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Heimwerker-Berater

Elektrischer Fugenreiniger

Reinigungvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Elektrischer Fugenreiniger
Inhalt11 Abschnitte
  1. Wie er arbeitet
  2. Kabel oder Akku
  3. Die Bürsten – der entscheidende Punkt
  4. Worauf Sie achten sollten
  5. Auf welchen Belägen – und auf welchen nicht
  6. Schutzausrüstung
  7. Was das Gerät nicht leistet
  8. Preise
  9. Die Alternativen im Vergleich
  10. Nach der Arbeit: nachverfugen
  11. Videos zum Thema

Ein elektrischer Fugenreiniger ist ein einfaches Gerät: ein Motor, ein Stiel, eine rotierende Bürste am unteren Ende. Er nimmt die Arbeit ab, die man sonst kniend mit dem Fugenkratzer erledigt – und das ist bei einer Einfahrt ein erheblicher Unterschied.

Wie er arbeitet

Die Bürste dreht mit etwa 1.000 bis 1.500 Umdrehungen pro Minute und reißt Moos, Gras und Unkraut mitsamt einem Teil der Wurzel aus der Fuge. Ein Führungsrad hält den Winkel, eine Schutzhaube fängt den größten Teil des Auswurfs ab.

Das Verfahren ist rein mechanisch. Auf befestigten Flächen ist das ein Vorteil, denn dort ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – auch von Hausmitteln wie Salz und Essig – grundsätzlich nicht erlaubt.

© RioPlatano/bigstock.com
© RioPlatano/bigstock.com

Kabel oder Akku

Netzbetrieben sind die Geräte günstiger, leichter und haben durchgehend volle Leistung. Typisch sind 140 bis 500 Watt. Sie brauchen eine Kabeltrommel für den Außenbereich, und das Kabel ist beim Arbeiten im Weg.

Akkugeräte arbeiten frei und sind auf der Einfahrt deutlich angenehmer zu führen. Achten Sie auf die Laufzeit: Fugenreinigen ist eine Dauerlast, und viele Geräte halten mit einer Akkuladung nur 20 bis 40 Minuten durch. Ein zweiter Akku ist praktisch Pflicht.

Für kleinere Flächen bis etwa 50 m² reicht ein Kabelgerät. Wer regelmäßig größere Flächen bearbeitet, wird mit Akku glücklicher – sofern das Gerät in ein Akkusystem passt, das man ohnehin hat.

Die Bürsten – der entscheidende Punkt

Hier liegt der Unterschied zwischen einem Gerät, das funktioniert, und einem, das enttäuscht.

Die Stahlbürste ist die Arbeitsbürste. Sie hat die Kraft, festgewachsenes Unkraut aus der Fuge zu holen. Praktisch jede ernsthafte Arbeit wird mit ihr erledigt.

Die Nylonbürste liegt bei fast allen Geräten bei und wird selten gebraucht. Gegen Moos und weiche Beläge reicht sie, gegen verwurzeltes Unkraut hat sie kaum Wirkung. Ihr eigentlicher Einsatzbereich sind empfindliche Oberflächen, auf denen Stahl Kratzer hinterlassen würde.

Rechnen Sie mit Verschleiß. In schmalen Fugen kratzt die Bürste ständig am Pflasterstein und nutzt sich schnell ab. Bestellen Sie Ersatzbürsten gleich mit – sonst steht man mitten auf der halbfertigen Fläche.

Worauf Sie achten sollten

MerkmalWarum
Gewichtunter 2 kg lässt sich lange führen
Teleskopstielrückenschonendes Arbeiten im Stehen
Führungsradhält den Bürstenwinkel konstant
Schutzhaubehält Steinchen und Dreck zurück
Zwei-Punkt-Schalterverhindert ungewolltes Anlaufen
Zusatzgriffentscheidet über die Ermüdung

Das Gewicht wird beim Kauf unterschätzt und ist im Einsatz das wichtigste Merkmal. Ein Gerät mit 1,5 kg führt man eine Stunde, eines mit 4 kg nach zwanzig Minuten nicht mehr sauber.

Auf welchen Belägen – und auf welchen nicht

Gut: Betonpflaster, Klinker, Granitpflaster, Waschbeton, robuste Betonplatten.

Mit Vorsicht: Naturstein mit weicher Oberfläche wie Sandstein oder Kalkstein. Hier nur mit der Nylonbürste und ohne Druck – die Stahlbürste hinterlässt Riefen.

Nicht geeignet: Holzterrassen, WPC-Dielen, Fugenmörtel auf Kunstharzbasis, frisch verlegtes Pflaster.

Achten Sie außerdem darauf, dass Sie nicht mehr Fugensand herausholen als nötig. Eine leergeräumte Fuge ist ein Saatbeet – nach der Reinigung gehört nachverfugt und eingeschlämmt.

Schutzausrüstung

Schutzbrille ist Pflicht. Die Haube hält viel zurück, aber nicht alles, und eine rotierende Stahlbürste schleudert Steinchen mit erheblicher Geschwindigkeit.

Dazu feste Schuhe, lange Hose und Arbeitskleidung, die schmutzig werden darf. Sie lösen nassen Moosfilz aus Bodenfugen; das verteilt sich.

Bei staubtrockenen Flächen ist zusätzlich eine Staubmaske sinnvoll.

Was das Gerät nicht leistet

Für sehr große Flächen von mehreren hundert Quadratmetern sind diese Geräte zu klein. Dort arbeiten Profis mit Aufsitzmaschinen oder Heißwassergeräten.

Und es beseitigt die Ursache nicht. Bewuchs entsteht aus Laub- und Erdeintrag in der Fuge. Regelmäßiges Abkehren und das Zurückschneiden überhängender Äste – außerhalb der Schonzeit vom 1. März bis 30. September – wirken nachhaltiger als jedes Gerät.

Preise

Einfache Netzgeräte beginnen bei etwa 40 bis 80 Euro. Solide Modelle mit Teleskopstiel und Zusatzgriff liegen bei 80 bis 150 Euro, Akkugeräte namhafter Hersteller ohne Akku bei 100 bis 200 Euro. Ersatzbürsten kosten je nach Ausführung 5 bis 20 Euro.

Die Alternativen im Vergleich

VerfahrenAufwandWirkung auf die Wurzel
Fugenkratzerhochgut
Elektrischer Fugenreinigermittelgut
Heißwasser-/Dampfgerätmittelsehr gut
Abflammgerätgeringgering
Hochdruckreinigergeringgering, schadet der Fuge

Heißwasser- und Dampfgeräte sind die einzige Methode, die zuverlässig bis in die Wurzelspitze wirkt und dabei die Fuge nicht ausräumt. Sie sind in der Anschaffung teurer, für große Flächen aber die nachhaltigste Lösung.

Nach der Arbeit: nachverfugen

Der Schritt, der über den Erfolg des nächsten Jahres entscheidet. Kehren Sie die Fläche ab und füllen Sie die Fugen mit Brechsand oder Fugenmaterial auf, dann einschlämmen und nach ein paar Tagen nachfüllen.

Eine volle, verdichtete Fuge bietet Samen kaum Angriffsfläche. Wer diesen Schritt weglässt, steht im nächsten Frühjahr wieder mit dem Gerät da.

Videos zum Thema

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Ein Leserkommentar

  1. Frank Reising

    Was kosten die ersatzbürsten

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