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Heimwerker-Berater

Sonnensegel aufrollbar

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Sonnensegel aufrollbar
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die drei Systeme
  2. Manuell oder elektrisch
  3. Stoff und Größe
  4. Befestigung
  5. Gefälle nicht vergessen
  6. Was es kostet
  7. Bausatz oder Fachbetrieb
  8. Pflege
  9. Häufige Fragen

Ein aufrollbares Sonnensegel lässt sich bei Bedarf ausfahren und bei Wind, Regen oder im Winter wieder einrollen – ohne Leiter und ohne jedes Mal alle Spanner zu lösen. Es verbindet die leichte Optik eines Sonnensegels mit der Bequemlichkeit einer Markise. Der Haken ist die Technik: Ein Segel lässt sich nur dann sauber aufrollen, wenn es rechteckig und gerade gespannt ist. Dreiecksegel und stark verdrehte Formen scheiden aus.

Sonnensegel aufrollbar Kosten
Foto: samumisi67 / Depositphotos.com

Die drei Systeme

Aufrollsysteme mit Wickelwelle. Das Segel wird auf eine Welle mit rund 5 cm Durchmesser gewickelt, die an der Hauswand oder zwischen zwei Pfosten sitzt. Ausgezogen und gespannt wird es an der Gegenseite, meist mit Seilen oder einer Zugstange. Das ist das eigentliche aufrollbare Sonnensegel.

Seilspann- oder Faltsysteme. Das Tuch hängt mit Laufwagen an Drahtseilen und wird wie ein Vorhang zusammengezogen. Es bildet dann Falten statt einer Rolle. Diese Systeme eignen sich für lange Flächen und Pergolen.

Kassetten-Sonnensegel. Eine Art Markise ohne Gelenkarme: Das Tuch rollt in eine geschlossene Kassette an der Wand und wird an Pfosten gespannt. Hier ist der Übergang zur Markise fließend.

Manuell oder elektrisch

Manuell wird mit einer Kurbel, einer Seilwinde oder einer Zugschnur gearbeitet. Das ist günstiger, robust und ohne Stromanschluss. Bei größeren Segeln braucht es aber Kraft, und das Aus- und Einrollen dauert ein, zwei Minuten.

Elektrisch treibt ein Rohrmotor in der Wickelwelle das Segel an, bedient per Schalter oder Funkfernbedienung. Das lohnt sich bei großen Flächen und wenn das Segel oft bewegt wird. Der Stromanschluss für den Motor ist Sache einer Elektrofachkraft. Ein Wind- und Sonnenwächter fährt das Segel bei Böen automatisch ein – das ist bei motorisierten Anlagen die beste Versicherung.

Stoff und Größe

Für aufrollbare Segel eignen sich Polyester- oder PES-Gewebe mit Beschichtung und luftdurchlässige HDPE-Gewebe. Beschichtete Stoffe halten Regen ab, brauchen dann aber genug Gefälle, damit das Wasser abläuft. HDPE lässt Luft und etwas Regen durch, staut sich unter dem Segel keine Hitze.

Die Breite wird durch die Länge der Wickelwelle begrenzt, die Ausladung durch Stoffgewicht und Durchhang. Übliche Systeme decken Flächen von etwa 3 × 3 bis 5 × 6 m ab. Je größer, desto stabiler müssen Welle, Pfosten und Wandhalter sein.

Befestigung

Die Wickelwelle sitzt meist an der Hauswand oder unter einem Balkon. Die Gegenseite wird an zwei Pfosten oder einer zweiten Wand gespannt. Die Befestigungspunkte müssen die volle Windlast aufnehmen, die bei einem großen Segel mehrere Hundert Kilogramm Zug bedeuten kann. Wandanker gehören in tragfähiges Mauerwerk oder Beton, nicht in eine Dämmung. Wie Pfosten und Wandbefestigung richtig ausgeführt werden, steht ausführlich unter Sonnensegel richtig befestigen.

Gefälle nicht vergessen

Damit Regen abläuft, braucht ein wasserabweisendes Segel ein Gefälle von etwa 20 bis 25 Prozent, also rund 20 bis 25 cm Höhenunterschied pro Meter. Bei zu wenig Gefälle bildet sich ein Wassersack, der das Tuch dauerhaft dehnt oder die Befestigung überlastet. Am einfachsten ist es, das Segel bei Regen einzurollen – genau dafür ist es ja aufrollbar.

Was es kostet

AusführungPreis etwa
Einfaches manuelles Aufrollsystem mit Tuch300–800 Euro
Hochwertiges manuelles System mit Pfosten800–2000 Euro
Elektrisch mit Motor und Windwächter1500–4000 Euro und mehr
Maßanfertigung vom Fachbetriebnach Aufwand, oft über 3000 Euro

Dazu kommen Fundamente für Pfosten, gegebenenfalls ein Stromanschluss und die Montage.

Bausatz oder Fachbetrieb

Bausätze für kleine und mittlere Flächen lassen sich mit Heimwerkergeschick selbst montieren, wenn die Wand tragfähig ist und die Pfostenfundamente sauber gesetzt werden. Bei großen Flächen, Motorantrieb und komplizierten Anschlüssen lohnt der Fachbetrieb, der auch die Statik der Befestigung prüft. Einen Überblick über andere Lösungen gibt der Beitrag Sonnenschutz für den Garten.

Pflege

Rollen Sie das Segel nur trocken ein. Wird es nass aufgerollt, schimmelt es und bekommt Stockflecken. Ist das nicht zu vermeiden, bei nächster Gelegenheit ausfahren und trocknen lassen. Einmal im Jahr mit Wasser und milder Seife reinigen, Beschläge und Seile prüfen, bewegliche Teile leicht fetten. Über den Winter bleibt das Tuch eingerollt oder wird abgenommen und trocken gelagert.

Häufige Fragen

Hält ein aufrollbares Sonnensegel Wind aus?

Ausgefahren nur bis zu einer bestimmten Windstärke, die der Hersteller angibt. Bei Sturm gehört es eingerollt.

Kann ich ein normales Sonnensegel aufrollbar machen?

Nur, wenn es rechteckig ist und eine gerade Kante hat, die sich an einer Welle befestigen lässt. Viele Hersteller bieten Nachrüstsätze.

Braucht man eine Genehmigung?

Meist nicht. In Mehrfamilienhäusern und bei Mietwohnungen ist die Zustimmung von Eigentümergemeinschaft oder Vermieter nötig, wenn an der Fassade gebohrt wird.

Was ist besser: Sonnensegel oder Markise?

Die Markise ist wetterfester und einfacher zu bedienen, das Sonnensegel leichter in der Optik und flexibler in der Form. Aufrollbare Segel liegen dazwischen.

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