Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Wie werden Bauschutt und Baumischabfall richtig entsorgt?

Reinigungvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Wie werden Bauschutt und Baumischabfall richtig entsorgt?
Inhalt10 Abschnitte
  1. Der entscheidende Unterschied
  2. Die eine Regel, die Geld spart
  3. Was in den Bauschutt darf
  4. Was auf keinen Fall hineindarf
  5. Der Weg über den Wertstoffhof
  6. Den Container richtig bestellen
  7. Was sich vorher lohnt
  8. Die weiteren Fraktionen
  9. Eine Faustregel zur Menge
  10. Der Container vor der Tür

Wer renoviert, produziert Abfall – und zahlt für die Entsorgung ganz unterschiedlich, je nachdem, wie sortenrein er sammelt. Der Unterschied zwischen Bauschutt und Baumischabfall kann bei einem Container mehrere hundert Euro ausmachen.

Der entscheidende Unterschied

Bauschutt ist mineralischer, sortenreiner Abfall: Beton, Ziegel, Mauerwerk, Mörtel, Estrich, Fliesen, Keramik, Natursteine. Er lässt sich aufbereiten und als Recyclingmaterial wiederverwenden – deshalb ist die Entsorgung günstig.

Baumischabfall ist alles, was gemischt anfällt: Holz, Kunststoff, Dämmmaterial, Tapeten, Metall, Verpackungen, Teppichreste, Gipskarton. Er muss sortiert werden, und das kostet.

Der Preisunterschied ist erheblich:

AbfallartContainerRichtpreis
Bauschutt3 m³ca. 150–300 Euro
Bauschutt7 m³ca. 300–500 Euro
Baumischabfall7 m³ca. 450–800 Euro
Holz A I–III7 m³ca. 250–450 Euro
Gipskartonplatten3 m³ca. 250–450 Euro

Die Preise schwanken regional stark. Holen Sie zwei bis drei Angebote ein.

Die eine Regel, die Geld spart

Ein einziges Stück Holz im Bauschuttcontainer macht ihn zum Baumischabfallcontainer – und der Entsorger berechnet den höheren Preis für die gesamte Ladung.

Das gilt auch für Folienreste, Kunststoffrohre, Tapetenfetzen und Dämmwolle. Wer sortenrein sammelt, spart real.

Praktisch heißt das: Stellen Sie neben den Container eine Bigbag oder eine zweite Mulde für alles, was nicht mineralisch ist – und trennen Sie beim Abriss, nicht hinterher.

Was in den Bauschutt darf

  • Beton ohne Armierung, Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton
  • Mörtel, Estrich, Putzreste
  • Fliesen, Keramik, Sanitärkeramik
  • Naturstein, Kies, Sand
  • Dachziegel

Manche Entsorger nehmen Porenbeton und Gips nicht im Bauschutt an, weil sie die Aufbereitung stören. Fragen Sie vorher nach.

Was auf keinen Fall hineindarf

Gipskarton und Gipsputz. Sulfat stört die Wiederverwertung des Bauschutts. Sie gehören getrennt gesammelt – viele Entsorger haben dafür eine eigene Fraktion.

Asbesthaltiges Material. Eternit-Wellplatten, Vinyl-Asbest-Fliesen, alte Fliesenkleber, Dämmplatten aus der Zeit vor 1993. Sie sind gefährlicher Abfall, müssen staubdicht verpackt und auf einer zugelassenen Deponie entsorgt werden. Nicht brechen, nicht sägen, nicht schleifen.

Künstliche Mineralfasern (alte Glas- und Steinwolle vor 1996). Sie gelten als krebsverdächtig und werden gesondert entsorgt, in reißfesten Säcken.

Teerhaltige Materialien wie alte Dachpappe oder Parkettkleber. Sie enthalten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.

Farben, Lacke, Kleber, Silikonkartuschen – Sondermüll.

Elektrogeräte und Leuchtmittel – getrennte Rücknahmepflicht.

