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Heimwerker-Berater

Sichtschutzplane

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Sichtschutzplane
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Materialien
  2. Blickdicht ist relativ
  3. Die Windlast unterschätzt man leicht
  4. Befestigung
  5. Zuschneiden
  6. Mieter und Nachbarn
  7. Haltbarkeit
  8. Typische Fehler
  9. Welche Plane wofür
  10. Häufige Fragen

Eine Sichtschutzplane ist die schnellste und billigste Art, einen Zaun, ein Balkongeländer oder einen Bauzaun blickdicht zu machen: Plane ausrollen, mit Kabelbindern befestigen, fertig. Das Problem, das die wenigsten bedenken, ist der Wind. Eine dichte Plane macht aus einem luftigen Zaun ein Segel, und dafür sind die Pfosten oft nicht gebaut.

Die Materialien

HDPE-GewebeDas übliche Material für Zaun und Balkon. Leicht, UV-stabilisiert, etwas luftdurchlässig. Gewicht meist 150 bis 300 g/m².
PVC-PlaneVöllig blickdicht und wasserdicht, schwer und winddicht. Für Bauzäune und als Wetterschutz, aber mit hoher Windlast.
SchattiergewebeGrobmaschig, Schattierwert 80 bis 95 %. Hält viele Blicke ab, lässt Wind durch. Auch für Gewächshaus und Hühnerauslauf.
Polyrattan und StreifenKeine Plane im engeren Sinn, sondern Streifen zum Einflechten in Doppelstabmatten. Optisch wertiger.
MotivplaneBedruckt mit Hecke, Steinmauer oder Strand. Geschmacksfrage, meist PVC oder Polyester.

Blickdicht ist relativ

Ein Schattierwert von 90 % klingt nach viel, aber auf kurze Entfernung und bei Gegenlicht sieht man Umrisse. Wirklich blickdicht sind nur geschlossene Planen, und die sind winddicht. Für einen Balkon, auf dem man sitzen will, ist ein Gewebe mit 85 bis 95 % meist der beste Kompromiss: Man wird nicht beobachtet, und die Luft zirkuliert noch.

Die Windlast unterschätzt man leicht

Eine geschlossene Fläche von 1,8 × 10 m fängt bei einem kräftigen Sturm eine Kraft auf, die einen normalen Maschendrahtzaun umlegen kann. Deshalb:

  • Winddurchlässige Gewebe bevorzugen, wo der Zaun nicht auf Sichtschutz ausgelegt ist.
  • Pfosten prüfen. Einbetonierte Metallpfosten im Abstand von 2 bis 2,5 m halten mehr als eingeschlagene Pfosten.
  • Bauzäune mit Plane brauchen Stützen, Ballastfüße oder Schrägstreben. Hersteller empfehlen oft, geschlossene Planen bei Sturm abzunehmen.
  • Balkon: Dichte Planen belasten das Geländer. Bei hohen Gebäuden und exponierten Lagen besser ein Gewebe.

Befestigung

Gute Planen haben Ösen im Abstand von etwa 30 bis 50 cm entlang aller Kanten und einen verstärkten Saum. Befestigt wird mit UV-beständigen Kabelbindern, Spanngummis oder einem durchgezogenen Spannseil.

  1. Plane an einer Ecke oben fixieren, dann die obere Kante entlang spannen.
  2. Seiten und untere Kante nacharbeiten, dabei gleichmäßig straffen.
  3. Nicht zu stramm. Eine Plane, die unter Spannung steht, reißt bei Wind an den Ösen aus. Etwas Spiel ist besser als ein Trommelfell.
  4. Kabelbinder außen schließen und die Enden kürzen.

Spanngummis sind die bessere Wahl, wo viel Wind herrscht: Sie geben nach, statt die Ösen auszureißen. Mehr zur Montage steht unter Montage von Sicht- und Sonnenschutz.

Zuschneiden

HDPE-Gewebe lässt sich mit einer Schere kürzen, franst aber an offenen Kanten aus. Die Schnittkante umschlagen und mit Klebeband sichern oder mit einem Heißschneider verschmelzen. Neue Ösen setzen Sie mit einer Ösenzange. Bei PVC-Planen geht das Kürzen ebenfalls, der Saum fehlt dann aber.

Mieter und Nachbarn

Auf dem Balkon ist Sichtschutz grundsätzlich erlaubt, solange er ohne Bohren befestigt wird und das Geländer nicht beschädigt. Wo der Vermieter oder die Hausordnung ein einheitliches Erscheinungsbild vorschreibt, kann eine grelle Motivplane Ärger bringen. Fragen Sie im Zweifel vorher, besonders bei auffälligen Farben.

Am Gartenzaun regeln Landesnachbarrecht und Bebauungsplan, wie hoch ein Sichtschutz an der Grenze sein darf. Ein bespannter Zaun kann dabei als Einfriedung mit Sichtschutz gelten, für die Höhenbegrenzungen gelten. Wer dauerhaft abschirmen will, fährt oft mit einer Hecke oder einem Naturzaun besser. Seitlichen Schutz für den Balkon beschreibt der Beitrag Sichtschutz Balkon seitlich.

Haltbarkeit

UV-stabilisierte HDPE-Gewebe halten im Freien meist drei bis sechs Jahre, dann werden sie spröde und verblassen. Billige Planen ohne UV-Schutz zerbröseln teils nach einer Saison. Ein Hinweis auf UV-Stabilisierung gehört auf die Verpackung, sonst lieber liegen lassen.

Typische Fehler

  • Dichte Plane an einem schwachen Zaun. Nach dem ersten Herbststurm liegt beides flach.
  • Zu wenige Befestigungspunkte. Die Plane schlägt im Wind und reißt aus.
  • Plane schleift am Boden. Sie saugt Wasser, verschmutzt und schimmelt. Einige Zentimeter Abstand lassen.
  • Zu straff gespannt. Die Ösen reißen bei der ersten Böe aus.

Welche Plane wofür

Für den Balkon eignet sich ein UV-stabilisiertes HDPE-Gewebe mit 85 bis 95 % Schattierwert in einer ruhigen Farbe, befestigt mit Kabelbindern oder Spanngummis. Für den Gartenzaun mit Doppelstabmatten sind Streifen zum Einflechten oder ein Gewebe die sichere Wahl. Für den Bauzaun ist eine geschlossene PVC-Plane üblich, dann aber mit Ballast und Stützen. Für eine dauerhafte, schöne Lösung am Gartenzaun lohnt der Blick auf Holzelemente oder eine Hecke, die nach einigen Jahren die Plane ersetzt.

Häufige Fragen

Was kostet eine Sichtschutzplane?

Einfache HDPE-Gewebe gibt es ab etwa 1,50 bis 3 Euro je Quadratmeter, schwere PVC-Planen und bedruckte Motivplanen kosten 5 bis 15 Euro je Quadratmeter.

Raschelt die Plane im Wind?

PVC-Planen knattern bei Wind hörbar, Gewebe deutlich weniger. Straffes, gleichmäßiges Spannen reduziert das Geräusch.

Wie reinige ich sie?

Mit Wasser, weicher Bürste und etwas Spülmittel. Keinen Hochdruckreiniger aus der Nähe – er zerfasert das Gewebe.

Kann ich die Plane auch am Gartentor verwenden?

Ja. Weitere Lösungen stehen unter Gartentor blickdicht machen.

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