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Ein Vogelhaus bauen - Bauanleitung zum Selbermachen

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Ein Vogelhaus bauen - Bauanleitung zum Selbermachen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Futterhaus oder Nistkasten?
  2. Das Holz
  3. Material und Werkzeug
  4. Schritt für Schritt
  5. Hygiene: das eigentliche Problem
  6. Der richtige Standort
  7. Das richtige Futter
  8. Wann füttern?
  9. Häufige Fragen

Ein Vogelhaus aus Holz ist ein klassisches Bastelprojekt für den Herbst und in zwei bis drei Stunden gebaut. Gemeint ist hier das Futterhaus, nicht der Nistkasten. Ob es den Vögeln nützt oder schadet, entscheidet weniger die Bauweise als die Hygiene am Futterplatz.

Futterhaus oder Nistkasten?

Das Futterhaus bietet Futter, meist im Winter, und hat ein offenes Dach über einer Futterfläche. Der Nistkasten ist ein geschlossener Kasten mit Einflugloch zum Brüten. Beide sind nützlich, aber verschieden gebaut. Eine Anleitung für den Brutplatz steht unter Nistkasten selber bauen.

Das Holz

Verwenden Sie unbehandeltes Massivholz oder wetterfeste Sperrholzplatten mit mindestens 18 mm Stärke. Dickeres Holz verzieht sich weniger und hält länger. Gut geeignet sind Fichte, Kiefer, Lärche oder Douglasie. Spanplatten und MDF quellen im ersten Regen auf.

Holzschutzmittel haben innen nichts zu suchen. Das Dach und die Außenseiten können Sie mit einer speichel- und schweißfesten Farbe nach der Spielzeugnorm DIN EN 71-3 streichen – so bleibt das Vogelhaus farbig und die Vögel kommen nicht mit Giftstoffen in Berührung.

Material und Werkzeug

  • 1 Bodenplatte, etwa 30 × 30 cm
  • 4 Leisten für den Rand der Bodenplatte, etwa 2 cm hoch
  • 4 Pfosten oder Stützen, etwa 20 cm lang
  • 2 Dachplatten, jeweils etwas breiter als die halbe Bodenplatte, damit ein Überstand entsteht
  • 2 Giebeldreiecke oder Dachsparren
  • Rostfreie Schrauben oder Nägel, Holzleim für außen
  • Säge, Akkuschrauber oder Hammer, Schleifpapier, Winkel, Zollstock

Schritt für Schritt

  1. Zuschneiden. Alle Teile nach Maß zusägen. Die Randleisten, die Dachsparren und die Dachplatten an den Stoßkanten im Winkel von 45 Grad schneiden, damit sie sauber aneinanderstoßen.
  2. Schleifen. Kanten brechen und Splitter entfernen.
  3. Randleisten montieren. Die vier Leisten auf die Bodenplatte setzen und von unten festschrauben oder nageln. Lassen Sie an einer Ecke eine Lücke von 1 bis 2 cm, damit Regenwasser und Futterreste herauslaufen können.
  4. Stützen setzen. In jede Ecke eine Stütze, von unten durch die Bodenplatte verschraubt. Mit dem Winkel prüfen, dass sie senkrecht stehen.
  5. Dachkonstruktion. Die Giebel oder Sparren auf die Stützen setzen und verbinden, sodass ein Satteldach mit 90-Grad-Winkel am First entsteht.
  6. Dachplatten aufsetzen und verschrauben. Der Überstand von einigen Zentimetern schützt das Futter vor Regen und Schnee.
  7. Anstrich außen, falls gewünscht, und gut trocknen lassen.
  8. Aufhängung oder Pfosten anbringen.
Am Ende kann man das Vogelhaus schön bunt lackieren
Am Ende kann man das Vogelhaus schön bunt lackieren! | Foto: belchonock / Depositphotos.com

Hygiene: das eigentliche Problem

Offene Futterhäuser haben einen Haken: Die Vögel sitzen im Futter und koten hinein. So verbreiten sich Krankheiten wie Salmonellen oder Trichomonaden, die vor allem Grünfinken stark zusetzen. Deshalb gilt:

  • Nur so viel Futter geben, wie an einem Tag gefressen wird.
  • Das Futterhaus regelmäßig mit heißem Wasser reinigen, Handschuhe tragen.
  • Futterreste und Kot entfernen.
  • Wer kranke Vögel sieht – aufgeplustert, apathisch, am Futterplatz sitzend –, stellt die Fütterung für einige Wochen ein und reinigt alles gründlich.

Futtersilos, bei denen das Futter von oben nachrutscht und die Vögel nicht hineinsteigen können, sind hygienischer als offene Futterhäuser. Man kann sie im selbst gebauten Haus als Einsatz nachrüsten.

Der richtige Standort

  • Katzensicher: frei stehend auf einem glatten Pfahl oder aufgehängt, etwa 1,5 bis 2 m hoch.
  • Freie Sicht: Vögel wollen Angreifer kommen sehen. Direkt in einer dichten Hecke lauern Katzen.
  • Deckung in der Nähe: Ein Strauch in einigen Metern Abstand bietet Fluchtweg.
  • Abstand zu Glasflächen: Das Futterhaus entweder sehr nah am Fenster oder weit weg aufstellen. In mittlerem Abstand fliegen aufgeschreckte Vögel gegen die Scheibe.
  • Wettergeschützt: Die Öffnung nicht zur Hauptwindrichtung.

Das richtige Futter

Sonnenblumenkerne sind der Allrounder, geschält machen sie weniger Dreck. Meisenknödel und Fettfutter mögen Meisen und Spechte – kaufen Sie Knödel ohne Plastiknetz, in dem sich Vögel verfangen können. Weichfresser wie Amsel und Rotkehlchen bevorzugen Haferflocken, Rosinen und Obst, am besten am Boden angeboten.

Tabu sind Brot, gesalzene oder gewürzte Speisereste und Speck. Brot quillt im Magen und liefert kaum Nährstoffe.

Wann füttern?

Die klassische Fütterungszeit ist von November bis Ende Februar, besonders bei Frost und Schnee. Wer einmal anfängt, sollte regelmäßig füttern, weil sich die Vögel darauf einstellen. Eine Fütterung über das ganze Jahr ist umstritten; wer es tut, muss besonders auf Hygiene achten.

Noch wirksamer als jedes Futterhaus ist ein naturnaher Garten mit Beerensträuchern, Samenständen und Laubhaufen. Ein Igelhaus passt gut dazu.

Häufige Fragen

Kann ich jedes Holz verwenden?

Unbehandeltes Massivholz oder wetterfestes Sperrholz ja. Keine Spanplatten, kein beschichtetes oder imprägniertes Holz aus unbekannter Quelle.

Braucht das Vogelhaus einen Anstrich?

Nein, es hält auch unbehandelt einige Jahre. Wer streicht, nimmt eine für Kinderspielzeug geeignete Farbe und nur außen.

Gibt es Bausätze?

Ja, fertig zugeschnittene Bausätze aus Holz gibt es ab etwa 10 bis 20 Euro. Sie sind ideal, um mit Kindern zu bauen, weil das Sägen entfällt. Das gilt ebenso für den Nistkasten-Bausatz.

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