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Heimwerker-Berater

Anstellpavillon

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Anstellpavillon
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was ihn vom freistehenden Pavillon unterscheidet
  2. Übliche Größen
  3. Die Dachvarianten
  4. Das Gestell
  5. Befestigung an der Hauswand
  6. Wind und Schnee
  7. Baugenehmigung
  8. Aufbau Schritt für Schritt
  9. Seitenwände und Zubehör
  10. Häufige Fragen

Ein Anstellpavillon ist ein Pavillon mit nur zwei Pfosten: Die dritte und vierte Seite trägt die Hauswand, an der er befestigt wird. So entsteht mit wenig Aufwand ein überdachter Sitzplatz vor der Terrassentür. Er steht und fällt mit der Befestigung an der Wand – und mit der Frage, ob er als Terrassenüberdachung genehmigt werden muss.

Was ihn vom freistehenden Pavillon unterscheidet

Ein freistehender Pavillon hat vier Pfosten und kann überall im Garten stehen. Der Anstellpavillon lehnt sich an das Haus, spart zwei Pfosten und liegt direkt vor der Tür, wo der Sitzplatz ohnehin ist. Das Dach ist meist als Pultdach zur Gartenseite geneigt, damit Regen vom Haus weg abläuft. Gegenüber einer festen Terrassenüberdachung ist er leichter, günstiger und oft als Bausatz erhältlich.

Übliche Größen

Die gängigen Maße sind 3 × 3 m und 3 × 4 m, seltener 3 × 2,5 oder 4 × 4 m. Die Tiefe von 3 m reicht für einen Tisch mit sechs Stühlen, wenn die Stühle zurückgeschoben werden können. Die Höhe an der Wand liegt meist bei 2,5 bis 2,7 m, an den Pfosten etwas niedriger. Messen Sie vorher, ob Fenster, Rollladenkästen, Regenfallrohre und Außenlampen im Weg sind. Der obere Wandanschluss muss unter dem Rollladenkasten Platz finden.

Die Dachvarianten

DachVorteilNachteil
Stoffplane (Polyester)günstig, leicht, lichtdurchlässignicht dauerhaft wasserdicht, im Winter abnehmen
Polycarbonat-Stegplattenregendicht, ganzjährig, lichtdurchlässigunter Sonne recht warm, Regen ist hörbar
Lamellendach aus Aluminiumverstellbar zwischen Schatten, Lüftung und Regenschutzdeutlich teurer, Mechanik muss gepflegt werden
Holz mit Dachpappemassiv, dauerhaftschwer, dunkel, Genehmigungsfrage stellt sich eher

Wirklich wasserdicht sind nur feste Dächer aus Polycarbonat oder Aluminium mit integrierter Rinne. Beschichtete Stoffdächer halten einen Schauer ab, bei Dauerregen tropft es an den Nähten.

Das Gestell

Aluminium ist das häufigste Material: leicht, rostfrei, meist pulverbeschichtet. Stahl ist stabiler, muss aber gut verzinkt oder beschichtet sein, sonst rostet er an jeder Schraube. Holz wirkt wärmer, braucht aber regelmäßige Pflege und ist bei Bausätzen seltener. Achten Sie auf die Pfostenstärke – dünne Rohre unter 60 mm sehen im Katalog elegant aus und schwanken im Wind.

Befestigung an der Hauswand

Die Wandschiene trägt einen großen Teil der Last und muss entsprechend verankert werden. In Beton und Vollziegel halten Schwerlastdübel oder Injektionsanker. Bei Wärmedämmverbundsystemen dürfen Sie nicht einfach durch die Dämmung schrauben. Dort braucht es spezielle Montagesysteme, die die Last durch die Dämmung ins Mauerwerk leiten, ohne Wärmebrücke. Beim Hohllochziegel sind Injektionsdübel mit Siebhülse Pflicht. Hinweise zur Auswahl stehen unter Schwerlastdübel.

Die Pfosten werden auf Punktfundamenten oder auf einem tragfähigen Terrassenbelag mit Schwerlastankern verschraubt. Lose auf Platten gestellte Pfosten sind bei Sturm ein Risiko für Scheiben und Nachbarn.

Wind und Schnee

Ein Pavillondach wirkt bei Wind wie ein Segel. Stoffdächer sollten Sie bei Sturmwarnung abnehmen oder zumindest zurückziehen. Bei festen Dächern gibt der Hersteller eine zulässige Schneelast an, die zu Ihrer Region passen muss. In schneereichen Lagen mit höherer Schneelastzone reicht ein leichter Bausatz oft nicht, dann ist eine statisch bemessene Überdachung nötig.

Baugenehmigung

Ein fest mit dem Haus verbundener Pavillon gilt baurechtlich meist als Terrassenüberdachung. Ob sie genehmigt werden muss, regelt die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes. Häufig sind Terrassenüberdachungen bis etwa 30 m² Grundfläche und 3 m Tiefe verfahrensfrei, aber nicht überall und nicht unabhängig vom Grenzabstand. Steht das Haus nah an der Grundstücksgrenze oder gilt ein Bebauungsplan, kann auch ein kleiner Pavillon genehmigungspflichtig sein. Fragen Sie vorher beim Bauamt nach, eine Auskunft kostet meist nichts.

Aufbau Schritt für Schritt

  1. Genehmigungsfrage klären und die Maße an der Wand anzeichnen.
  2. Fundamente setzen oder Anker im Belag vorbereiten, Beton aushärten lassen.
  3. Wandschiene montieren, exakt waagerecht, mit dem passenden Dübelsystem.
  4. Pfosten aufstellen und mit der Wandschiene über die Dachträger verbinden, provisorisch abstützen.
  5. Alles ausrichten und verschrauben, erst dann Dach oder Plane montieren.
  6. Anschluss zur Wand abdichten, damit Regen nicht zwischen Wand und Dach läuft.

Rechnen Sie mit zwei Personen und einem Tag für einen Bausatz.

Seitenwände und Zubehör

Viele Bausätze lassen sich mit Seitenteilen, Moskitonetzen oder Schiebewänden aus Glas erweitern. Glasschiebewände machen aus dem Pavillon einen Wintergarten light, sind aber nicht beheizbar gedämmt. Einzelheiten stehen unter Glas-Schiebetüren bei Terrassenüberdachungen. Für Beschattung bei Polycarbonatdächern bietet sich eine Unterdachmarkise an.

Häufige Fragen

Was kostet ein Anstellpavillon?

Einfache Modelle mit Stoffdach beginnen bei etwa 200 bis 400 Euro. Bausätze mit Polycarbonatdach und Aluminiumgestell liegen bei 800 bis 1500 Euro, Lamellendächer bei 1500 bis 4000 Euro und mehr.

Kann ich den Pavillon im Winter stehen lassen?

Feste Dächer ja, sofern die Schneelast passt. Stoffplanen gehören abgenommen, sonst sammeln sich Schnee und Wasser darin und reißen das Gestell herunter.

Brauche ich die Zustimmung der Nachbarn?

Nicht grundsätzlich. Liegt der Pavillon im Grenzabstand oder direkt an der Grenze, kann das Baurecht aber eine Zustimmung oder Baulast verlangen.

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