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Heimwerker-Berater

Poolhaus

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Poolhaus
Inhalt10 Abschnitte
  1. Überdachung oder Nebengebäude?
  2. Worin es sich vom Gartenhaus unterscheidet
  3. Lüftung und Luftfeuchte
  4. Chemikalien sicher lagern
  5. Material und Bauweise
  6. Standort und Ausrichtung
  7. Baugenehmigung
  8. Ausstattung, die sich bewährt
  9. Was ein Poolhaus kostet
  10. Häufige Fragen

Mit Poolhaus sind zwei verschiedene Dinge gemeint: ein Gebäude, das den Pool selbst überdacht und ihn zur kleinen Schwimmhalle macht, oder ein Nebengebäude am Pool für Technik, Umkleide und Zubehör. Beide haben ein gemeinsames Problem, das es beim normalen Gartenhaus nicht gibt: Feuchtigkeit und Chemie.

Überdachung oder Nebengebäude?

ArtZweckAufwand
Poolüberdachung, flach oder hochverlängert die Badesaison, hält Schmutz fernFertigsystem, kein Innenraum
Poolhalle, geschlossenganzjährig schwimmenmassives Gebäude mit Lüftung und Heizung
Poolhaus als NebengebäudeTechnik, Umkleide, Dusche, Lagerähnlich einem Gartenhaus, mit Zusatzanforderungen

Die meisten Gartenbesitzer mit Aufstell- oder Stahlwandpool brauchen eher das Nebengebäude. Eine geschlossene Halle ist ein eigenes Bauprojekt mit Architekt und Haustechnikplanung.

Worin es sich vom Gartenhaus unterscheidet

Ein Gartenhaus lagert Rasenmäher und Werkzeug. Ein Poolhaus beherbergt Filteranlage, Pumpen und vielleicht eine Wärmepumpe, dazu nasse Handtücher, Badekleidung und Pflegechemie. Es braucht deshalb Wasseranschluss und Abfluss, eine feuchtraumgerechte Elektroinstallation, gute Lüftung und einen sicheren Platz für Chemikalien. Grundsätzliches zu Planung und Bau eines Gartengebäudes steht im Ratgeber Gartenhaus.

Im Poolhaus kann man die Utensilien für den Pool gut aufbewahren
Im Poolhaus kann man die Utensilien für den Pool gut aufbewahren. | Foto: davizro / Depositphotos.com

Lüftung und Luftfeuchte

In einer geschlossenen Poolhalle verdunstet ständig Wasser. Üblich ist eine Luftfeuchte um 55 bis 60 Prozent und eine Lufttemperatur, die einige Grad über der Wassertemperatur liegt, damit weniger verdunstet. Ohne kontrollierte Lüftung mit Entfeuchtung kondensiert die Feuchtigkeit an kalten Flächen, und Schimmel und Bauschäden folgen. Das ist Sache einer Fachplanung.

Auch das kleine Technikhaus braucht Luftaustausch: Pumpen erzeugen Wärme, Chlorprodukte gasen aus, und nasse Sachen trocknen sonst nie. Zwei Lüftungsöffnungen, eine unten und eine oben an gegenüberliegenden Seiten, sorgen für einen natürlichen Luftstrom.

Chemikalien sicher lagern

Chlorprodukte und pH-Senker, also Säure, dürfen nie zusammen oder übereinander stehen. Treffen sie aufeinander, kann giftiges Chlorgas entstehen. Getrennte, beschriftete Behälter, getrennte Regalböden oder besser getrennte Schränke, kühl, trocken und für Kinder unerreichbar. Messbecher nicht für beide Mittel verwenden. Metallteile rosten in der Nähe von Chlor schneller; Regale aus Kunststoff oder beschichtetem Metall sind haltbarer.

Material und Bauweise

Holz ist beliebt und passt optisch in den Garten, muss in der feuchten Umgebung aber gut geschützt und hinterlüftet sein. Massivbau aus Stein oder Porenbeton ist robuster gegen Feuchte und für beheizte Räume besser geeignet. Für den Boden eignen sich rutschfeste Fliesen mit Gefälle zu einem Ablauf.

Standort und Ausrichtung

Das Poolhaus steht nah am Becken, damit die Leitungen kurz bleiben. Eine Filteranlage arbeitet am besten, wenn sie nicht weit über dem Wasserspiegel steht. Bei der Ausrichtung zählt, dass das Poolhaus keinen Schatten auf das Becken wirft – das kostet Wassertemperatur. Ein Standort im Norden oder Osten des Pools ist deshalb meist günstiger als im Süden.

Baugenehmigung

Ob ein Poolhaus eine Genehmigung braucht, hängt von Größe, Nutzung und der Landesbauordnung ab. Kleine Nebengebäude sind in vielen Ländern bis zu einer bestimmten Größe verfahrensfrei, Aufenthaltsräume, Feuerstätten und Gebäude an der Grundstücksgrenze unterliegen aber oft strengeren Regeln. Vor der Planung beim Bauamt nachfragen. Wasser- und Stromanschlüsse sowie Abwasser gehören in fachkundige Hände; Elektroinstallationen am Netz führt eine Elektrofachkraft aus.

Ausstattung, die sich bewährt

  • Dusche mit Warmwasser, vor dem Baden und danach.
  • Haken und Regale für Handtücher, Schwimmhilfen und Zubehör wie Poolkescher und Sauger.
  • Abschließbarer Schrank für Chemie.
  • Frostsichere Wasserleitung mit Entleerung für den Winter.
  • Platz für die Winterlagerung von Abdeckung, Leiter und Pumpe.

Was ein Poolhaus kostet

Ein einfaches Holzhaus für Technik und Lager kostet ähnlich wie ein Gartenhaus, je nach Größe ab etwa 1500 bis 5000 Euro, dazu Fundament, Leitungen und Elektrik. Massiv gebaute Poolhäuser mit Dusche und Umkleide liegen deutlich höher; als grobe Orientierung werden etwa 1000 bis 1300 Euro je Quadratmeter genannt, für 15 m² also rund 15.000 bis 20.000 Euro. Eine geschlossene Poolhalle mit Lüftungstechnik ist ein Vielfaches davon.

Häufige Fragen

Wie groß sollte ein Poolhaus sein?

Für Technik und Lager reichen oft 4 bis 6 m². Mit Umkleide und Dusche sollten es 10 bis 15 m² sein.

Kann ich eine Sauna integrieren?

Ja, wenn Raum, Lüftung und Elektrik dafür ausgelegt sind. Eine Sauna ist eine Feuerstätte oder ein Starkstromverbraucher und hat eigene Anforderungen; Anregungen gibt Gartensauna mit Holzofen.

Was passiert im Winter?

Wasserleitungen und Dusche werden entleert, die Filteranlage frostfrei eingelagert oder nach Herstellerangabe eingewintert. Flüssige Pflegemittel vertragen keinen Frost und kommen in einen frostfreien Raum; Chlortabletten und Granulat müssen vor allem trocken und kühl bleiben. Einmal im Monat lüften, damit sich keine Feuchtigkeit sammelt.

Selbst bauen oder bauen lassen?

Ein Technik- und Lagerhaus aus einem Gartenhaus-Bausatz ist für geübte Heimwerker machbar. Elektro, Wasser und eine beheizte Halle gehören in Fachhände.

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