Rasenvertikutierer

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Ein Rasenvertikutierer ist eine Maschine mit einer Walze voller senkrecht stehender Messer, die die Grasnarbe wenige Millimeter tief anritzen. Dabei reißen sie Moos, Rasenfilz und abgestorbene Halme heraus. Der Name kommt vom englischen „vertical cutting“. Richtig eingestellt verjüngt er den Rasen, zu tief eingestellt verwüstet er ihn.
Was im Rasen passiert
Mit den Jahren sammelt sich zwischen den Halmen eine Schicht aus abgestorbenen Pflanzenteilen, Mähresten und Moos, der Rasenfilz. Er hält Wasser und Luft von den Wurzeln fern, fördert Pilzkrankheiten und bietet Moos einen idealen Platz. Die Messer schneiden den Filz auf und holen ihn heraus. Gleichzeitig werden Ausläufer der Gräser angeschnitten, was sie zur Verzweigung anregt – der Rasen wird danach dichter.
Der Aufbau der Maschine
Ein Vertikutierer sieht aus wie ein Rasenmäher, hat aber statt eines waagerecht drehenden Messers eine quer liegende Walze. Auf dieser Walze sitzen 10 bis 20 Messer oder mehr, die sich schnell drehen und beim Durchlaufen in den Boden ritzen.
| Messerwalze | Starre, flache Stahlmesser. Schneiden die Narbe an und holen Filz und Moos heraus. Das eigentliche Vertikutieren. |
| Lüfterwalze | Federstahlzinken, die den Rasen kämmen statt schneiden. Sanfter, für leichte Verfilzung und zwischendurch. |
| Arbeitstiefe | Einstellbar über ein Rad oder einen Hebel, üblich sind 2 bis 4 mm unter der Bodenoberfläche. |
| Fangkorb | Sammelt das herausgeholte Material. Bei viel Moos schnell voll, spart aber den Rechen. |
Viele Elektrogeräte werden als Kombigerät mit beiden Walzen geliefert, die sich ohne Werkzeug tauschen lassen. Ein Beispiel für so ein Gerät ist der Einhell-Vertikutierer RG-SA 1433.
Welcher Antrieb für welche Fläche
Elektrovertikutierer mit rund 1300 bis 1600 Watt und 30 bis 38 cm Arbeitsbreite reichen für die meisten Hausgärten bis einige hundert Quadratmeter. Leicht, leise, wartungsarm.
Akkugeräte sind frei beweglich, die Laufzeit reicht aber oft nur für kleinere Flächen.
Benzinvertikutierer mit 35 bis 50 cm Arbeitsbreite sind für große Flächen gebaut. Schwer, laut, aber ausdauernd.
Handvertikutierer sind Rechen mit Messern statt Zinken. Für kleine Flächen und Stellen, an die keine Maschine kommt. Siehe Handvertikutierer.
Eine ausführliche Zuordnung nach Fläche steht unter Vertikutieren: welcher Vertikutierer für welche Fläche.
Die Arbeitstiefe einstellen
Nullpunkt finden. Stellen Sie das Gerät auf eine ebene, feste Fläche, zum Beispiel die Terrasse, und drehen Sie die Tiefeneinstellung so weit hoch, dass die Messer den Boden gerade nicht berühren. Das ist der Nullpunkt. Von dort aus stellen Sie 2 bis 4 mm tiefer.
Auf einer Probefläche testen. Nach ein paar Metern sollten Filz und Moos sichtbar herausgeholt werden, aber keine ganzen Grasbüschel mit Wurzeln. Kommen Grassoden mit Erde heraus, ist das Gerät zu tief eingestellt.
Mit der Zeit nutzen sich die Messer ab und werden kürzer. Dann muss die Einstellung nachgeführt werden.
Richtig vertikutieren
- Vorher mähen, auf etwa 3 bis 4 cm.
- Trockenen Boden abwarten. Auf nasser Narbe reißen die Messer ganze Stücke heraus.
- In Bahnen arbeiten, zügig und ohne Stehenbleiben. Auf der Stelle stehend fräst sich die Walze ein.
- Bei starker Verfilzung ein zweites Mal quer dazu.
- Material abräumen, mit dem Rechen oder einer Rasenkehrmaschine.
- Nachsäen und düngen, kahle Stellen mit Rasenerde abdecken, anschließend wässern.
Die beste Zeit ist April bis Mai oder Ende August bis September. Im Hochsommer bei Hitze und Trockenheit erholt sich der Rasen nur schwer.
Wartung und Messerwechsel
Nach jedem Einsatz die Walze von Moos und Erde befreien, bei Elektrogeräten nur mit gezogenem Stecker. Stumpfe oder verbogene Messer reißen statt zu schneiden. Bei vielen Geräten lassen sich einzelne Messer oder die ganze Walze tauschen. Das kostet deutlich weniger als ein neues Gerät. Bei Benzinern jährlich Luftfilter, Zündkerze und Öl prüfen.
Kaufen oder mieten
Ein Vertikutierer wird ein- bis zweimal im Jahr gebraucht. Elektrogeräte sind so günstig, dass sich der Kauf trotzdem oft lohnt – etwa 100 bis 250 Euro. Benzinvertikutierer kosten ein Mehrfaches und werden von vielen Baumärkten tageweise vermietet. Für große Flächen, die einmal im Jahr bearbeitet werden, ist die Miete die wirtschaftlichere Wahl.
Typische Fehler
- Zu tief eingestellt. Wurzeln werden zerschnitten, der Rasen erholt sich wochenlang.
- Bei Nässe vertikutiert. Grasnarbe reißt großflächig auf.
- Frisch angelegten Rasen vertikutiert. Frühestens nach zwei bis drei Jahren nötig.
- Nicht nachgesät. In die Lücken zieht Unkraut ein, bevor der Rasen sie schließt.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich vertikutieren?
Nur bei Bedarf, bei den meisten Gärten einmal im Jahr oder alle zwei Jahre. Ein einfacher Test: Mit einem Rechen durch den Rasen ziehen. Bleibt viel Filz und Moos hängen, ist es Zeit.
Hilft Vertikutieren gegen Moos auf Dauer?
Es entfernt das Moos, nicht die Ursache. Schatten, Nässe, Verdichtung und Nährstoffmangel müssen zusätzlich angegangen werden, siehe Moos aus dem Rasen entfernen.
Vertikutieren oder striegeln?
Bei leichtem Filz reicht ein Rasenstriegel oder die Lüfterwalze, bei dickem Filz und viel Moos braucht es die Messerwalze.


