Trimmerfaden

Inhalt11 Abschnitte
Der Trimmerfaden ist das Schneidwerkzeug des Rasentrimmers und der Motorsense: ein Kunststofffaden, der mit hoher Drehzahl rotiert und Gras durch Schlag abtrennt. Welcher Faden der richtige ist, bestimmt das Gerät, nicht der Geschmack – ein zu dicker Faden überlastet den Motor, ein zu dünner verschleißt in Minuten.
Wie der Faden schneidet
Der Faden schneidet nicht wie eine Klinge, er schlägt. Bei mehreren Tausend Umdrehungen pro Minute erreicht die Fadenspitze eine hohe Geschwindigkeit und trennt Halme ab, die sich ihm in den Weg stellen. Der Vorteil: Trifft er auf Stein, Mauer oder Baumrinde, gibt er nach, statt Funken zu schlagen oder das Gerät zurückzuschleudern. Er nutzt sich dabei ab – das ist gewollt, und der Kopf gibt über Tippautomatik oder Halbautomatik neuen Faden nach.

Der richtige Durchmesser
| Gerät | Fadendurchmesser |
| Kleine Akku- und Elektrotrimmer | 1,2–1,6 mm |
| Stärkere Elektrotrimmer, Akku ab 36 V | 1,6–2,0 mm |
| Benzin-Motorsensen, leicht | 2,0–2,4 mm |
| Freischneider, kräftige Motorsensen | 2,4–3,3 mm und mehr |
Maßgeblich ist die Angabe in der Bedienungsanleitung. Ein Faden, der dicker ist als erlaubt, bremst den Motor, lässt ihn heiß laufen und verkürzt seine Lebensdauer. Außerdem passt er oft nicht durch die Öse im Fadenkopf.
Rund, eckig, gezahnt
- Rund ist der Standard: günstig, reißfest, gut für normales Gras und Rasenkanten.
- Vierkant und Stern haben scharfe Kanten und schneiden sauberer, besonders bei hohem, zähem Gras. Sie verschleißen etwas schneller.
- Gezahnt oder gezackt reißt feste Halme und Brennnesseln besser ab.
- Verdrillt (gewendelt) ist leiser, weil der Faden weniger pfeift, und hat einen etwas geringeren Luftwiderstand.
Für einen normalen Hausgarten mit Rasenkanten genügt runder Faden. Wer oft verwilderte Flächen mäht, nimmt ein kantiges Profil.
Material und Qualität
Trimmerfaden besteht meist aus Nylon (Polyamid), teils mit Zusätzen, die ihn abriebfester machen. Billiger Faden bricht an der Öse ab, schmilzt bei Hitze zusammen oder verklebt auf der Spule. Guter Faden ist etwas elastisch und hält länger. Wer viel mäht, kauft Faden auf der Großrolle statt auf kleinen Blisterkarten; das ist pro Meter deutlich günstiger und hält, dunkel gelagert, mehrere Jahre. Die Farbe ist meist Kennzeichnung des Durchmessers oder Marke und hat keinen Einfluss auf die Schnittleistung; auffällige Farben erleichtern nur das Wiederfinden abgebrochener Stücke.
Der Wassertrick
Nylon wird mit der Zeit trocken und spröde, besonders wenn er lange in einem warmen Schuppen lag. Legen Sie die Fadenrolle oder die bewickelte Spule vor der Saison einige Stunden, besser über Nacht, in Wasser. Das Nylon nimmt Feuchtigkeit auf, wird geschmeidiger und bricht seltener ab. Lagern Sie Faden dunkel und nicht in der Sonne.
Spule wickeln
- Gerät ausschalten, Akku entnehmen oder Stecker ziehen, bei Benzingeräten den Zündkerzenstecker abziehen.
- Spule herausnehmen, Reste entfernen.
- Faden abmessen: Die Anleitung nennt die Länge, meist einige Meter. Bei Doppelfadenspulen die Hälfte je Kammer oder den Faden in der Mitte in die Kerbe einhängen.
- Straff und gleichmäßig wickeln, in Pfeilrichtung, ohne Überkreuzungen. Lose gewickelter Faden verklemmt sich.
- Enden in die Haltekerben klemmen, Spule einsetzen, Enden durch die Ösen führen.
Viele Hersteller bieten fertig bewickelte Ersatzspulen an. Die sind teurer, sparen aber Nerven.
Verbrauch senken
- Mit der Spitze schneiden, nicht mit dem ganzen Faden ins Gras drücken.
- Abstand zu Mauern, Zäunen und Pflaster halten. Harte Kanten fressen Faden.
- Hohes Gras in Etappen von oben nach unten kürzen.
- Nicht zu oft nachtippen. Zu lang herausgelassener Faden wird vom Messer an der Schutzhaube gekürzt – das ist Verschwendung.
Sicherheit
Der Faden schleudert Steine, Holzstücke und Glasscherben mit hoher Geschwindigkeit weg. Schutzbrille ist Pflicht, bei Benzingeräten auch Gehörschutz, etwa ein Kapselgehörschutz. Feste Schuhe und lange Hosen gehören dazu. Halten Sie Menschen und Tiere mindestens 15 m auf Abstand. Draht oder Metallseil statt Kunststofffaden ist lebensgefährlich und verboten; das Gerät ist dafür nicht gebaut.
Lärmschutz
Rasentrimmer, Graskantenschneider und Freischneider fallen unter die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung. In Wohngebieten dürfen sie werktags nur von 9 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr betrieben werden, an Sonn- und Feiertagen gar nicht. Für Geräte mit dem EU-Umweltzeichen gilt der weitere Rahmen von 7 bis 20 Uhr. Gemeinden können zusätzliche Regeln erlassen.
Häufige Fragen
Welcher Trimmerfaden ist der beste?
Der, der zum Gerät passt. Innerhalb des erlaubten Durchmessers ist ein Markenfaden mit rundem oder kantigem Profil meist die sichere Wahl.
Warum bricht der Faden ständig ab?
Meist ist er zu trocken, zu dünn für die Arbeit, oder es wird zu nah an harten Kanten gearbeitet. Wässern hilft oft sofort.
Wie viel Faden kommt auf die Spule?
So viel, wie die Anleitung angibt, meist einige Meter. Zu viel Faden passt nicht in den Kopf und klemmt, zu wenig bedeutet häufiges Nachwickeln. Wer mit der Spule nicht zurechtkommt, greift zu fertig bewickelten Ersatzspulen.
Kann ich jeden Faden in meinen Trimmer einsetzen?
Nur in dem Durchmesser, den der Hersteller angibt. Einen Überblick über Gerätearten gibt der Beitrag Rasentrimmer.