Der Weg über den Wertstoffhof

Für kleine Mengen ist er oft die günstigere Lösung. Viele Kommunen nehmen haushaltsübliche Mengen Bauschutt gegen geringe Gebühr an, manche kostenlos bis zu einer festgelegten Menge.

Die Grenzen sind unterschiedlich: Häufig gelten ein bis zwei Kubikmeter pro Jahr oder eine Anhängerladung als haushaltsüblich. Rufen Sie vorher an.

Ein Anhänger aus dem Baumarktverleih kostet 20 bis 40 Euro am Tag – bei zwei bis drei Fahrten oft deutlich günstiger als ein Container.

Den Container richtig bestellen

Die Größe: Schätzen Sie großzügig. Ein Bad mit 8 Quadratmetern ergibt beim Komplettrückbau schnell 3 bis 5 Kubikmeter.

Das Gewicht beachten. Bauschutt wiegt etwa 1,5 bis 1,8 Tonnen je Kubikmeter. Ein 7-m³-Container mit Beton gefüllt kann die zulässige Last überschreiten – für schweres Material sind kleine Container mit 3 m³ die richtige Wahl.

Die Standzeit klären. Die ersten Tage sind meist inklusive, danach fallen Standgebühren an.

Die Stellgenehmigung. Steht der Container auf öffentlichem Grund – Gehweg, Parkstreifen, Straße –, brauchen Sie eine Sondernutzungserlaubnis der Gemeinde. Viele Entsorger übernehmen das gegen Gebühr.

Nicht über den Rand füllen. Überladene Container dürfen nicht transportiert werden und werden nicht abgeholt.

Was sich vorher lohnt

Vor dem Abriss trennen, was Wert hat: Metall bringt beim Schrotthändler Geld, statt im Container Geld zu kosten. Heizkörper, Rohre, Kabel und Beschläge lohnen den Aufwand.

Gut erhaltene Türen, Fliesen, Sanitärobjekte und Balken finden über Kleinanzeigen und Bauteilbörsen häufig Abnehmer – und sparen doppelt.

Die weiteren Fraktionen

Neben Bauschutt und Baumischabfall gibt es Fraktionen, die getrennt günstiger sind:

Altholz A I bis A III – unbehandeltes und lackiertes Holz, Möbel, Paletten. Altholz A IV (imprägniert, Bahnschwellen, Zäune aus Kesseldruckimprägnierung) ist teurer und gehört getrennt.

Metallschrott bringt beim Schrotthändler Geld statt Kosten. Heizkörper, Rohre, Kabel, Beschläge.

Gipskartonplatten stören die Bauschuttverwertung und werden gesondert gesammelt.

Grünschnitt bei Gartenarbeiten.

Folien und Verpackungen, wenn sie sauber sind.

Jede getrennte Fraktion senkt die Menge im teuren Baumischabfall. Der Aufwand dafür ist ein zweiter Bigbag neben dem Container.

Eine Faustregel zur Menge

Ein komplett zurückgebautes Bad mit 8 Quadratmetern ergibt etwa 3 bis 5 Kubikmeter. Eine entfernte Zwischenwand aus Ziegeln je laufendem Meter etwa 0,3 Kubikmeter. Ein abgerissener Estrich etwa 0,05 Kubikmeter je Quadratmeter und Zentimeter Dicke.

Der Container vor der Tür

Steht der Container auf öffentlichem Grund, brauchen Sie eine Sondernutzungserlaubnis der Gemeinde. Viele Entsorger übernehmen die Beantragung gegen Gebühr – fragen Sie danach, bevor Sie bestellen.

Der Container muss außerdem abgesichert werden: Warnleuchten bei Dunkelheit, bei Bedarf Absperrung. Für Schäden haftet in der Regel derjenige, der ihn aufgestellt hat.

Und ein praktischer Hinweis: Ein offener Container wird nachts gern von Fremden mitbenutzt. Eine Plane darüber und ein Hinweisschild helfen mehr, als man denkt – sonst zahlen Sie für Abfall, den Sie nie produziert haben.

