Lochspaten

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Ein Lochspaten ist ein Spaten mit schmalem, langem Blatt oder eine zangenartige Doppelschaufel, mit der Sie tiefe, enge Löcher ausheben. Er ist das Werkzeug für Zaunpfosten, Punktfundamente, Wäschespinnen und Pfähle. Sein Vorteil: Das Loch wird nur so breit wie nötig, und Sie sparen Aushub, Beton und Rückenschmerzen.
Zwei Bauformen
Der schmale Lochspaten sieht aus wie ein normaler Spaten, hat aber ein langes, schmales und oft leicht gewölbtes Blatt, meist 10 bis 15 cm breit und 30 bis 40 cm lang. Er sticht tief in den Boden und hebt die Erde senkrecht heraus. Gut für Gräben, schmale Löcher und das Lockern von Erdreich.
Der Handbagger, auch Pfahllochspaten oder Doppelspaten genannt, hat zwei gegenüberliegende Schaufeln an zwei Stielen. Man stößt ihn geschlossen in den Boden, spreizt die Stiele, die Schaufeln greifen die Erde, und man zieht den Aushub wie mit einer Zange heraus. Damit entstehen saubere, runde Löcher mit 15 bis 25 cm Durchmesser. Modelle mit Gelenkmechanik erreichen eine Tiefe von deutlich über einem Meter.
Wofür Sie ihn brauchen
- Zaunpfosten aus Holz oder Metall, gesetzt oder einbetoniert.
- Punktfundamente für Carport, Gartenhaus, Terrassenüberdachung, Pergola.
- Pflanzlöcher für Bäume und Pfähle.
- Wäschespinne und Sonnenschirmhülsen.
- Gräben für Palisaden und Rasenkanten, dort vor allem der schmale Lochspaten.
Wie tief das Loch sein muss
| Zweck | Tiefe |
| Holzpfosten, niedriger Zaun bis 1 m | 50–60 cm |
| Zaunpfosten bis 1,8 m, einbetoniert | 60–80 cm |
| Punktfundament Carport, Gartenhaus | 80 cm, frostfrei |
| Wäschespinne, Bodenhülse | 50–60 cm |
Die frostfreie Tiefe liegt in den meisten Regionen Deutschlands bei 80 cm, in Höhenlagen und im Osten auch darüber. Fundamente für tragende Bauteile müssen bis dorthin reichen, sonst hebt der Frost sie im Winter an.
So arbeiten Sie mit dem Handbagger
- Rasen abstechen. Mit einem normalen Spaten die Grasnarbe quadratisch ausschneiden.
- Geschlossen einstoßen. Den Bagger mit beiden Stielen parallel senkrecht in den Boden rammen, mit Schwung und Gewicht.
- Stiele spreizen. Die Griffe auseinanderziehen, die Schaufeln schließen sich unten um die Erde.
- Anheben und entleeren. Aushub neben dem Loch auf eine Plane legen, das spart Aufräumen.
- Wiederholen, gelegentlich drehen. Das Loch wird rund und bleibt senkrecht.
- Tiefe prüfen. Mit einem Zollstock oder einer Markierung am Stiel.
Bei trockenem, hartem Boden das Loch vorher wässern und eine Stunde warten. Das weicht die Erde auf und macht die Arbeit deutlich leichter.
Steine und Wurzeln
Stößt der Spaten auf einen Stein, hilft eine Brechstange, um ihn zu lockern, und danach der Bagger, um ihn herauszuholen. Wurzeln durchtrennen Sie mit einer Astschere oder einer Säbelsäge. In sehr steinigem Boden stößt jeder Lochspaten an seine Grenzen. Dann bleibt nur Kreuzhacke, Spaten und das klassische breite Loch.
Lochspaten oder Erdbohrer
Ein Handerdbohrer dreht sich wie ein Korkenzieher in den Boden. Er ist schneller bei lockerem, steinfreiem Boden und macht perfekt runde Löcher. In schwerem Lehm, bei Steinen und Wurzeln hat der Lochspaten die Nase vorn, weil man mit ihm stoßen und hebeln kann. Viele Heimwerker haben beides. Für viele Pfosten lohnt sich das Leihen eines Motorerdbohrers.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Blätter aus gehärtetem Stahl, mit geschärfter Kante. Dünnes Blech verbiegt beim ersten Stein.
- Stabile Stiele aus Hartholz, Stahlrohr oder Fiberglas. Hohe Kräfte beim Spreizen verlangen solide Verbindungen.
- Griffe mit Gummi oder ergonomischer Form, sonst gibt es Blasen.
- Gewicht. Ein schwerer Bagger dringt besser ein, ermüdet aber schneller. 3 bis 5 kg sind ein guter Kompromiss.
- Stiellänge passend zur Körpergröße und zur gewünschten Tiefe.
Sicher und rückenschonend arbeiten
Das Ausheben tiefer Löcher ist schwere Arbeit, bei der vor allem der untere Rücken leidet. Arbeiten Sie aus den Beinen heraus, halten Sie den Rücken gerade und machen Sie nach jedem zweiten oder dritten Loch eine kurze Pause. Feste Schuhe mit dicker Sohle sind Pflicht, weil Sie beim schmalen Lochspaten mit dem Fuß auf das Blatt treten.
Vor dem Graben klären, was im Boden liegt. Strom-, Gas-, Wasser- und Telefonleitungen verlaufen oft näher an Zäunen und Grundstücksgrenzen, als man denkt. Die Leitungspläne der Versorger oder der Bauakte geben Auskunft. Wer einen Hausanschluss mit dem Spaten trifft, hat im besten Fall nur eine teure Reparatur.
Nach dem Graben
Wenn die Pfosten einbetoniert werden, sollte der Beton unten etwas breiter sein als oben. Mit dem Lochspaten lässt sich das Loch am Grund leicht erweitern. Holzpfosten setzt man besser in einem Kiesbett oder in Einschlaghülsen, damit sie nicht im Beton faulen. Wie Sie einen Zaun von Anfang bis Ende aufbauen, steht unter Gartenzaun errichten, passende Beispiele sind der Kastanienzaun und der Staketenzaun. Zum Ausrichten des Pfostens hilft eine Pfostenwasserwaage.
Häufige Fragen
Was kostet ein Lochspaten?
Einfache Handbagger gibt es ab etwa 25 Euro, gute Modelle aus gehärtetem Stahl kosten 40 bis 80 Euro. Schmale Lochspaten liegen bei 25 bis 60 Euro.
Wie viele Löcher schafft man an einem Tag?
In gutem Boden 15 bis 25 Löcher mit 60 bis 80 cm Tiefe. In Lehm oder steinigem Boden deutlich weniger.
Kann man mit dem Lochspaten auch Bäume pflanzen?
Für Jungbäume mit kleinem Ballen ja. Das Pflanzloch sollte aber breiter sein als der Ballen, damit die Wurzeln in lockeres Erdreich wachsen.


