Schneckenfalle
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Eine Schneckenfalle lockt Schnecken an eine Stelle, an der Sie sie einsammeln können – oder sie ertrinken darin. Für den Gemüsegarten ist die Falle aber nur ein Baustein. Allein hält keine Falle ein Beet schneckenfrei, weil jede Nacht neue Tiere nachkommen. Wirksam wird sie im Zusammenspiel mit Absammeln, Barrieren und einem Garten, der Schnecken wenig Verstecke bietet.
Welche Schnecken das Problem sind
Der Hauptschuldige ist fast immer die Spanische Wegschnecke, eine rotbraune bis orangefarbene Nacktschnecke. Sie frisst Salat, Kohl, Bohnenkeimlinge, Dahlien und Funkien bis auf die Stiele und vermehrt sich stark. Dazu kommen Genetzte Ackerschnecken, klein und grau, die vor allem Keimlinge abraspeln.
Die Weinbergschnecke ist dagegen keine Plage und steht unter besonderem Schutz. Sie frisst vor allem welke Pflanzenteile und sogar Gelege von Nacktschnecken. Ebenfalls nützlich ist der Tigerschnegel, eine große, gefleckte Nacktschnecke, die andere Nacktschnecken und deren Eier frisst. Beide gehören nicht in die Falle.
Die Brettfalle
Die einfachste Falle ist ein Brett, ein Stück feuchte Pappe oder eine umgedrehte Melonenschale. Schnecken suchen tagsüber kühle, feuchte Verstecke. Legen Sie das Brett am Abend zwischen die Beete, am besten mit etwas Salatblatt oder Kohlblatt darunter, und heben Sie es am frühen Morgen an. Dann sitzen die Schnecken gesammelt darunter und lassen sich mit einem Holzstäbchen oder Handschuhen absammeln.
Diese Methode fängt gezielt, lockt keine Schnecken von außerhalb an und kostet nichts. Ihr Nachteil: Sie müssen jeden Morgen ran.
Die Bierfalle
Ein Glas oder Becher wird so eingegraben, dass der Rand 1 bis 2 cm über dem Boden steht, und halb mit Bier gefüllt. Der Hefe- und Malzgeruch lockt Schnecken an, sie fallen hinein und ertrinken. Fertige Bierfallen haben ein Dach gegen Regen.
Der Haken: Der Duft lockt Schnecken aus einem weiten Umkreis an, auch aus Nachbargärten. Nicht alle landen in der Falle, viele fressen sich auf dem Weg satt. Deshalb gehören Bierfallen an den Rand des Gartens, weg vom Gemüse, nicht mitten ins Salatbeet. Käfer und andere Nützlinge ertrinken mit, wenn der Rand zu tief sitzt. Das Bier muss alle zwei bis drei Tage ersetzt werden.
Fallen mit Lockstoff
Im Handel gibt es Fallen mit Lockstoff-Ködern und Deckel, die ähnlich funktionieren wie die Bierfalle. Sie sind sauberer im Handling, wirken aber ebenso nur, solange der Köder frisch ist. Achten Sie darauf, dass Igel und Haustiere nicht hineinkommen.
Barrieren
Die dauerhafte Lösung für ein Gemüsebeet ist eine Barriere, die Schnecken nicht überwinden können. Ein Schneckenzaun aus verzinktem Blech mit abgewinkelter Oberkante hält zuverlässig, wenn er 10 cm tief in den Boden reicht und innen alle Schnecken abgesammelt wurden. Ein Hochbeet mit Schneckenkante am Rand wirkt ähnlich. Kupferband wirkt nur, solange es blank und breit genug ist. Streifen aus Sägespänen, Kalk oder Asche helfen nur bei trockenem Wetter – der erste Regen hebt die Wirkung auf.
Auch eine stabile Beetabgrenzung ohne Fugen erschwert den Schnecken den Weg.
Absammeln – immer noch die Nummer eins
Der wirksamste Weg bleibt das Absammeln am späten Abend oder frühen Morgen, bei feuchtem Wetter mit Taschenlampe. Im Frühjahr ist jede Schnecke, die nicht zur Eiablage kommt, Hunderte weniger im Sommer. Eine Spanische Wegschnecke legt 200 bis 400 Eier.
Was mit den Schnecken passiert
Gesammelte Nacktschnecken sollten schnell getötet werden, etwa mit einem scharfen Schnitt oder durch Überbrühen mit kochendem Wasser. Salz ist eine Tierquälerei: Die Schnecke stirbt langsam durch Austrocknen. Aussetzen im Wald oder am Feldrand verlagert das Problem nur, und Nacktschnecken finden erstaunlich weite Wege zurück.
Den Garten unattraktiv machen
- Morgens gießen, nicht abends. Dann ist der Boden nachts trockener.
- Boden rund ums Beet offen halten, hohes Gras und Unkraut als Versteck entfernen.
- Kompost und Mulch nicht direkt an die Salatreihe. Beides ist ein Schneckenhotel. Wie Sie ihn richtig anlegen, steht unter Kompost selber bauen.
- Nützlinge fördern. Igel, Kröten, Blindschleichen und Laufkäfer fressen Schnecken und Eier. Ein Laubhaufen oder ein Igelhaus hilft ihnen.
- Robuste Pflanzen wählen. Kapuzinerkresse, Lavendel, Salbei und viele Gräser meiden Schnecken.
Häufige Fragen
Wie viele Fallen brauche ich?
Für ein normales Gemüsebeet genügen zwei bis drei Bretter. Bierfallen setzen Sie lieber sparsam am Gartenrand ein, eine alle paar Meter.
Ist Schneckenkorn eine Alternative?
Präparate auf Basis von Eisen-III-Phosphat sind im Hausgarten zugelassen und gelten als verträglicher für Igel und Haustiere als ältere Wirkstoffe. Sie sollten sparsam gestreut werden, nicht als Häufchen.
Warum ist nach dem Regen alles abgefressen?
Schnecken sind bei Feuchtigkeit besonders aktiv. Nach einem Regentag lohnt sich der Kontrollgang am Abend doppelt.
Hilft Kaffeesatz?
Er schreckt Schnecken in frischer, konzentrierter Form etwas ab, die Wirkung ist aber schwach und lässt nach kurzer Zeit nach. Verlassen würden wir uns darauf nicht.


