Entsorgung von Gartenabfällen

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Gartenabfälle fallen ungleichmäßig an: im Frühjahr Rasenschnitt, im Sommer Heckenschnitt, im Herbst Laub in Mengen, die keine Tonne fasst. Für jede Art und Menge gibt es einen passenden Entsorgungsweg – und ein paar Wege, die Ärger oder Bußgelder einbringen. Den meisten Abfall können Sie außerdem im eigenen Garten verwerten.
Die Wege im Überblick
| Weg | Geeignet für | Kosten |
| Biotonne | Rasenschnitt, Laub, kleine Mengen Grünschnitt | Über die Müllgebühr |
| Grünschnittsammelstelle, Wertstoffhof | Große Mengen, Äste, Heckenschnitt | Oft kostenlos oder geringe Gebühr |
| Gartenabfallsack der Gemeinde | Laubspitzen im Herbst | Kaufpreis je Sack |
| Grünschnittabholung | Gebündelte Äste, meist zu festen Terminen | Je nach Gemeinde |
| Eigener Kompost | Fast alles Weiche und Zerkleinerte | Keine |
| Containerdienst | Rodung, Gartenumbau | Nach Volumen |
Die Biotonne
Für den laufenden Bedarf ist die Biotonne der einfachste Weg. Grasschnitt sollte vorher antrocknen, sonst fault er in der Tonne, stinkt und friert im Winter fest. Äste passen nur kurz geschnitten hinein. Im Herbst ist die Tonne mit Laub schnell voll – viele Gemeinden bieten dann eine zusätzliche Leerung oder größere Tonnen an.
Sammelstelle und Wertstoffhof
Die meisten Kreise und Städte betreiben Grünschnittsammelplätze. Dort werden auch große Mengen Heckenschnitt, Äste und Wurzeln angenommen, bis zu einer Mengengrenze oft kostenlos. Die Regeln unterscheiden sich stark: Manche Plätze nehmen nur Material bis zu einem bestimmten Astdurchmesser, manche keine Wurzelstöcke, manche verlangen ab einer Menge Gebühren. Öffnungszeiten und Annahmebedingungen stehen auf der Seite Ihres Abfallwirtschaftsbetriebs.
Für den Transport eignen sich Anhänger, Kofferraum mit Plane oder stabile Big Bags.

Gartenabfallsäcke
Viele Gemeinden verkaufen Papiersäcke für Gartenabfälle, die zusammen mit der Biotonne oder zu eigenen Terminen abgeholt werden. Die gängigen Größen fassen etwa 80 bis 160 Liter. Sie lösen das Laubproblem im Herbst, wenn die Tonne voll ist. Wiederverwendbare Säcke aus Gewebe dienen dagegen nur zum Sammeln und Transportieren. Unterschiede und Größen beschreibt der Beitrag Gartenabfallsack.
Verbrennen ist meist verboten
Gartenabfälle zu verbrennen ist in den meisten Bundesländern grundsätzlich untersagt. Einzelne Länder oder Gemeinden lassen Ausnahmen zu, etwa zu bestimmten Wochen im Frühjahr und Herbst, oft nur für holzige Abfälle und mit Abstandsregeln. Ob und wann das bei Ihnen gilt, steht in der örtlichen Verordnung. Auch wo es erlaubt ist, qualmt feuchtes Material stark und verärgert die Nachbarschaft. Traditionsfeuer wie das Osterfeuer sind etwas anderes und brauchen meist eine Anmeldung.
Was nicht in die Landschaft gehört
Gartenabfälle im Wald, am Feldrand oder am Bach abzuladen ist eine Ordnungswidrigkeit, auch wenn es „nur Grünzeug“ ist. Die Haufen ersticken die Vegetation darunter, bringen Nährstoffe in magere Standorte und verbreiten Gartenpflanzen, die sich in der Natur breitmachen. Die Bußgelder sind je nach Bundesland und Menge empfindlich.
Was in den Restmüll gehört
- Invasive Pflanzen wie Japanischer Staudenknöterich, Riesen-Bärenklau oder Drüsiges Springkraut. Sie überleben im Kompost und verbreiten sich über Wurzelstücke und Samen.
- Stark kranke Pflanzen, etwa mit Pilzbefall oder Feuerbrand. Im heimischen Kompost werden die Temperaturen selten hoch genug, um Erreger sicher abzutöten.
- Samenreife Wurzelunkräuter wie Giersch und Quecke, wenn kein heißer Kompost zur Verfügung steht.
- Behandeltes Holz von Zäunen oder Pergolen – das gehört nicht einmal in den Restmüll, sondern zum Wertstoffhof als Altholz.
Bei Kreisen mit eigener Kompostierungsanlage dürfen einige dieser Pflanzen in die Biotonne, weil dort heiß kompostiert wird. Fragen Sie im Zweifel beim Abfallbetrieb nach.
Selbst verwerten spart Wege
Ein großer Teil der Abfälle muss den Garten gar nicht verlassen. Ein Gartenhäcksler reduziert Heckenschnitt und Äste auf einen Bruchteil ihres Volumens und liefert Mulch für Beete und Wege. Laub unter Sträuchern schützt den Boden im Winter, Rasenschnitt in dünnen Lagen ist Mulch fürs Gemüsebeet. Alles Weitere wandert auf den Kompost. Welche Möglichkeiten es gibt, beschreibt der Beitrag Gartenabfälle verwerten.
Große Mengen bei Rodung oder Umbau
Bei einer Heckenrodung oder einer Gartenneugestaltung fallen Kubikmeter an. Dann lohnt ein Container für Grünschnitt, der nach Volumen abgerechnet wird. Wurzelstöcke und Erde werden oft getrennt berechnet. Mischen Sie nie Bauschutt oder Erde unter den Grünschnitt – sonst wird aus einem günstigen Container ein teurer Mischabfall. Wie Bauabfälle richtig laufen, steht unter Bauschutt entsorgen.
Häufige Fragen
Darf Rasenschnitt in die Biotonne?
Ja, am besten angetrocknet und locker, nicht in Plastiktüten. Große Mengen sind auf dem Kompost oder als Mulch besser aufgehoben.
Was kostet die Entsorgung auf dem Wertstoffhof?
Das regelt jeder Kreis selbst. Häufig sind haushaltsübliche Mengen kostenlos, darüber fallen Gebühren nach Volumen oder Gewicht an.
Dürfen Nachbarn sich über Laub beschweren?
Laub von Bäumen des Nachbarn müssen Sie in gewissem Umfang dulden. Den eigenen Anteil entsorgen Sie selbst – der Gehweg vor dem Haus gehört in vielen Gemeinden zu Ihren Pflichten.



