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Die Fugen auf den Gehwegen reinigen – So geht’s!

Reinigungvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Die Fugen auf den Gehwegen reinigen – So geht’s!
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was verboten ist – und warum
  2. Die mechanischen Verfahren
  3. Die thermischen Verfahren
  4. Die richtige Reihenfolge
  5. Das richtige Fugenmaterial
  6. Der Zeitpunkt
  7. Was langfristig hilft
  8. Welches Werkzeug für welche Fläche
  9. Die Fugenbreite beachten

Unkraut in Pflasterfugen ist der Klassiker unter den lästigen Gartenarbeiten. Es kommt jedes Jahr wieder, und die meisten bekämpfen es mit Mitteln, die entweder nicht wirken, das Pflaster beschädigen oder schlicht verboten sind.

Was verboten ist – und warum

Essig, Essigessenz und Salz gelten als Pflanzenschutzmittel, sobald sie zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. Nach dem Pflanzenschutzgesetz ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Flächen – Einfahrten, Gehwege, Terrassen, Hofflächen – grundsätzlich nicht erlaubt.

Der Grund ist einfach: Von einer versiegelten Fläche läuft das Mittel ungefiltert in die Kanalisation oder ins Grundwasser, statt im Boden abgebaut zu werden. Verstöße können mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden – in einzelnen Bundesländern bis in den fünfstelligen Bereich.

Salz hat zusätzlich eine bauliche Wirkung: Es greift Beton und Fugenmaterial an und schädigt angrenzende Pflanzen dauerhaft.

Das gilt auch für Hausmittel-Rezepte, die im Netz kursieren. Ob das Mittel aus dem Baumarkt oder aus der Küche kommt, ändert an der rechtlichen Einordnung nichts.

© RioPlatano/bigstock.com
© RioPlatano/bigstock.com

Die mechanischen Verfahren

Der Fugenkratzer. Ein Handwerkzeug mit gebogener Klinge, wenige Euro teuer. Er arbeitet gründlich und ist mühsam – für Terrassen und kleine Flächen in Ordnung, für eine Einfahrt eine Strafarbeit.

Der Fugenbürste am Stiel. Eine harte Drahtbürste auf einem Besenstiel. Weniger genau als der Kratzer, dafür im Stehen zu führen und deutlich schneller.

Der elektrische Fugenreiniger. Ein Gerät mit rotierender Bürste, geführt wie ein kleiner Rasentrimmer. Für mittlere Flächen die vernünftigste Lösung. Arbeiten Sie mit der Stahlbürste, nicht mit der Nylonbürste – letztere kommt gegen verwurzeltes Unkraut nicht an. Kaufen Sie Ersatzbürsten gleich mit: In schmalen Fugen nutzen sie sich schnell ab.

Der Hochdruckreiniger. Schnell und die schlechteste Idee. Er spült den Fugensand mit heraus, und eine leere Fuge ist das perfekte Saatbeet. Nach zwei Jahren ist die Fläche stärker bewachsen als vorher, und bei Pflaster leidet zusätzlich die Verzahnung im Verbund.

Wenn Hochdruck, dann mit Flächenreiniger statt Punktstrahl – und mit anschließendem Neuverfugen.

Hochdruckreiniger
© Kartouchken/bigstock.com

Die thermischen Verfahren

Heißwasser- und Dampfgeräte bringen das Zellwasser der Pflanze zum Platzen. Sie wirken zuverlässig, auch gegen die Wurzelspitze, und sind auf befestigten Flächen zulässig, weil kein Stoff eingebracht wird.

Abflammgeräte mit Gaskartusche verbrennen das oberirdische Grün. Die Wurzel überlebt meist, also wächst es nach – nach zwei bis drei Behandlungen pro Saison erschöpft sich die Pflanze aber.

Beim Abflammen ist Vorsicht geboten: nicht bei Trockenheit, nicht neben Hecken, Holzterrassen oder Fassadendämmung, und einen Eimer Wasser bereitstellen. Bei Kunststoffpflaster und Fugenmörtel auf Kunstharzbasis scheidet das Verfahren aus.

