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Heimwerker-Berater

Einen Holzunterstand bauen

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Einen Holzunterstand bauen
Inhalt10 Abschnitte
  1. Worauf es beim Unterstand ankommt
  2. Der richtige Platz
  3. Braucht der Unterstand eine Genehmigung?
  4. Material für einen Unterstand von etwa 2 × 1 m
  5. Das Fundament
  6. Rahmen, Wände und Dach
  7. Holz richtig stapeln
  8. Typische Fehler
  9. Was der Bau kostet
  10. Häufige Fragen

Ein Holzunterstand soll Brennholz vor Regen schützen und gleichzeitig Luft durchlassen. Genau dieser Spagat entscheidet, ob das Holz in zwei Jahren ofenfertig ist oder schimmelt. Mit Fundamentsteinen, ein paar Kanthölzern und einem Pultdach bauen Sie ihn an ein bis zwei Wochenenden selbst.

Worauf es beim Unterstand ankommt

Oben dicht, seitlich offen, unten Abstand zum Boden. Das Dach hält Regen und Schnee ab. Die Seiten bleiben luftig – Lattung mit Fugen statt geschlossener Bretter. Und das Holz liegt nie auf der Erde, sonst zieht es Feuchtigkeit von unten. Bodenfreiheit von 10 bis 15 cm reicht.

Ziel ist eine Restfeuchte von unter 20 Prozent. Die Verordnung über kleine Feuerungsanlagen (1. BImSchV) erlaubt für Kaminöfen höchstens 25 Prozent, gut brennt Holz aber erst deutlich darunter. Wie Sie das Holz dafür vorbereiten, steht unter Holz machen für den Winter. Ob es so weit ist, zeigt ein Holzfeuchtemessgerät an einer frischen Spaltfläche.

Der richtige Platz

Am besten ist eine sonnige, windige Stelle mit der offenen Seite zur Hauptwetterseite abgewandt. Wind trocknet mehr als Sonne. Wer den Unterstand an die Hauswand stellt, hält mindestens 10 cm Abstand, damit Luft dahinter zirkuliert und die Fassade nicht feucht wird. Ein Platz in der Nähe der Haustür erspart im Winter lange Wege mit dem Kaminholzkorb.

Meiden Sie Senken, in denen sich Wasser sammelt, und die Traufe von Bäumen: Laub und Tropfwasser landen sonst im Holz.

Braucht der Unterstand eine Genehmigung?

Das regelt die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes. Kleine, offene Unterstände sind in den meisten Ländern verfahrensfrei, die Grenzen liegen je nach Land bei bestimmten Kubikmetern umbauten Raums oder Grundflächen. Verfahrensfrei heißt aber nicht regelfrei: Abstandsflächen zur Grundstücksgrenze und Vorgaben aus dem Bebauungsplan gelten trotzdem. Bei einem Bau direkt an der Grenze fragen Sie vorher beim Bauamt nach.

Material für einen Unterstand von etwa 2 × 1 m

Fundament6 Fundamentsteine oder Punktfundamente, Schotter und Splitt
RahmenKanthölzer 9 × 9 cm für Pfosten, 7 × 7 cm für Bodenbalken
WändeRauspund oder Latten 24 × 48 mm mit Fugen
DachDachlatten, OSB- oder Rauspundschalung, Bitumenschindeln oder Trapezblech
KleinteilePfostenträger, Winkelverbinder, verzinkte Schrauben

Als Holz bieten sich kesseldruckimprägnierte Kiefer oder Lärche an. Werkzeug: Spaten, Wasserwaage, Richtschnur, Kapp- oder Handkreissäge, Akkuschrauber, Leiter.

