Ein Igelhaus bauen

Inhalt10 Abschnitte
Igel suchen ab Oktober einen trockenen, geschützten Platz für den Winterschlaf. In aufgeräumten Gärten finden sie ihn kaum noch. Ein Igelhaus aus unbehandeltem Holz ist schnell gebaut und kostet wenig. Entscheidend sind drei Dinge: ein Eingang mit Knick gegen Fressfeinde, trockene Füllung und ein ruhiger Standort.
Maße und Aufbau
| Außenmaße | etwa 35 × 28 × 20 cm, gern auch etwas größer |
| Eingang | 10 × 10 cm – groß genug für einen Igel, zu klein für die meisten Katzen |
| Vorraum | Trennwand hinter dem Eingang, Durchgang zum Schlafraum etwa 12 cm breit |
| Schlafraum | etwa 23 cm breit |
| Holz | unbehandelte Bretter, 18 bis 20 mm dick |
Der Vorraum ist der wichtigste Teil. Durch die Trennwand kann eine Katze oder ein Marder nicht mit der Pfote bis in den Schlafraum greifen. Man spricht auch von einem Labyrintheingang.
Material und Werkzeug
- Unbehandelte Bretter aus Fichte, Kiefer oder Lärche, keine Spanplatten und keine Holzschutzmittel
- Rostfreie Schrauben
- Dachpappe oder ein Stück Blech für das Dach
- Zwei Scharniere oder Ösen, falls der Deckel aufklappbar sein soll
- Säge, Akkuschrauber, Bohrer, Stichsäge für den Eingang, Schleifpapier
Holzschutzmittel, Lacke und Lasuren riechen und können für Tiere giftig sein. Ein Igelhaus, das unter Laub steht, braucht ohnehin keinen Anstrich; das Dach schützt vor Nässe.
Schritt für Schritt
- Maße aufzeichnen. Boden, zwei Seitenwände, Vorder- und Rückwand, Trennwand und Dach auf die Bretter übertragen.
- Eingang aussägen. In die Vorderwand eine Öffnung von 10 × 10 cm, seitlich versetzt, sodass der Weg zum Schlafraum um die Trennwand herumführt.
- Kanten schleifen, besonders am Eingang.
- Seitenwände anschrägen. Die Oberkante leicht schräg zusägen, damit das Dach Gefälle hat und Regen abläuft.
- Trennwand einsetzen zwischen Vorraum und Schlafraum, mit dem 12 cm breiten Durchgang an der vom Eingang abgewandten Seite.
- Wände verschrauben, Belüftungslöcher von etwa 1 cm Durchmesser oben in die Rückwand bohren.
- Dach aufsetzen. Mit Scharnieren oder als lose aufgelegter, beschwerter Deckel – Hauptsache, man kann zum Reinigen hinein.
- Dachpappe aufnageln mit einigen Zentimetern Überstand.
Mit oder ohne Boden?
Beides ist möglich. Ohne Boden steht das Haus direkt auf der Erde, Kondenswasser zieht ab, und der Igel liegt auf natürlichem Untergrund. Dafür dringt bei nassem Boden Feuchtigkeit ein. Mit Boden bleibt das Innere trockener, dann gehören einige Bohrlöcher hinein, damit sich keine Nässe sammelt. Stellen Sie ein Haus mit Boden auf zwei Latten, damit Luft darunter zirkuliert.

Füllung
Legen Sie etwas trockenes Laub und Stroh in den Schlafraum, nicht bis oben voll. Der Igel polstert sein Nest selbst aus und trägt weiteres Laub hinein. Keine Watte, keine Textilien, kein Zeitungspapier – sie werden nass und bleiben es.
Der richtige Standort
- Ruhig und ungestört, in einer wenig genutzten Ecke des Gartens, unter Sträuchern oder einer Hecke.
- Schattig, damit sich das Haus an warmen Wintertagen nicht aufheizt und den Igel weckt.
- Eingang weg von der Wetterseite, in den meisten Regionen also nicht nach Westen.
- Gut getarnt: Mit Laub, Reisig und Zweigen abdecken. Das isoliert zusätzlich und macht das Haus für Katzen unauffälliger.
Stellen Sie das Haus im September oder Anfang Oktober auf, bevor die Igel ihr Winterquartier wählen. Sehen Sie im Winter nicht hinein – jede Störung kostet den Igel Energie, die ihm im Frühjahr fehlt.
Füttern oder nicht?
Im Igelhaus selbst hat Futter nichts zu suchen; es lockt Ratten und andere Tiere an. Wer im Herbst zufüttern möchte, stellt eine flache Schale mit Katzennassfutter oder ungewürztem Rührei an einen geschützten Platz, dazu Wasser. Milch ist tabu, Igel vertragen sie nicht und bekommen Durchfall. Obst, Nüsse und Brot sind ebenfalls ungeeignet.
Reinigen
Das Haus wird einmal im Jahr gereinigt, im Spätsommer, bevor ein neuer Bewohner einzieht, oder im späten Frühjahr, wenn der Igel es sicher verlassen hat. Altes Nistmaterial herausnehmen, mit heißem Wasser ausbürsten, gut trocknen lassen. Keine Reinigungsmittel.
Ein igelfreundlicher Garten
Das beste Igelhaus nützt wenig in einem Garten ohne Nahrung und Durchgänge. Igel brauchen Insekten, Käfer und Regenwürmer, also Laubhaufen, Totholz und wilde Ecken. Eine Lücke von etwa 10 × 10 cm im Zaun verbindet Gärten, damit Igel auf Nahrungssuche gehen können. Gefährlich sind offene Kellerschächte, steile Teichränder ohne Ausstieg und Mähroboter, die nachts laufen. Tipps zum Herbstgarten stehen unter Gartenarbeit im Herbst.
Häufige Fragen
Darf ich einen Igel ins Haus holen?
Igel sind Wildtiere und besonders geschützt. Sie dürfen nur vorübergehend aufgenommen werden, wenn sie verletzt, krank oder hilflos sind. Wenden Sie sich in diesem Fall an eine Igelstation oder einen Tierarzt.
Was kostet ein selbst gebautes Igelhaus?
Mit neuem Holz ab etwa 30 Euro, mit Resten aus der Werkstatt fast nichts. Gekaufte Igelhäuser kosten meist 30 bis 80 Euro.
Was, wenn kein Igel einzieht?
Geduld. Manchmal dauert es eine oder zwei Saisons. Und auch andere Tiere wie Kröten nutzen den geschützten Platz. Wer Vögeln ebenfalls helfen möchte, findet eine Anleitung unter Ein Vogelhaus bauen.



