Ameisen auf der Terrasse bekämpfen

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Ameisen in Pflasterfugen sind ein verbreitetes Ärgernis: Sie graben Sand aus, die Steine sacken ab, und auf der Terrasse krabbelt es. Die gute Nachricht vorweg – man wird sie los. Die weniger gute: Die meisten verbreiteten Hausmittel helfen nicht oder sind auf befestigten Flächen nicht erlaubt.
Warum sie ausgerechnet dort sind
Pflasterfugen sind aus Ameisensicht ideal: trocken, warm, geschützt, und der Sand lässt sich leicht bewegen. Unter den Platten ist es im Sommer deutlich wärmer als im offenen Boden – das beschleunigt die Brutentwicklung.
Dazu kommt Nahrung. Ameisen suchen Zuckerhaltiges und tierisches Eiweiß. Krümel unter dem Esstisch, ein umgekippter Saftrest, Blattläuse an den Kübelpflanzen – all das hält sie auf der Terrasse.
Der Zusammenhang mit Blattläusen wird oft übersehen: Ameisen melken deren Honigtau und verteidigen die Läuse aktiv. Wer die Läuse bekämpft, entzieht den Ameisen eine Hauptnahrungsquelle.

Was auf befestigten Flächen nicht erlaubt ist
Sobald ein Mittel zur Bekämpfung eingesetzt wird, gilt es als Pflanzenschutzmittel oder Biozid. Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Flächen – Terrasse, Einfahrt, Gehweg – ist nach dem Pflanzenschutzgesetz grundsätzlich nicht erlaubt, weil die Stoffe ungefiltert in die Kanalisation oder ins Grundwasser gelangen.
Das betrifft ausdrücklich auch Essig und Salz. Dass sie aus der Küche kommen, ändert an der rechtlichen Einordnung nichts. Verstöße können empfindliche Bußgelder nach sich ziehen.
Backpulver und Natron werden als Hausmittel empfohlen, angeblich, weil die Ameisen daran zugrunde gehen. Die Methode ist unzuverlässig, tötet die Tiere qualvoll und erreicht die Königin nicht – das Nest bleibt bestehen.
Kochendes Wasser tötet die Tiere, die es trifft, aber nicht das Nest. Zudem schädigt es Fugenmaterial und angrenzende Pflanzen.
Was tatsächlich wirkt
Die Fugen dicht machen. Die wirksamste Maßnahme überhaupt und die einzige dauerhafte. Ameisen brauchen lockeres Material zum Graben. Eine mit Pflasterfugenmörtel verfüllte Fuge bietet ihnen keine Grundlage mehr.
Achten Sie darauf, dass der Mörtel wasserdurchlässig ist, und halten Sie die Vorgaben zu Fugenbreite und -tiefe ein – sonst bricht er heraus. Rechnen Sie mit 15 bis 40 Euro je Quadratmeter Fläche.
Wer bei Sand bleiben will, nimmt Brechsand oder Fugensand mit Unkrauthemmung und schlämmt ihn gründlich ein, bis die Fuge randvoll und verdichtet ist.
Das Nest umsiedeln. Bei Nestern am Terrassenrand funktioniert der Blumentopf-Trick: Einen Topf mit Holzwolle oder Stroh füllen und umgedreht über das Nest stellen. Nach einigen Tagen haben die Ameisen ihre Brut oft dorthin verlagert. Topf unterfahren und einige Dutzend Meter entfernt im Garten ausleeren.
Zugelassene Ameisenköder. Köderdosen mit Fraßgift werden von den Tieren ins Nest getragen und erreichen die Königin. Sie sind der wirksamste chemische Weg. Achten Sie auf ein zugelassenes Biozidprodukt, verwenden Sie geschlossene Köderdosen und stellen Sie sie so auf, dass Kinder und Haustiere nicht herankommen. Lesen Sie die Anwendungshinweise – auch für Biozide gelten auf befestigten Flächen Einschränkungen.

Was wirklich abschreckt
Ameisen orientieren sich über Duftspuren. Stark riechende Stoffe stören diese Spuren, ohne die Tiere zu töten:
- Zimt, Nelken, Lorbeerblätter an den Laufwegen
- Lavendel, Thymian, Minze in Töpfen an der Terrasse
- Kreidestriche quer zur Laufspur
Diese Mittel vertreiben, sie beseitigen nichts. Sie wirken tagelang, nicht wochenlang, und müssen erneuert werden. Als Ergänzung zu dichten Fugen sind sie sinnvoll, als alleinige Maßnahme nicht.
Die Laufwege unterbrechen hilft ebenfalls: Terrasse regelmäßig abkehren und feucht wischen. Damit verschwinden die Duftspuren, und die Tiere müssen neu suchen.
Ordnung als Vorbeugung
- Keine Essensreste auf der Terrasse liegen lassen, Grillrost zeitnah reinigen
- Mülltonnen und Biotonne dicht schließen und abseits aufstellen
- Blattläuse an Kübelpflanzen bekämpfen
- Vogelfutter und Tiernäpfe nicht dauerhaft draußen stehen lassen
Und wenn sie ins Haus kommen
Ameisen im Haus folgen fast immer einer Nahrungsspur. Dichten Sie Ritzen an Türschwellen und Fensterrahmen ab, lagern Sie Zucker, Honig und Müsli in dicht schließenden Behältern und wischen Sie die Laufspur mit Essigwasser weg – im Innenraum ist das zulässig und wirksam.
Bleibt es dabei, dass immer wieder Tiere hereinkommen, sitzt das Nest meist direkt an der Hauswand. Dann lohnt der Blick auf Sockel und Terrassenanschluss.
Ein Hinweis zum Schluss: Ameisen sind nützlich. Sie lockern den Boden, vertilgen Schädlinge und räumen auf. Wo sie nicht direkt stören, lässt man sie am besten in Ruhe.
Welche Art ist es?
Für die Behandlung macht es kaum einen Unterschied, für die Einschätzung schon.
Die Schwarzgraue Wegameise ist die häufigste Art in Pflasterfugen. Sie ist etwa 3 bis 5 mm groß, harmlos und interessiert sich für Süßes.
Die Gelbe Wiesenameise lebt unterirdisch und baut kleine Erdhügel im Rasen. Sie kommt kaum an die Oberfläche.
Rossameisen sind mit bis zu 18 mm deutlich größer und nisten in totem, feuchtem Holz. Wenn Sie diese an einem Holzbauteil finden, ist das ein Hinweis auf einen Feuchteschaden – hier lohnt ein genauerer Blick auf das Bauteil, nicht nur auf die Ameise.
Im Juni und Juli: der Hochzeitsflug
Einmal im Sommer schwärmen geflügelte Tiere aus – oft an einem schwülen Tag nach Regen, überall gleichzeitig. Das sieht dramatisch aus und ist nach ein bis zwei Tagen vorbei.
Die geflügelten Tiere sind Jungköniginnen und Männchen. Sie richten keinen Schaden an, und Bekämpfung ist in diesen Tagen sinnlos. Fenster schließen, abwarten.