Das Fundament

  1. Boden abtragen. Grasnarbe entfernen, Fläche einebnen.
  2. Löcher graben. Für jeden Stein etwa 30 cm tief. Sechs Steine reichen bei 2 m Länge: je drei vorn und hinten.
  3. Unterbau einfüllen. Rund 20 cm Schotter, verdichten, darauf 10 cm Splitt.
  4. Steine setzen. Mit Richtschnur und Wasserwaage ausrichten. Sie sollten nur knapp aus der Erde ragen, höchstens etwa 1 cm.

Steht der Unterstand auf Pflaster oder Beton, entfallen diese Schritte; dann genügen Pfostenträger zum Aufdübeln. Mehr zu den Varianten unter Fundamentsteine und Punktfundament.

Gestapelte Brennholzstücke
Gestapelte Brennholzstücke | Foto: cristi180884 / Depositphotos.com

Rahmen, Wände und Dach

  1. Bodenrahmen. Drei Bodenbalken auf die Steine legen und mit Querhölzern verschrauben. Dazwischen Lattung mit Fugen als Boden.
  2. Pfosten aufstellen. Vorn höher als hinten, damit das Pultdach Gefälle bekommt: Mindestens 10 cm Höhenunterschied auf 1 m Tiefe sind sinnvoll, bei Bitumenschindeln mehr.
  3. Seiten und Rückwand. Latten waagerecht mit 1 bis 2 cm Fuge anschrauben.
  4. Dach. Sparren auflegen, Schalung aufbringen, Dachhaut befestigen. Überstand von 15 bis 20 cm nach vorn und zu den Seiten hält Schlagregen ab.
  5. Kopfbänder. Schräge Stützwinkel zwischen Pfosten und Dachbalken verhindern, dass der Unterstand sich verwindet.

Holz richtig stapeln

Schichten Sie Rinde nach oben, sie wirkt wie ein kleines Dach. Zwischen Holz und Rückwand bleiben ein paar Zentimeter Luft. Frisch gespaltenes Holz trocknet schneller als ganze Rollen. Wie lange es dauert, hängt von der Art ab: Nadelholz und Birke sind nach etwa einem Jahr ofenfertig, Buche nach rund zwei, Eiche braucht noch länger. Mehr dazu unter Brennholz lagern.

Typische Fehler

  • Holz direkt auf dem Boden. Die unterste Lage saugt sich voll und fault, selbst unter einem guten Dach.
  • Rundum geschlossene Wände. Ein Schuppen mit dichten Brettern schützt vor Regen, aber das Holz trocknet darin kaum. Fugen und offene Front sind Absicht.
  • Zu wenig Dachüberstand. Schlagregen und Schnee wehen von der Seite in den Stapel, die vorderste Reihe wird nie trocken.
  • Pfosten in die Erde betoniert. Das Holz am Übergang zum Beton fault in wenigen Jahren. Pfostenträger mit Abstand zum Boden verwenden.
  • Frisches Holz ungespalten eingelagert. Rollen mit Rinde rundum trocknen um ein Vielfaches langsamer als gespaltene Scheite.

Was der Bau kostet

Für einen einfachen Unterstand von 2 × 1 m rechnen Sie mit etwa 150 bis 400 Euro Material, je nach Holzart und Dachdeckung. Fertige Bausätze beginnen in ähnlicher Höhe, größere Modelle mit Rückwand liegen bei mehreren hundert Euro. Wer kaufen statt bauen will, findet Einordnung und Maße im Beitrag zum Holzunterstand.

Häufige Fragen

Wie pflege ich den Unterstand?

Einmal im Jahr Dach und Pfostenfüße prüfen, Laub vom Dach nehmen, ausgewaschene Lasur nachstreichen.

Wie richte ich ihn aus?

Die geschlossene Rückseite zur Wetterseite, in Mitteleuropa meist nach Westen. Die offene Front zeigt nach Süden oder Osten.

Wie viel Holz passt hinein?

Ein Unterstand mit 2 m Länge, 1 m Tiefe und 1,5 m Stapelhöhe fasst rund 3 Kubikmeter geschichtetes Holz – ein Winter für einen gelegentlich genutzten Kaminofen.

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