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Heimwerker-Berater

Palmenerde

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was Palmenerde ausmacht
  2. Welche Palmen welche Erde mögen
  3. Palmenerde aufwerten
  4. Drainage im Topf
  5. Wann die Erde gewechselt werden muss
  6. Zimmerpalmen in Hydrokultur
  7. Umtopfen Schritt für Schritt
  8. Palmen draußen im Kübel
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Palmenerde ist ein Substrat, das über viele Jahre locker und durchlässig bleibt. Genau das unterscheidet sie von gewöhnlicher Blumenerde, die nach zwei, drei Jahren zusammensackt. Palmen stehen lange im selben Topf und reagieren auf Staunässe empfindlich – deshalb ist die Struktur der Erde wichtiger als ihr Nährstoffgehalt.

Was Palmenerde ausmacht

Gute Palmenerde hat einen hohen Anteil an strukturstabilen Bestandteilen: Sand, Lava, Bims, Blähton oder Tongranulat. Sie verrotten nicht und halten Poren offen, durch die Wasser abläuft und Luft an die Wurzeln kommt. Der organische Teil besteht aus Kompost, Rindenhumus, Kokosfasern oder Torf und speichert Wasser und Nährstoffe.

Der pH-Wert liegt meist schwach sauer bis neutral. Eine Grunddüngung reicht für die ersten Wochen; danach muss nachgedüngt werden.

Welche Palmen welche Erde mögen

PalmeStandortErde
Hanfpalme (Trachycarpus)Kübel draußen, bedingt winterhartdurchlässig, nährstoffreich, mit Lava oder Sand
Kanarische Dattelpalme (Phoenix)Kübel, Winter hell und kühlsehr durchlässig, hoher Mineralanteil
WashingtonieKübel, sonnigdurchlässig, sandig
Kentia, Goldfruchtpalme, BergpalmeZimmeretwas humoser, gleichmäßig feucht

Je mehr Sonne und je trockener die Heimat der Palme, desto mineralischer darf die Erde sein. Zimmerpalmen aus dem Unterholz tropischer Wälder mögen es dagegen humoser.

Palmenerde aufwerten

Wer keine spezielle Palmenerde bekommt, mischt selbst. Eine bewährte Grundlage ist gute Kübelpflanzenerde, die zu etwa einem Drittel mit mineralischem Material ergänzt wird: Lavagranulat, Bims, grober Sand oder Blähton. Das hält die Mischung offen und verhindert, dass sie mit den Jahren verdichtet. Einfache Blumenerde aus dem Discounter ist dafür zu fein und zu torfhaltig. Worin sich Erden sonst unterscheiden, zeigt Humuserde.

Drainage im Topf

Ein Palmenkübel braucht ein Abzugsloch, darüber eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies von einigen Zentimetern. Ein Vlies zwischen Drainage und Erde verhindert, dass Feinteile nach unten wandern und die Drainage verstopfen. Stehendes Wasser im Übertopf ist der häufigste Grund, warum Kübelpalmen faulen. Nach dem Gießen den Übertopf nach einer halben Stunde leeren.

Wann die Erde gewechselt werden muss

  • Das Wasser läuft kaum noch ab oder steht lange auf der Oberfläche.
  • Die Erde ist hart, rissig oder riecht muffig.
  • Weiße Salzkrusten bilden sich trotz maßvoller Düngung.
  • Wurzeln wachsen aus dem Abzugsloch oder heben die Palme aus dem Topf.
  • Die Palme wächst trotz Düngung nicht mehr.

Junge Palmen werden etwa alle zwei Jahre umgetopft, ältere nur, wenn der Topf durchwurzelt ist. Bei sehr großen Kübeln reicht es oft, die oberen 5 bis 10 cm Erde abzunehmen und durch frische zu ersetzen.

Zimmerpalmen in Hydrokultur

Viele Zimmerpalmen, etwa Kentia und Goldfruchtpalme, werden auch in Hydrokultur angeboten: in Blähton mit Wasserstandsanzeiger statt in Erde. Das ist pflegeleicht, weil man am Anzeiger sieht, wann gegossen werden muss, und Staunässe in der Erde gar nicht erst entstehen kann. Gedüngt wird dann mit speziellem Hydrodünger, nicht mit normalem Palmendünger.

Eine Palme, die jahrelang in Erde stand, von heute auf morgen auf Hydrokultur umzustellen, gelingt selten. Die Erdwurzeln sterben im Wasser ab, und die Pflanze muss neue bilden. Wer umsteigen will, kauft besser eine Palme, die schon in Hydrokultur gezogen wurde.

Umtopfen Schritt für Schritt

  1. Im Frühjahr umtopfen, wenn die Palme zu wachsen beginnt.
  2. Neuer Topf nur etwas größer als der alte, aber eher tief als breit. Viele Palmen wurzeln in die Tiefe.
  3. Drainage einfüllen, Vlies darüber, dann eine Schicht Erde.
  4. Palme vorsichtig herausnehmen. Palmenwurzeln sind empfindlich und wachsen nach Verletzung schlecht nach; den Wurzelballen möglichst nicht zerreißen.
  5. In gleicher Höhe einsetzen wie vorher. Der Stamm darf nicht tiefer in die Erde kommen.
  6. Erde auffüllen und leicht andrücken, dann gründlich angießen.
  7. Mit dem Düngen vier bis sechs Wochen warten.

Palmen draußen im Kübel

Kübelpalmen auf Balkon und Terrasse brauchen einen stabilen, schweren Topf, der bei Wind nicht umfällt, und Erde, die auch nach Starkregen schnell abtrocknet. Im Winter zählt vor allem, dass die Erde nicht nass ist: Kälte in Kombination mit nasser Erde lässt die Wurzeln faulen. Wie man Kübel gut durch den Winter bringt, steht unter Kübelpflanzen überwintern. Passende Gefäße beschreibt Pflanzkübel.

Typische Fehler

  • Zu großer Topf. Viel Erde, die nicht durchwurzelt ist, bleibt lange nass.
  • Einfache Blumenerde ohne Zusatz. Sackt zusammen und verdichtet.
  • Palme tiefer gesetzt. Der Stamm fault an der Erdoberfläche.
  • Gleich nach dem Umtopfen gedüngt. Die frische Erde enthält genug; mehr erst nach einigen Wochen, siehe Palmendünger.

Häufige Fragen

Kann ich Kakteenerde verwenden?

Für Palmen aus trockenen Gegenden, etwa Dattelpalmen, ist sie eine brauchbare Beimischung. Allein ist sie für die meisten Palmen zu mager und zu trocken.

Was kostet Palmenerde?

Ein Sack mit 10 bis 20 l kostet meist 5 bis 15 Euro. Wer große Kübel füllt, mischt günstiger selbst aus Kübelpflanzenerde und Lavagranulat.

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