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Heimwerker-Berater

Marderfalle

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Marderfalle
Inhalt10 Abschnitte
  1. Darf man als Privatperson Marder fangen?
  2. Die Jungenzeit hat Vorrang
  3. Welche Falle geeignet ist
  4. Köder und Aufstellort
  5. Kontrollieren: mehrmals täglich
  6. Umgang mit dem gefangenen Tier
  7. Nach dem Fang: Einstieg verschließen
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen
  10. Video zum Thema

Eine Marderfalle ist eine Lebendfalle, in der das Tier unverletzt gefangen und anschließend an anderer Stelle freigelassen wird. Klingt einfach, ist es aber nicht: Marder unterliegen dem Jagdrecht, und wer ohne Erlaubnis fängt, riskiert ein Bußgeld. Bevor Sie eine Falle kaufen, sollten Sie deshalb wissen, ob Sie sie überhaupt aufstellen dürfen.

Darf man als Privatperson Marder fangen?

In der Regel nicht ohne Weiteres. Stein- und Baummarder sind jagdbares Wild. Das Recht, ihnen nachzustellen, hat der Jagdausübungsberechtigte, also meist der Jagdpächter. Für Wohngrundstücke, die als befriedeter Bezirk gelten, treffen die Landesjagdgesetze eigene Regelungen. In vielen Bundesländern ist eine Genehmigung der unteren Jagdbehörde nötig, manche verlangen einen Sachkundenachweis für den Fallenfang. Dazu kommen Schonzeiten, in denen gar nicht gefangen werden darf.

Der sichere Weg: vorher bei der unteren Jagdbehörde des Kreises oder beim örtlichen Jagdpächter anfragen. Oft übernimmt der Jäger das Fangen selbst oder stellt die Falle unter seiner Aufsicht auf.

Die Jungenzeit hat Vorrang

Zwischen Frühjahr und Hochsommer haben Marderweibchen Junge. Wird die Mutter in dieser Zeit gefangen und weggebracht, verhungern die Jungen im Versteck. Das ist nicht nur grausam, sondern auch unzulässig. Wer im Frühjahr Fiepen im Dach hört, wartet ab und vertreibt später. Wie das geht, steht im Artikel Marder vertreiben.

Welche Falle geeignet ist

LängeMindestens 1 m. In kürzeren Fallen berührt der Marder beim Hineinlaufen die Klappe mit dem Schwanz oder spürt die Enge und dreht um.
QuerschnittEtwa 20 bis 25 cm hoch und breit, damit das Tier sich nicht verletzt.
EingängeZwei Eingänge wirken wie ein Durchgang und werden eher angenommen als eine Sackgasse.
MaterialHolzkastenfallen sind dunkel und beruhigen das gefangene Tier. Drahtfallen brauchen eine Abdeckung und dicken, beißfesten Draht.
AuslöserZuverlässige Wippe oder Trittplatte, die auch bei leichtem Tier auslöst und die Klappen sicher verriegelt.

Brauchbare Lebendfallen kosten etwa 40 bis 120 Euro. Totschlagfallen gehören ausschließlich in die Hand von Jägern mit entsprechender Ausbildung und sind hier kein Thema.

Köder und Aufstellort

Marder sind Allesfresser mit Vorlieben, die sich von Tier zu Tier unterscheiden. Bewährt haben sich rohe Eier, Hühnerfleisch, Fisch, Rosinen, Trockenobst und Honig. Wechseln Sie den Köder, wenn nach einigen Nächten nichts passiert. Manche Tiere gehen nur an Süßes.

Die Falle gehört an einen Laufweg: entlang einer Wand, an den Einstieg, in die Nähe von Kotstellen. Im Freien sollte sie stabil stehen, gegen Regen abgedeckt und so gesichert sein, dass Katzen und Kinder nicht hineingeraten. Einige Tage lang kann die Falle offen und mit Köder, aber ohne Scharfstellung stehen, damit der Marder sich an sie gewöhnt.

Anschliessend muss der Marder an einer dafür geeigneten Stelle wiederfrei gelassen werden
Anschließend muss der Marder an einer dafür geeigneten Stelle wieder frei gelassen werden. | Foto: hkratky / Depositphotos.com

Kontrollieren: mehrmals täglich

Ein gefangener Marder steht unter enormem Stress. Ohne Wasser, bei Hitze oder Frost kann er in der Falle sterben. Die Landesjagdgesetze schreiben deshalb eine regelmäßige Kontrolle vor, meist mindestens morgens und abends. Elektronische Fangmelder, die per Funk oder Mobilfunk Bescheid geben, erleichtern das erheblich und sind in manchen Ländern sogar vorgeschrieben.

Geraten Katzen, Igel oder Eichhörnchen in die Falle, lassen Sie sie sofort frei. Auch das ist ein Grund für häufige Kontrollen.

Umgang mit dem gefangenen Tier

  1. Abdecken. Eine Decke über der Falle beruhigt das Tier.
  2. Nicht hineingreifen. Marder beißen kräftig. Dicke Handschuhe tragen und die Falle nur am Griff tragen.
  3. Transport im Kofferraum auf einer Folie, gut gesichert. Marder hinterlassen Geruch.
  4. Freilassen nur dort, wo es erlaubt ist, nach Absprache mit dem Jagdpächter des Reviers. Weit genug weg, sonst ist das Tier schnell zurück; Fachleute sprechen von einer Entfernung im zweistelligen Kilometerbereich.
  5. Falle reinigen, bevor sie wieder aufgestellt wird.

Nach dem Fang: Einstieg verschließen

Ein leeres Revier bleibt nicht lange leer. Wird der Einstieg nicht dauerhaft verschlossen, zieht der nächste Marder ein, oft innerhalb weniger Wochen. Das Fangen ist deshalb nur der erste Schritt, das Abdichten mit verzinktem Drahtgitter der entscheidende. Das Vorgehen im Dachbereich beschreibt Marder im Haus bekämpfen.

Typische Fehler

  • Ohne Genehmigung aufgestellt. Kann mit einem Bußgeld im dreistelligen Bereich enden.
  • Falle zu kurz. Der Marder läuft hinein, spürt die Enge und geht rückwärts wieder heraus, bevor er den Auslöser berührt.
  • Selten kontrolliert. Ein verendetes Tier in der Falle ist ein Tierschutzverstoß.
  • Nicht abgedichtet. Der nächste Marder kommt durch denselben Spalt.

Häufige Fragen

Kann ich die Falle selbst bauen?

Technisch ja: eine Holzkiste von etwa 100 × 25 × 25 cm mit zwei Fallklappen und einer Wippe in der Mitte. Rechtlich gelten für selbst gebaute Fallen dieselben Regeln, und sie müssen zuverlässig auslösen. Eine schlecht gebaute Falle verletzt das Tier.

Hilft nicht einfach ein Ultraschallgerät?

Oft ja, zumindest in Verbindung mit dem Abdichten. Vertreiben ist rechtlich unkompliziert und für viele Haushalte der bessere Weg. Das Prinzip steht beim Mäusevertreiber.

Wer hilft beim Fangen?

Der Jagdpächter des Reviers, die untere Jagdbehörde oder ein Schädlingsbekämpfer mit Erfahrung bei Wildtieren. Viele Jäger helfen bei Marderproblemen gern, weil sie ohnehin für das Revier zuständig sind.

Video zum Thema

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