Kochendes Wasser aus dem Topf ist die kostenlose Variante desselben Prinzips und funktioniert bei kleinen Flächen erstaunlich gut.

Die richtige Reihenfolge

  1. Grobes Grün entfernen mit Kratzer, Bürste oder Gerät
  2. Fläche abkehren, Material aufnehmen
  3. Fugen prüfen: Wo fehlt Material?
  4. Neu verfugen mit passendem Sand oder Fugenmaterial
  5. Einschlämmen und nach ein paar Tagen nachfüllen

Punkt 4 und 5 sind der Unterschied zwischen einmal jährlich und dreimal jährlich. Eine volle, verdichtete Fuge bietet Samen kaum Angriffsfläche.

Das richtige Fugenmaterial

Brechsand oder Fugensand ist der Standard. Er verdichtet sich gut und kostet wenig. Nachteil: Er wird ausgespült und muss nachgefüllt werden.

Pflasterfugenmörtel, ein- oder zweikomponentig, wird eingeschlämmt und härtet aus. Er bleibt dauerhaft in der Fuge und verhindert Bewuchs weitgehend. Wichtig ist, dass er wasserdurchlässig ist – sonst steht Wasser auf der Fläche. Und er verlangt eine Fugenbreite und -tiefe nach Herstellervorgabe, sonst bricht er heraus.

Fugensand mit Unkrauthemmung liegt dazwischen: Er verkittet leicht und bleibt besser liegen als reiner Sand.

Rechnen Sie bei Fugenmörtel mit 15 bis 40 Euro je Quadratmeter Fläche – deutlich mehr als Sand, dafür einmalig.

Der Zeitpunkt

Arbeiten Sie nach einem Regentag. Feuchte Fugen geben das Unkraut mitsamt Wurzel leichter her, und der Boden ist weicher.

Zwei Durchgänge im Jahr – im späten Frühjahr und im Spätsommer – reichen bei einer gut verfugten Fläche aus. Wer das Nachverfugen weglässt, braucht drei bis vier.

Was langfristig hilft

Bewuchs entsteht dort, wo Feuchtigkeit und Humus zusammenkommen. Kehren Sie die Fläche regelmäßig ab – der Laub- und Erdeintrag ist das Substrat, aus dem das Unkraut überhaupt erst wächst.

Überhängende Äste zurückschneiden hilft doppelt: weniger Laub und mehr Sonne auf der Fläche. Beachten Sie dabei die Schonzeit vom 1. März bis 30. September.

Welches Werkzeug für welche Fläche

FlächeSinnvollstes Vorgehen
Terrasse bis 20 m²Fugenkratzer, kochendes Wasser
Gartenweg, 20–80 m²elektrischer Fugenreiniger
Einfahrt, 80–200 m²Fugenreiniger oder Heißwassergerät
Große HofflächenFachbetrieb mit Heißwassertechnik

Die Fugenbreite beachten

Ein Punkt, der über das Ergebnis entscheidet und selten erwähnt wird: Pflasterfugen sollen nach den Verlegeregeln etwa 3 bis 5 mm breit sein.

Zu enge Fugen lassen sich weder ordentlich verfüllen noch sauber reinigen – die Bürste kratzt dort ständig an den Steinkanten und nutzt sich ab. Zu breite Fugen bieten dem Bewuchs viel Raum.

Bei einer Fläche, die dauerhaft Probleme macht, lohnt der Blick auf die Verlegung: Wurde zu eng verlegt, hilft nur noch dauerhaftes Verfugen mit Fugenmörtel.

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Ein Leserkommentar

  1. Nina

    Bisher habe ich unsere Gartenwege auch immer mit dem Hochdruckreiniger gesäubert. jetzt habe ich den Tipp erhalten, es einmal mit Sandstrahlen zu probieren. Ich hoffe, dass hiermit alle Moosflecke beseitigt werden.

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