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Heimwerker-Berater

Nistkasten selber bauen

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Nistkasten selber bauen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Für welche Vogelart?
  2. Das richtige Holz
  3. Zuschnitt für einen Meisenkasten
  4. Werkzeug und Material
  5. Bauanleitung
  6. Befestigung am Baum
  7. Varianten für andere Arten
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Ein Nistkasten für Meisen ist ein einfaches Werkstück aus einem einzigen Brett, einer Handvoll Schrauben und einer Stunde Arbeit. Maße und Material entscheiden darüber, ob der Kasten angenommen wird – Optik, Farbe und Verzierungen interessieren die Vögel nicht. Die folgende Anleitung ergibt einen Standardkasten für Höhlenbrüter.

Für welche Vogelart?

Die Bauform bleibt fast immer gleich, nur das Flugloch ändert sich. Für Blaumeise 26 bis 28 mm, für Kohlmeise, Kleiber und Feldsperling 32 mm, für den Haussperling ab 34 mm, für den Star 45 mm. Rotkehlchen und Hausrotschwanz brauchen statt eines Lochs eine halboffene Front; das beschreibt Nistkasten für Rotkehlchen. Mehr zur Wahl des Lochs für Meisen steht unter Nistkasten für Meisen.

Das richtige Holz

Unbehandeltes, sägeraues Holz mit 20 mm Stärke ist ideal. Die raue Innenseite hilft den Jungvögeln beim Hochklettern zum Flugloch. Geeignet sind Fichte, Kiefer, Lärche oder Eiche. Lärche und Eiche halten draußen länger.

Nicht geeignet sind Spanplatten und einfaches Sperrholz, die bei Nässe aufquellen, sowie druckimprägniertes oder lackiertes Holz, dessen Ausdünstungen in einem kleinen, warmen Kasten schaden können.

Zuschnitt für einen Meisenkasten

TeilAnzahlMaß bei 20 mm Brettstärke
Seitenwand215 × 28 cm
Rückwand117 × 28,5 cm
Vorderwand113 × 25 cm
Boden113 × 13 cm
Dach120 × 23 cm

Damit ergibt sich eine Bodenfläche von 13 × 13 cm innen. Die Vorderwand ist etwas kürzer als die Seitenwände; der Spalt unter dem Dach dient der Belüftung. Wer die Seitenwände oben schräg schneidet, bekommt ein geneigtes Dach, über das der Regen abläuft.

Werkzeug und Material

  • Handsäge oder Stichsäge, Winkel, Bleistift
  • Bohrmaschine mit Forstnerbohrer im passenden Fluglochmaß, dazu ein 5-mm-Bohrer für Ablauflöcher
  • Rostfreie Holzschrauben, etwa 4 × 40 mm
  • Zwei Scharniere oder zwei Drehnägel für die Reinigungsklappe
  • Schleifpapier für die Außenkanten
  • Aufhängung: Aluminiumnagel oder Drahtbügel mit Schlauchstück

Bauanleitung

  1. Teile zuschneiden und die Kanten außen leicht brechen. Innen nicht glatt schleifen.
  2. Flugloch bohren in die Vorderwand. Die Unterkante sitzt mindestens 17 cm über dem späteren Boden, damit keine Katzenpfote bis zum Nest reicht.
  3. Ablauflöcher bohren: zwei bis vier Löcher mit 5 mm in den Boden.
  4. Seitenwände an den Boden schrauben, dann die Rückwand dahinter setzen. Die Rückwand steht oben und unten etwas über und dient als Montagebrett.
  5. Vorderwand einsetzen. Sie wird mit zwei Nägeln oder Schrauben oben links und rechts als Drehachse befestigt, unten mit einem Drehriegel gesichert. So lässt sie sich zum Reinigen aufklappen.
  6. Dach aufschrauben, vorn mit einigen Zentimetern Überstand. Ein Streifen Dachpappe oder Blech obendrauf verlängert die Lebensdauer.
  7. Außen schützen, innen nie. Wenn überhaupt, nur außen mit Leinöl oder einer wasserbasierten, lösemittelfreien Farbe.

Einen fertig zugeschnittenen Satz gibt es als Nistkasten-Bausatz, falls Säge und Bohrer fehlen.

Befestigung am Baum

Nägel im Stamm schaden dem Baum und machen es schwer, den Kasten später abzunehmen. Besser ist ein Drahtbügel mit einem übergezogenen Stück Gartenschlauch, das die Rinde schützt, oder eine Aufhängeleiste, die über einen Ast gehängt wird. Wer doch nagelt, nimmt Aluminiumnägel; sie beschädigen die Kettensäge nicht, falls der Baum einmal gefällt wird.

Der Kasten hängt in 2 bis 3 m Höhe, das Flugloch zeigt nach Osten oder Südosten, und er ist leicht nach vorn geneigt. Die Anlegeleiter sollte dabei sicher stehen – eine Obstbaumleiter ist dafür wie gemacht.

Varianten für andere Arten

Aus derselben Grundform lassen sich mit kleinen Änderungen Kästen für andere Vögel bauen. Für Stare wird der ganze Kasten größer: mehr Bodenfläche, eine höhere Vorderwand und ein Flugloch von 45 mm. Haussperlinge brüten gern gesellig; für sie baut man mehrere Kammern nebeneinander unter ein gemeinsames Dach, jede mit eigenem Flugloch ab 34 mm, und hängt das Ganze unter die Traufe.

Der Kleiber nimmt Kästen mit 32 mm Flugloch an und mauert es mit Lehm auf seine Wunschgröße zu. Das ist kein Schaden, sondern ein Zeichen, dass er eingezogen ist. Für Halbhöhlenbrüter entfällt das Flugloch ganz, die Vorderwand wird einfach auf halbe Höhe gekürzt.

Typische Fehler

  • Sitzstange vor dem Flugloch. Hilft nur Katzen und Elstern.
  • Zu dünnes Holz. Unter 18 mm überhitzt der Kasten im Sommer.
  • Kein Zugang zum Reinigen. Ein Kasten, der sich nicht öffnen lässt, ist nach zwei Jahren voller Parasiten.
  • Innen gestrichen oder gebeizt.
  • Kasten in der Mittagssonne, an der Wetterseite oder direkt über einem Ast.

Häufige Fragen

Wann baut man einen Nistkasten?

Am besten im Herbst oder Winter. Dann hängt er rechtzeitig vor der Nistplatzsuche, und viele Vögel nutzen ihn schon im Winter als Schlafplatz.

Kann ich eine Kamera einbauen?

Ja, dann das Dach ein paar Zentimeter höher planen und die Kabeldurchführung gleich mit bohren. Einzelheiten unter Nistkasten mit Kamera.

Was kostet der Selbstbau?

Das Holz für einen Kasten kostet wenige Euro, Schrauben und Scharniere ebenso. Aus einem Brett von etwa 150 × 20 cm lassen sich mit etwas Planung ein ganzer Kasten und oft noch Reste für einen zweiten zuschneiden.

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Ein Leserkommentar

  1. ulf

    :-D Ich liebe das selberbauen von Vogelhäusern :-D , und bin immer interessiert an guten Tipps. Nehme hier so einiges mit. Vielen Dank

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