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Heimwerker-Berater

Orchideenerde

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Orchideen keine Erde vertragen
  2. Woraus gutes Orchideensubstrat besteht
  3. Gute Qualität erkennen
  4. Wann umgetopft werden muss
  5. Umtopfen Schritt für Schritt
  6. Welcher Topf passt
  7. Alternativen zur Rinde
  8. Gießen im neuen Substrat
  9. Häufige Fragen

Orchideenerde ist, genau genommen, keine Erde. Es handelt sich um ein grobes Substrat aus Rinde und Fasern, in dem die Wurzeln Halt, Feuchtigkeit und vor allem Luft finden. In normaler Blumenerde ersticken die Wurzeln der meisten Zimmerorchideen und faulen innerhalb weniger Wochen.

Warum Orchideen keine Erde vertragen

Die meisten Orchideen im Handel, vor allem Phalaenopsis, Cattleya, Dendrobium und Oncidium, wachsen in der Natur als Aufsitzerpflanzen auf Bäumen. Ihre Luftwurzeln sind mit einer schwammartigen Hülle umgeben, die Wasser in Sekunden aufsaugt und dann wieder abtrocknet. Diese Wurzeln brauchen den ständigen Wechsel zwischen nass und trocken und Luft rundherum. Dichte, feuchte Erde bietet beides nicht.

Unter den rund 30.000 Orchideenarten gibt es auch Erdorchideen, etwa Frauenschuh-Arten der Gattung Paphiopedilum. Für sie gibt es feinere Mischungen. Die typische Zimmerorchidee aber braucht grobes Substrat.

Woraus gutes Orchideensubstrat besteht

Pinien- oder KiefernrindeHauptbestandteil, grob, luftig, zersetzt sich langsam.
Kokosfasern oder Kokoschipsspeichern Wasser, verrotten langsam.
Sphagnum-Mooshält Feuchtigkeit, in kleinen Mengen für junge Pflanzen.
Holzkohlelockert und bindet Fäulnisstoffe.
Perlite, Blähton, Lavamineralisch, strukturstabil, zerfallen nicht.

Die Körnung sollte zur Wurzel passen: Für Phalaenopsis sind Stücke von etwa 1 bis 2 cm üblich, für Pflanzen mit feineren Wurzeln etwas kleiner.

Gute Qualität erkennen

Die Unterschiede zwischen Produkten sind groß. Ein gutes Substrat besteht aus gleichmäßigen, festen Rindenstücken ohne viel Staub. Schlechte Mischungen enthalten viel feines Material, Torf oder zerbröselte Rinde, die schnell zusammensackt und nass bleibt. Riechen Sie am Sack: Frische Rinde riecht harzig und nach Wald, muffiger Geruch zeigt beginnende Zersetzung.

Eine kurze Probe: Eine Handvoll Substrat anfeuchten und zusammendrücken. Gutes Substrat fällt wieder locker auseinander, schlechtes klebt zu einem Klumpen.

Wann umgetopft werden muss

Rinde zersetzt sich mit der Zeit, wird feiner, speichert mehr Wasser und lässt weniger Luft an die Wurzeln. Nach etwa zwei bis drei Jahren ist ein Wechsel fällig. Zeichen dafür:

  • Das Substrat ist sichtbar zerfallen, erdig und dunkel.
  • Es trocknet nach dem Gießen kaum noch ab.
  • Die Wurzeln im Topf sind braun und matschig statt fest und grün oder silbrig.
  • Die Pflanze wächst deutlich über den Topfrand hinaus.

Der beste Zeitpunkt ist nach der Blüte, wenn neue Wurzeln zu wachsen beginnen.

Umtopfen Schritt für Schritt

  1. Pflanze aus dem Topf lösen. Durchsichtige Kunststofftöpfe lassen sich zusammendrücken.
  2. Altes Substrat vollständig entfernen, auch zwischen den Wurzeln.
  3. Wurzeln prüfen. Tote, matschige oder hohle Wurzeln mit einer sauberen, desinfizierten Schere abschneiden. Feste Wurzeln bleiben, auch wenn sie silbrig aussehen.
  4. Neues Substrat vorher wässern, damit es beim Einfüllen nicht staubt und Wasser aufnehmen kann.
  5. Pflanze einsetzen und Substrat locker zwischen die Wurzeln rieseln lassen, leicht klopfen, nicht festdrücken.
  6. Einige Tage nicht gießen, damit Schnittstellen abtrocknen. Mit dem Düngen vier bis sechs Wochen warten.

