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Heimwerker-Berater

Nistkasten Meisen

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Nistkasten Meisen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Meisen in den Garten kommen
  2. Das Flugloch entscheidet
  3. Die Größe des Kastens
  4. Wo der Meisenkasten hängen sollte
  5. Schutz vor Räubern
  6. Das Brutjahr einer Kohlmeise
  7. Futter und Umgebung
  8. Reinigen und Winterquartier
  9. Häufige Fragen

Meisen sind die dankbarsten Mieter für einen Nistkasten: Sie brüten in fast jedem Garten, nehmen Kästen bereitwillig an und ziehen eine große Zahl Jungvögel groß. Entscheidend ist der Durchmesser des Fluglochs – er bestimmt, welche Art einzieht und welche draußen bleiben muss.

Welche Meisen in den Garten kommen

In Gärten und Parks brüten vor allem Kohlmeise und Blaumeise, seltener Tannen-, Sumpf- und Haubenmeise. Alle sind Höhlenbrüter: In der Natur nutzen sie Astlöcher und alte Spechthöhlen, die in aufgeräumten Gärten kaum zu finden sind. Ein Nistkasten ersetzt diese Höhle. Die Kohlmeise ist die größere und durchsetzungsstärkere der beiden häufigen Arten und verdrängt die Blaumeise, wenn das Flugloch groß genug ist.

Das Flugloch entscheidet

ArtFlugloch rund
Blaumeise, Tannenmeise, Sumpfmeise, Haubenmeise26–28 mm
Kohlmeise32 mm
Zum Vergleich: Feldsperling, Kleiber32 mm
Zum Vergleich: Haussperlingab 34 mm

Wer Blaumeisen will, bohrt 26 oder 27 mm. Durch dieses Loch kommt keine Kohlmeise und kein Sperling. Ein 32-mm-Kasten dagegen steht allen offen, die kleiner sind, und in der Praxis zieht meist die Kohlmeise ein. Wer beiden Arten helfen möchte, hängt zwei Kästen mit unterschiedlichen Fluglöchern auf, mit einigen Metern Abstand.

Ovale Fluglöcher von etwa 30 × 45 mm werden manchmal empfohlen, öffnen den Kasten aber auch für größere Arten. Für reine Meisenkästen ist das runde Loch die bessere Wahl.

Die Größe des Kastens

Die Bodenfläche sollte innen mindestens etwa 12 × 12 cm messen, besser 14 × 14 cm. Kohlmeisen legen häufig 8 bis 12 Eier, und die Jungen brauchen kurz vor dem Ausfliegen viel Platz. Die Unterkante des Fluglochs sitzt mindestens 17 cm über dem Boden, damit Katzen und Marder mit der Pfote nicht bis zum Nest kommen. Die Wandstärke sollte bei 18 bis 20 mm liegen, damit der Kasten im Frühjahr nicht auskühlt und im Juni nicht überhitzt.

Einen Nistkasten Meisen selbst zu bauen kann viel Spaß machen!
Einen Nistkasten Meisen selbst zu bauen kann viel Spaß machen! | Foto: NatashaFedorova / Depositphotos.com

Wer selbst bauen möchte, findet Maße und Materialliste unter Nistkasten selber bauen. Fertig zugeschnittene Teile gibt es als Nistkasten-Bausatz.

Wo der Meisenkasten hängen sollte

  • Höhe: 2 bis 3 m reichen meist. Höher ist nicht schlechter, erschwert aber die Reinigung.
  • Himmelsrichtung: Flugloch nach Osten oder Südosten, weg von der Wetterseite und der prallen Mittagssonne.
  • Freier Anflug: Meisen fliegen gern direkt an. Ein paar Zweige in der Nähe als Warteplatz sind gut, dichtes Laub vor dem Loch nicht.
  • Abstand: Kohlmeisen verteidigen ihr Revier. Zwei Kohlmeisenkästen brauchen etwa 10 m Abstand, ein Blaumeisen- und ein Kohlmeisenkasten können näher beieinander hängen.

Der Kasten hängt leicht nach vorn geneigt, damit kein Regen ins Flugloch läuft.

Schutz vor Räubern

Die größten Gefahren für eine Meisenbrut sind Katzen, Marder, Elstern und Buntspechte, die das Flugloch aufhacken. Dagegen helfen:

  • Kein Sitzstab vor dem Flugloch – er ist eine Trittstufe für Räuber.
  • Fluglochverstärkung aus Metall oder Holzbeton gegen Spechte.
  • Vorbau vor dem Flugloch, der den Weg zum Nest verlängert.
  • Freie Aufhängung, fern von Ästen, Mauern und Dachrinnen, von denen aus eine Katze das Loch erreicht.
  • Manschetten am Stamm aus glattem Blech oder ein Dornenkranz, damit Katzen nicht hochklettern.

Das Brutjahr einer Kohlmeise

Die Suche nach einem Nistplatz beginnt schon im Spätwinter. Ab etwa März baut das Weibchen ein Nest aus Moos, Haaren und Federn. Gelegt wird meist im April, dann wird knapp zwei Wochen gebrütet. Nach dem Schlüpfen füttern beide Eltern im Minutentakt, vor allem mit Raupen. Nach etwa drei Wochen fliegen die Jungen aus. Nicht selten folgt eine zweite Brut.

In dieser Zeit sollte der Kasten nicht geöffnet werden. Wer zusehen möchte, ohne zu stören, greift zum Nistkasten mit Kamera.

Futter und Umgebung

Ein Kasten allein reicht nicht, wenn es im Garten keine Insekten gibt. Meisen brauchen in der Brutzeit Unmengen Raupen und Blattläuse. Heimische Sträucher, Obstbäume und ein Verzicht auf Insektengift schaffen das Futter. Ein Meisenpaar kann in einer Brutsaison mehrere Kilo Raupen verfüttern – ein Grund, warum Obstgärtner Meisen gern sehen.

Reinigen und Winterquartier

Ab etwa Mitte September altes Nest herausnehmen, Kasten ausbürsten. Kein Desinfektionsmittel, keine Chemie. Viele Meisen nutzen den leeren Kasten im Winter als Schlafplatz; deshalb hängt er das ganze Jahr.

Häufige Fragen

Warum zieht keine Meise ein?

Meist stimmt etwas mit dem Standort: zu viel Sonne, zu viel Störung, Katzen in der Nähe oder zu wenig Deckung. Manche Kästen werden erst nach ein bis zwei Jahren angenommen.

Was tun, wenn ein Jungvogel am Boden sitzt?

Meist ist es ein Ästling, der den Kasten gerade verlassen hat und noch von den Eltern gefüttert wird. Liegenlassen, Katzen fernhalten. Nur einen Vogel in akuter Gefahr auf einen Ast in der Nähe setzen.

Aus welchem Material sollte der Kasten sein?

Unbehandeltes Holz oder Holzbeton. Holzbeton hält Jahrzehnte und schützt besser gegen Spechte und Marder, ist aber teurer und schwerer.

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