Das könnte Sie auch interessieren

12 Leserkommentare

  1. Ida

    Danke für den Beitrag bezüglich Bauschutts und Baumischabfall. Die ist mir komplett neu, ich hatte keine Ahnung dass ich dafür auf die Deponie muss. Ich werde es auf jeden Fall anwenden können, wenn ich im Herbst meine Wohnung renoviere!

  2. Laura Heimisch

    Hallo. Mein Onkel kümmert sich um die Entsorgung von Baumischabfall und ist jetzt auf der Suche nach einem Containerverleih. Ich fand den Bericht sehr interessant. Ich wusste nicht, dass bei großen Mengen das beauftragte Unternehmen sich um die Trennung kümmert.

  3. helga

    Baumischabfälle kommen meist bei uns im Hof vor. Container finde ich sehr praktisch dazu. Bald beginnen auch wie die Sanierung in unseren Kinderzimmern. Ich bin dadurch unsicher, ob ein Container absichtlich im Voraus zu besorgen ist. Danke für die "grünen" Anregungen!

  4. finn

    Soll ja die Warnung bei den Sanierungsarbeiten beherzigen! Danke! Meist nie darauf geachtet. Muss den Container also im Voraus besorgen.

  5. Neeltje

    Interessant, dass es einen Unterschied zwischen Bauschutt und Baumischabfällen gibt. Ich denke in unserem Fall sind es Baumischabfälle. Ich denke vielleicht werden wir erstmal einen Container mieten und dann weitersehen.

  6. Mailin Dautel

    Wir sind dabei unser neu ersteigertes Haus zu renovieren und etwas umzubauen. Es ist schon einiges an Baumüll angefallen und ich befürchte, dass es nicht weniger werden wird. Leider ist unser Auto nicht sonderlich groß und man darf pro Tag nur einmal auf den Hof mit je 5 Kilo Müll. Es ist aber eine gute Idee eine Mulde zu leihen und den Müll dann abholen zu lassen.

  7. Franziska Bergmann

    Mein Onkel wird sein Haus komplett sanieren. Bei den Arbeiten wird eine Menge an Bauschutt anfallen. Danke für den Tipp, einen Container zur Entsorgung zu organisieren.

  8. Sven Bucher

    Ich finde, dass man beim Bauschutt aufgrund der Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit unbedingt auf die getrennte Entsorgung Wert legen sollte. Wie Sie sagen, ist sonst meist kein Recycling möglich. Gerade dem Recycling von Altbeton kommt meiner Meinung nach aber eine hohe Bedeutung zu. Vielen Dank für Ihren Beitrag!

  9. Mailin Dautel

    Wir renovieren und das verursacht eine Menge an Bauschutt. Wir haben vorher in einer Wohnung gewohnt und mussten uns mit solchen Dingen nicht auseinandersetzten. Es ist ein guter Hinweis einen Container zu mieten und dann alles auf den Hof zu bringen.

  10. Jade Labrentz

    Vielen Dank für den Artikel. Ich mache mir auch langsam Gedanken ob Haus bauen die richtige Option für mich ist. Einer meiner Gedanken war auch was man mit dem ganzen Müll macht. Wie Bauschutt ordnungsgemäß entsorgt wird war für mich sehr interessant.

  11. Franzi Heine

    Danke für den Beitrag zur Entsorgung von Bauschutt. Mein Schwester baut gerade an ihrem Haus und hat viel Bauschutt. Sie hat sich einen Container gemietet, um den Bauschutt dort zu sammeln. Interessant, dass sich dann ein Unternehmen später um die Trennung von dem Bauschutt kümmert.

  12. Kyra Voight

    Für mein Projekt muss ich wahrscheinlich einen Abfallcontainer mieten. Ich möchte nur noch wissen, wie ich Bauschutt und Baumischabfall richtig entsorge. Gut zu wissen, dass Baumischabfall aus eine Mischung besteht!

Diese Kommentare stammen aus der früheren Fassung dieser Seite. Neue Kommentare können hier derzeit nicht entgegengenommen werden.