Welcher Topf passt

Für Phalaenopsis haben sich durchsichtige Kunststofftöpfe mit vielen Löchern bewährt. Sie lassen Licht an die Wurzeln, die bei dieser Gattung auch Photosynthese betreiben, und man sieht, wann gegossen werden muss. Der Übertopf darf kein Wasser sammeln. Tontöpfe trocknen schneller aus und passen zu Pflanzen, die es trocken mögen. Mehr zu Gefäßen für drinnen im Artikel Blumentöpfe und Pflanzenbehälter für den Innenbereich.

Alternativen zur Rinde

Nicht jede Orchidee muss in Rinde stehen. In mineralischem Substrat wie Tongranulat oder Blähton lassen sich viele Phalaenopsis ebenfalls gut halten. Es zersetzt sich nicht, muss deshalb seltener getauscht werden, und ein Wasserstandsanzeiger zeigt, wann nachgegossen werden muss. Die Umstellung gelingt am besten mit jungen Pflanzen, deren Wurzeln sich neu anpassen können.

Eine dritte Möglichkeit ist das Aufbinden auf ein Stück Korkrinde oder Holz, so wie die Pflanze in der Natur wächst. Das sieht spektakulär aus, verlangt aber tägliches Sprühen oder Tauchen und eine hohe Luftfeuchtigkeit, wie sie in Wohnräumen selten ist. Für Vitrinen und Gewächshäuser ist es ideal, für die Fensterbank meist zu anspruchsvoll.

Gießen im neuen Substrat

Frische Rinde nimmt anfangs weniger Wasser auf als ältere. In den ersten Wochen deshalb etwas häufiger tauchen, danach wieder nach Bedarf. Die Faustregel: gießen, wenn das Substrat innen fast trocken ist, bei Phalaenopsis im Sommer etwa einmal pro Woche, im Winter seltener. Die Wurzeln verfärben sich dann von grün nach silbrig – ein zuverlässiges Zeichen.

Häufige Fragen

Kann ich Orchideenerde selbst mischen?

Ja. Eine einfache Mischung aus etwa drei Teilen grober Pinienrinde, einem Teil Kokoschips und einer Handvoll Holzkohle oder Perlite funktioniert für die meisten Zimmerorchideen. Rinde aus dem Garten ist wegen Pilzsporen und Schädlingen ungeeignet.

Muss ich die Orchidee düngen?

Ja, aber sparsam, weil das Substrat kaum Nährstoffe enthält. Wie, erklärt Orchideendünger.

Was kostet Orchideenerde?

Ein Beutel mit 5 bis 10 l kostet meist 4 bis 12 Euro und reicht für mehrere Pflanzen. Andere Spezialsubstrate beschreibt Palmenerde.

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Ein Leserkommentar

  1. Reuter

    Welche Orchideenerde ist besser, von Compo Sana oder von Seramis mit Tongranulat?

    Das kommt auf den konkreten Verwendungszweck an. Orchideenerde mit Tongranulat zeichnet sich durch ihre enorme Fähigkeit aus, Wasser speichern zu können. Sie sollte bei stark wasserbedürftigen Orchideenarten und in besonders trockenen und niederschlagsarmen Regionen, zum Einsatz gebracht werden. Auch als Erdersatz für ganz normale Zimmerpflanzen und Gartenblumen, lässt sie sich mit Erfolg verwenden.

    Compo Sana ist hingegen regelrecht universell einsetzbar und beliebt als sogenannte Startdüngung. Besonders beim Umtopfen von Blumen, sollte zunächst erst einmal, wegen der hier optimalen Startdündung durch dieses Material, auf Compo Sana zurück gegriffen werden.

    Heiner Bauer

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