlich spülen und mehrere Stunden warten.

Mit Schleifmitteln oder Stahlwolle arbeiten. Sie zerkratzen die Glasur, und in der aufgerauten Oberfläche setzt sich Urinstein danach schneller fest. Ein einmal zerkratztes WC bekommen Sie nie wieder dauerhaft sauber.

Metallgegenstände zum Abkratzen verwenden. Aus demselben Grund.

Der Bimsstein – mit Vorbehalt

Ein WC-Bimsstein wird bei sehr harten Krusten empfohlen. Er wirkt, und er ist ein Schleifmittel.

Bei guter Glasur und vorsichtiger Anwendung mit viel Wasser hinterlässt er kaum Spuren. Bei bereits angegriffener Oberfläche verschlimmert er die Lage. Setzen Sie ihn erst ein, wenn mehrere Säuredurchgänge nichts gebracht haben.

Vorbeugen

  • Regelmäßig reinigen, bevor sich etwas festsetzt. Urinstein lässt sich in der Entstehung mit einem Wisch entfernen, nach Monaten nicht mehr.
  • Nach jedem Reinigen die Spülung betätigen, damit Reinigerreste nicht antrocknen.
  • Bei hartem Wasser alle paar Wochen einen Essigdurchgang über Nacht.
  • WC-Körbchen und Reinigungssteine helfen gegen Kalk und Urinstein nur begrenzt – sie parfümieren vor allem.
  • Spülkasten prüfen. Eine schwache Spülung ist oft der Grund, warum sich überhaupt Belag bildet.

Der Sonderfall: gelbe Schüssel trotz Reinigung

Bleibt das Porzellan auch nach gründlicher Behandlung gelblich, kann die Glasur beschädigt sein – durch Scheuermittel, Bimsstein oder jahrzehntelange Nutzung. Dann sitzt die Verfärbung in der Oberfläche, und kein Mittel erreicht sie mehr.

Ein neues WC-Becken kostet 80 bis 300 Euro plus Montage. Gegenüber Jahren erfolgloser Reinigungsversuche ist das oft die vernünftigere Entscheidung.

Der Spülkasten als Ursache

Wenn sich trotz regelmäßiger Reinigung immer wieder schnell Urinstein bildet, lohnt der Blick auf die Spülung.

Eine zu schwache Spülmenge lässt Rückstände stehen. Viele Spülkästen sind auf eine kleinere Menge eingestellt, als das Becken braucht – das lässt sich am Schwimmer oder an der Ablaufgarnitur korrigieren.

Verkalkte Spülöffnungen unter dem Rand verteilen das Wasser ungleichmäßig. Dann wird ein Teil der Schüssel bei jeder Spülung gar nicht benetzt, und genau dort wächst der Belag.

Ein tropfender Spülkasten hinterlässt eine dauerhaft feuchte Spur, auf der sich Kalk und Urinstein besonders schnell absetzen.

Alle drei Punkte sind mit wenig Aufwand zu beheben – und wirksamer als jeder weitere Reinigungsdurchgang.

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