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Heimwerker-Berater

Silberfische richtig bekämpfen

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Silberfische richtig bekämpfen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wer da krabbelt
  2. Das Papierfischchen – der neue Nachbar
  3. Schritt 1: Feuchtigkeit senken
  4. Schritt 2: Verstecke schließen
  5. Schritt 3: Köder und Fallen
  6. Hausmittel, die funktionieren
  7. Wann ein Schädlingsbekämpfer kommen sollte
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Silberfische sind harmlos: Sie beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und fressen keine intakten Lebensmittel aus verschlossenen Packungen. Sie sind aber ein ziemlich zuverlässiger Anzeiger für zu hohe Luftfeuchtigkeit. Wer sie dauerhaft loswerden will, muss deshalb vor allem das Bad oder die Küche trockener bekommen – Gift allein hilft nur kurz.

Mittel um Silberfische zu bekämpfen
Mittel um Silberfische zu bekämpfen | Foto: privat

Wer da krabbelt

Das Silberfischchen (Lepisma saccharinum) ist etwa 1 cm lang, silbrig glänzend, flügellos und hat drei borstige Schwanzfäden. Es ist nachtaktiv und flieht vor Licht. Silberfischchen brauchen eine relative Luftfeuchtigkeit über etwa 70 bis 80 % und Temperaturen um 20 bis 30 °C – deshalb findet man sie im Bad, in der Küche, im Keller und hinter Fußleisten.

Sie fressen Hautschuppen, Haare, Schimmelpilze, Krümel, Stärke und Zucker, auch Kleister von Tapeten. Ein Befall mit einzelnen Tieren im Bad ist in Altbauten fast normal.

Das Papierfischchen – der neue Nachbar

Seit einigen Jahren breitet sich in Deutschland das Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata) aus. Es ist etwas größer, grauer, mit längeren Fühlern und Schwanzfäden – und es kommt auch mit normaler Raumluft zurecht. Deshalb taucht es im Wohnzimmer, im Schlafzimmer und im Bücherregal auf, oft in Neubauten. Es frisst Papier, Tapete und Karton und kann Bücher und Dokumente schädigen. Hier hilft Lüften allein nicht; Köder sind das Mittel der Wahl, oft über Monate.

Schritt 1: Feuchtigkeit senken

  1. Luftfeuchte messen. Ein Hygrometer für wenige Euro zeigt, ob das Bad nach dem Duschen stundenlang über 70 % liegt.
  2. Stoßlüften nach dem Duschen und Kochen, fünf bis zehn Minuten mit weit geöffnetem Fenster, nicht gekippt.
  3. Badtür schließen beim Lüften, damit die feuchte Luft nicht in die Wohnung zieht.
  4. Nasse Handtücher nicht im Bad trocknen, Duschvorhang ausbreiten.
  5. Fensterlose Bäder: Lüfter lange genug nachlaufen lassen, 15 bis 30 Minuten.

Ziel ist eine Luftfeuchte von 40 bis 60 % in Wohnräumen. Dauerhaft höhere Werte fördern nebenbei auch Schimmel, wie unter Schimmel feststellen beschrieben.

Schritt 2: Verstecke schließen

Silberfische leben in Fugen, Ritzen und Hohlräumen: hinter Fußleisten, unter Badewannenverkleidungen, in Rissen im Fliesenspiegel, hinter lockeren Tapeten. Dichten Sie offene Fugen mit Silikon oder Acryl ab, befestigen Sie lose Leisten und schließen Sie Rohrdurchführungen. Das reduziert den Bestand dauerhaft, weil die Tiere keine Rückzugsorte mehr finden.

Schritt 3: Köder und Fallen

Fraßköder in kleinen Dosen enthalten einen Lockstoff und ein Insektizid. Die Tiere fressen davon und tragen den Wirkstoff ins Versteck. Sie werden entlang der Wände und in Ecken aufgestellt, wo die Tiere laufen, nicht mitten in den Raum. Wirkung zeigt sich nach einigen Wochen.

Klebefallen fangen einzelne Tiere und zeigen vor allem, wo und wie viele unterwegs sind. Sie eignen sich gut als Kontrollinstrument: Nach der Behandlung zeigt die Falle, ob es weniger werden.

Sprays wirken nur auf die Tiere, die man trifft, und hinterlassen Rückstände. In Küche und Bad sind sie selten die beste Wahl. Mehr zu Sprays steht unter Ungezieferspray.

Ultraschallgeräte zeigen gegen Silberfische keine belegte Wirkung.

Hausmittel, die funktionieren

  • Zeitungsfalle: Ein Bogen Zeitungspapier leicht anfeuchten, einrollen, mit einem Gummi zusammenhalten und über Nacht ins Bad legen. Am Morgen sitzen Silberfische darin – die Rolle im Mülleimer draußen entsorgen.
  • Kartoffelfalle: Eine halbe rohe Kartoffel mit der Schnittfläche nach unten auf den Boden legen, am Morgen mit den Tieren darunter entsorgen.
  • Kieselgur: Feines Pulver aus fossilen Algen, das die Tiere austrocknet. Dünn in Fugen und hinter Leisten stäuben, nicht einatmen.

Duftöle wie Lavendel oder Zitrone vertreiben einzelne Tiere vielleicht für kurze Zeit, lösen aber das Problem nicht.

Wann ein Schädlingsbekämpfer kommen sollte

Bei starkem Befall mit Papierfischchen, bei Schäden an Büchern, Archiven oder Kunstwerken, oder wenn nach Monaten mit Ködern kein Rückgang sichtbar ist. Fachbetriebe setzen Köderprogramme über einen längeren Zeitraum ein und prüfen die Ursachen.

Typische Fehler

  • Nur gesprüht, nicht gelüftet. Die Tiere sind nach ein paar Wochen wieder da, weil die Ursache bleibt.
  • Köder mitten in den Raum gestellt. Silberfische laufen an Wänden und Kanten entlang, dort gehören die Köder hin.
  • Zu früh aufgegeben. Köder wirken über Wochen; eine Kontrolle mit Klebefallen zeigt den Fortschritt.
  • Papierfischchen wie Silberfische behandelt. Trocknen allein reicht bei ihnen nicht.

Häufige Fragen

Sind Silberfische ein Zeichen für mangelnde Sauberkeit?

Nein. Sie zeigen Feuchtigkeit an, nicht Schmutz. Auch in sehr sauberen Wohnungen kommen sie vor, wenn das Bad feucht bleibt.

Können sie Krankheiten übertragen?

Nein, dafür gibt es keine Hinweise. Sie sind lästig, nicht gefährlich.

Warum tauchen sie plötzlich auf?

Häufig nach einem Wasserschaden, bei geändertem Lüftungsverhalten, nach dem Einzug in einen feuchten Neubau oder weil sie mit Kartons eingeschleppt wurden.

Wie lange dauert es, bis sie weg sind?

Mit trockenem Raumklima und Ködern meist einige Wochen bis wenige Monate. Einzelne Tiere können immer wieder auftauchen.

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